JC Eckardt feiert 150. Firmenjubiläum Foto: Steffen Wilbrandt

Alle am Standort sind aufeinander angewiesen und ziehen an einem Strang

JC Eckardt feiert 150. Firmenjubiläum und fünf Jahre Niederlassung Leuna

Chemiestandort Leuna, 14. September 2023: Die Sonne meint es gut mit uns an diesem späten Vormittag. Die Werkstraße flimmert im Gegenlicht. Auf dem Weg vom Haupttor zum Gebäude 6411 – dem Leunaer Sitz der JC Eckardt GmbH – begegne ich nur wenigen Bauarbeitern. Das ändert sich am Ziel. Dort stehen oder sitzen rund 50 Menschen in kleinen Gruppen an Tischen und unterhalten sich angeregt – manche in Anzug oder Business-Kostüm andere im Blaumann mit Warnweste und Helm. Vor einem Getränkewagen wartet ein reichhaltiges Buffet, daneben bestückt ein junger Mann den großen Grill mit Würsten und Steaks. Es riecht und klingt nach Sommerparty.

Als ich mich dem großen weißen Zelt nähere, kommt Yvonne Reichold, auf mich zu, die bei JC Eckardt für Organisatorisches zuständig ist und das Fest mitorganisiert hat. Sie begrüßt mich herzlich und verweist mich mit Fragen an die drei Chefs, die gern Rede und Antwort stehen würden. Zunächst interessiere ich mich für den Anlass der Party. Andreas Hartmann, geschäftsführender Gesellschafter der JC Eckardt GmbH antwortet: »Wir sind seit fünf Jahren hier am Standort und feiern in diesem Jahr unseren 150. Gründungstag.« Aus diesem Grund wurden viele Kunden, Geschäftspartner und Nachbarn vom Standort eingeladen.

Wie viele am Ende da gewesen sein werden, weiß auch Hartmann nicht: »Vielleicht 70 oder 80. Viele kommen für eine Stunde und gehen dann wieder an die Arbeit. Um die genaue Zahl zu erfahren, müssten wir wohl die verbrauchten Bratwürste zählen«, scherzt er. Hartmann hat gute Laune. Das Unternehmen steht gut da, ist als Automatisierungsspezialist und zuverlässiger Dienstleister für die Planung und Montage komplexer Elektroanlagen am Standort bekannt und sehr gut vernetzt.

In den fünf Jahren in Leuna ist das Unternehmen kräftig gewachsen – von ursprünglich 15 Mitarbeitern auf heute 38. »Wir sind in der Eckardt-Gruppe drei Firmen«, erläutert Hartmann. »Das ist die Eckardt selbst, dann die Eckardt Service, die sich auf Rahmenbaustellen spezialisiert hat, und dann die Hartmann JCE im Fischweg in Merseburg. In der Gruppe sind wir so 420 eigene Mitarbeiter und dann haben wir noch Werkvertragsfirmen und einige Zeitarbeiter. Wir machen rund eine Million gewerbliche Stunden im Jahr. Das ist schon eine Menge Arbeit, die da bewältigt wird. «

Das darf man feiern. Tatsächlich komme ich mit einigen Gästen ins Gespräch. Darunter einige, die weder Auftraggeber noch Partner von JC Eckardt sind. Sie stellen sich als Nachbarn vor, nutzen die Möglichkeit sich auszutauschen und zu vernetzen. »Das war Absicht gewesen« kommentiert Hartmann das. »Letztlich arbeiten wir alle gemeinsam hier und versuchen, das beste für den Standort zu entwickeln. Und deswegen ist das schon schön, wenn man miteinander redet, wenn man wie eine große Familie agiert, auch wenn es wie in jeder Familie auch mal unterschiedliche Meinungen gibt. Alle am Standort sind aufeinander angewiesen und ziehen an einem Strang.«

Dennoch hatte ich erwartet, dass zu einem »Tag der offenen Tür« – als solcher war die Veranstaltung angekündigt – mehr Anwohner und Jugendliche auftauchen, die die Gelegenheit nutzen, sich über das Unternehmen zu informieren. Hartmann sagt: »Ins Werk kommt man nicht einfach so. Jugendliche dürfen erst mit 15 rein. Kinder, die noch neugierig sind und etwas ausprobieren wollen, dürfen wir nicht aufs Gelände lassen.« Es geht heute also weniger darum, die Firma zu präsentieren und neue Leute kennenzulernen, sondern mit den Gästen aus dem Werk einen schönen Tag zu verbringen. Hartman bestätigt das: »Ziel ist, dass man Kontakte pflegt, dass man hört, was es Neues gibt, sowohl menschlich als auch beruflich.

