Am 17. Februar 2026 wurde Halle erneut zum Treffpunkt junger Tüftler, Denker und Entdecker: Beim 61. Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und „Jugend forscht Junior“ präsentierten Kinder und Jugendliche ihre Projekte – von technischen Konstruktionen bis hin zu naturwissenschaftlichen Experimenten. Insgesamt qualifizierten sich 13 Forschungsprojekte aus dem südlichen Sachsen-Anhalt für den Landeswettbewerb im April am Weinberg Campus.
Mitten unter den Preisträgern: zwei Viertklässler der Freien Grundschule Spergau. Anna Vetterke (4a) und Vincent Keller (4a) sicherten sich den 1. Platz im Bereich Biologie bei „Jugend forscht Junior“. Ihr Projekt trägt den Titel: „Wo leben Bärtierchen am liebsten? Eine Untersuchung verschiedener Mikro-Lebensräume“. Die Jury zeigte sich nicht nur von der Themenvielfalt des Wettbewerbs beeindruckt, sondern auch von der Qualität der Arbeiten und die Untersuchung der beiden Zehnjährigen stach dabei besonders hervor.
Spurensuche im Mikrokosmos
Bärtierchen – auch Tardigraden genannt – sind winzige, meist nur millimetergroße Lebewesen. Sie gelten als extrem widerstandsfähig und kommen überall dort vor, wo Wasser vorhanden ist. Auf die Idee zu ihrem Projekt kamen Anna und Vincent durch eine Dokumentation. Fasziniert von den erstaunlichen Fähigkeiten dieser Tiere wollten sie herausfinden, in welchen Mikro-Lebensräumen sie besonders häufig vorkommen.
Ihre Forschung begann direkt vor der eigenen Haustür. Die beiden sammelten Moose und Flechten vom Boden, von Steinen und von Bäumen. Die Proben legten sie in Glasgefäße und weichten das Material mit Regenwasser ein. Geduld war gefragt: Etwa fünf Stunden warteten sie, damit sich möglicherweise vorhandene Bärtierchen aus ihrem Trockenzustand reaktivieren konnten.
Anschließend untersuchten sie die Wasserproben sorgfältig unter dem Mikroskop. Ihre Lehrerin hatte ihnen zuvor erklärt, ein Bärtierchen zu entdecken, sei „wie ein Sechser im Lotto“. Doch Anna brachte es später nüchtern auf den Punkt: „Wir mussten ein bisschen suchen.“
Zählen, vergleichen – und einfrieren
Die jungen Forscher beließen es nicht beim bloßen Nachweis. Sie zählten die gefundenen Tiere, um die verschiedenen Lebensräume miteinander zu vergleichen. So konnten sie systematisch untersuchen, wo die winzigen Organismen am häufigsten vorkommen.
Darüber hinaus wagten sie ein weiteres Experiment: Sie wollten testen, ob sich Bärtierchen in einen sogenannten Ruhzustand versetzen lassen. Dafür froren sie einige Exemplare ein und tauten sie später wieder auf. Hintergrund ist die besondere Fähigkeit der Tardigraden, extreme Umweltbedingungen zu überstehen, indem sie in eine Art Trocken- oder Kältestarre verfallen.
Mit ihrem strukturierten Vorgehen, der sauberen Dokumentation und der klaren Fragestellung überzeugten Anna und Vincent schließlich die Jury. Der Regionalwettbewerb habe erneut gezeigt, wie überwältigend der Eifer der Kinder und Jugendlichen sei, hieß es von Wettbewerbsleiter Harald Adler
Für die beiden Viertklässler aus Spergau bedeutet der erste Platz nun die Teilnahme am Landeswettbewerb. Ihre Bärtierchen-Jagd, die mit Neugier, Geduld und wissenschaftlicher Genauigkeit geführt wurde, ist damit noch nicht zu Ende – sie geht in die nächste Runde.
Das Team des Leuna Echo wünscht Anna Vetterke und Vincent Keller viel Erfolg für die nächste Runde.
Falk Morgenstern





