Kraftwerk Zschornewitz, Foto: Sergei Balyberdin Frost Foto

Bewohnbarkeit der Erde – Auf welchem Boden stehen wir?

Internationale Nacht der Ideen im Kraftwerk Zschornewitz verbindet Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Dialog

Gräfenhainichen. Wie können wir die Erde auch für kommende Generationen bewohnbar halten? Welche Rolle spielen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft bei der Bewältigung der ökologischen Herausforderungen unserer Zeit? Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltung „Bewohnbarkeit der Erde – Auf welchem Boden stehen wir?“, zu der das Forum Rathenau und das Institut français Sachsen-Anhalt am Donnerstag, 18. Juni 2026, ab 16 Uhr in das historische Kraftwerk Zschornewitz einladen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der internationalen „Nacht der Ideen“ statt und verwandelt das ehemalige Braunkohlekraftwerk in einen Ort des Austauschs über die Zukunft unseres Planeten. Das beeindruckende Industriedenkmal, einst eines der größten Braunkohlekraftwerke der Welt, steht heute symbolisch für den Wandel einer Region und für die Herausforderungen der gesellschaftlichen Transformation.

Bereits ab 16 Uhr laden die Kraftwerksseniorinnen und -senioren bei Kaffee und Kuchen zum Verweilen ein. Parallel werden Auszüge des Dokumentarfilmprojekts „River Sisters“ sowie eine fotografische Dokumentation ökologischer Kunstaktionen präsentiert. Für Familien und Kinder beginnt um 16.30 Uhr eine frankophone Wanderlesestunde, für die keine Französischkenntnisse erforderlich sind.

Ein besonderes Highlight am Nachmittag ist das „Planetare Zirkeltraining“. In drei interaktiven Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Fragen der Flussrechte, der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt sowie der Koexistenz von Menschen und anderen Lebewesen in sich wandelnden Landschaften. Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Gestalterinnen aus Deutschland und Frankreich eröffnen dabei neue Perspektiven auf ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge.

Ab 17.45 Uhr folgen wissenschaftliche Impulse zur aktuellen Debatte um die „Bewohnbarkeit der Erde“. Der französische Geochemiker Prof. Dr. Jérôme Gaillardet, Mitinitiator der Forschungsgruppe „Habitabilité de la Terre“, und die Sozial- und Kulturanthropologin Dr. Janine Hauer geben Einblicke in aktuelle Forschungsansätze. Anschließend präsentiert der französische Autor, Regisseur und Geograph Frédéric Ferrer Auszüge aus seinem vielbeachteten „Atlas des Anthropozän“, einer ebenso humorvollen wie nachdenklichen Auseinandersetzung mit den großen Klimafragen unserer Zeit.

Im Mittelpunkt des Abendprogramms steht ab 19.30 Uhr eine deutsch-französische Diskussionsrunde mit renommierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kultur und Umweltforschung. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie planetare Veränderungen erfahrbar gemacht werden können und wie neue Formen des Zusammenlebens mit natürlichen Ressourcen und Ökosystemen gestaltet werden können.

Den stimmungsvollen Abschluss bildet ab 21 Uhr das Konzert der französischen Performance-Band Les Taupes (Die Maulwürfe) des Künstlers Philippe Quesne. Mit einer Mischung aus Konzert, Theater und surrealer Performance entführt die Gruppe das Publikum in eine faszinierende Unterwelt zwischen Traum und Wirklichkeit.

Alle Programmpunkte werden simultan deutsch-französisch übersetzt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung wird jedoch empfohlen.

Die Veranstaltung wird vom Forum Rathenau und dem Institut français Sachsen-Anhalt organisiert und unter anderem von der Staatskanzlei und dem Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, dem Deutsch-Französischen Bürgerfonds sowie dem Institut français Paris unterstützt.

Mit dem Veranstaltungsformat möchten die Organisatoren Menschen aller Generationen dazu einladen, sich aktiv mit den Fragen der Zukunft auseinanderzusetzen und gemeinsam über neue Wege für ein nachhaltiges und lebenswertes Europa nachzudenken.

Falk Morgenstern

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