Wenn man miteinander arbeitet, ist es auch immer von Vorteil, wenn man menschlich miteinander klarkommt.« Sofort frage ich nach, wie schwer es ist, gute Mitarbeiter zu finden: »Alle in der Branche und auch wir suchen Personal, angefangen vom Lehrling bis zum Planer, die ganze Palette. Aber es wird immer schwieriger, weil die gewerbliche Arbeit gesellschaftlich nicht das Ansehen genießt, wie jemand, der studiert hat oder der einen akademischen Abschluss hat, obwohl die Verdienstmöglichkeiten, was viele nicht wissen, im gewerblichen Bereich durchaus beachtlich sind.« Und Hartmann fügt hinzu: »Irgendwann werden die Leute verstehen, dass jeder einen Elektriker braucht, damit Licht brennt oder einen Dachdecker, damit das Dach dicht ist oder einen Klempner, damit die Heizung funktioniert – und da wird sich möglicherweise auch das Ansehen wandeln. « Ein schöner und berechtigter Geburtstagswunsch, wie ich finde. Ich wünsche alles Gute für die nächsten 50 Jahre!

Neue Abwasseranlage stärkt nachhaltige Infrastruktur am Chemiestandort Leuna

Neue Abwasseranlage stärkt nachhaltige Infrastruktur am Chemiestandort Leuna

Mit einer Investition von mehr als 42 Millionen Euro erweitert die InfraLeuna GmbH die Infrastruktur des Chemiestandortes um eine leistungsfähige anaerobe Abwasserbehandlungsanlage. Die neue Anlage ist eng mit der entstehenden Bioraffinerie von UPM Biochemicals verbunden und verbindet industrielle Abwasserbehandlung mit der Erzeugung von Biogas. Am Chemiestandort Leuna ist eine neue anaerobe Abwasserbehandlungsanlage offiziell in Betrieb…

Sicherheit für die Industrie: ENIGA stärkt Präsenz in Mitteldeutschland

Sicherheit für die Industrie: ENIGA stärkt Präsenz in Mitteldeutschland

Mit ihrem Standort in Leipzig unterstützt die ENIGA GmbH Unternehmen in Leuna und im mitteldeutschen Chemiedreieck bei Fragen rund um Anlagen- und Arbeitssicherheit, Genehmigungen und Umweltmanagement. Im Mittelpunkt stehen sichere, rechtskonforme und langfristig wirtschaftliche Produktionsprozesse. Ein leistungsfähiger Chemiestandort braucht moderne Anlagen – ebenso wichtig sind jedoch Menschen, die Risiken erkennen, Verantwortung übernehmen und gesetzliche sowie…

Tausende Besucher entdecken den Chemiestandort Leuna

Tausende Besucher entdecken den Chemiestandort Leuna

Großer Andrang beim 14. Tag der offenen Tür – Mehr als 2.700 Tickets für Rund- und Zielfahrten genutzt Leuna. Mehrere tausend Besucher haben am Samstag, 12. September, die Gelegenheit genutzt, einen Blick hinter die Werkstore des Chemiestandortes Leuna zu werfen. Gemeinsam mit der Stadt Leuna, der Wohnungswirtschaft Leuna GmbH und zahlreichen Standortunternehmen hatte die InfraLeuna…

Von Krandienstleistungen in Leuna zu Industrial Solutions für Europa

Von Krandienstleistungen in Leuna zu Industrial Solutions für Europa

Mammoet feiert 2026 sein 35‑jähriges Jubiläum in Deutschland. Was 1991 in Leuna mit einem regionalen Angebot für Kran‑ und Transportleistungen, begann, steht heute mit Mammoet Industrial Solutions für europaweit realisierte Montageprojekte in der Hightech-, Prozess-, Energie- und Schwerindustrie. Rund 350 Mitarbeitende in Deutschland und Rumänien, fundiertes technisches Know-how sowie eine umfassende Flotte aus Großkranen, LKWs und…

Bildung ist Zukunft

Bildung ist Zukunft

Manchmal beginnt der nächste berufliche Schritt mit einem guten Gespräch. Wer neugierig auf spannende Möglichkeiten ist, wer sich beruflich weiterentwickeln oder zunächst einfach orientieren möchte, ist am gemeinsamen Infostand der Bildungsakademie Leuna (BAL) und der Interessengemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg e. V. (IBLM) herzlich willkommen. Hier nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen rund um Berufsorientierung, fachpraktische…