Steffen Staake ist noch ganz überwältigt, als ich ihn an seinem letzten Arbeitstag als Geschäftsführer der Bildungsakademie Leuna (BAL) und der Interessengemeinschaft Bildung Leuna Merseburg (IBLM) in der Emil-Fischer-Straße treffe. Die vorangegangenen Tage waren für ihn sehr emotional. Die Vorstände, Gesellschafter und Mitarbeiter beider Unternehmen kamen, um ihn zu verabschieden und sich für seinen Einsatz und die Arbeit der vergangenen 15 Jahre zu bedanken.
»Diese Wertschätzung war für mich schon sehr beeindruckend. Ich brauche bestimmt noch ein paar Tage, um alles nachwirken zu lassen«, sagt er. Mit dem Netzwerk aus BAL und IBLM hat Steffen Staake am Standort viel bewegt. Er kann auf beachtenswerte Projekte zurückblicken, sei es in der Erstausbildung, der Berufsorientierung, der Ausbildung und Integration von Menschen mit Förderbedarf, minderjähriger Asylbewerber und Geflüchteter sowie der Weiterbildung zum Meister oder Techniker. Sein Fokus war stets darauf gerichtet, sich an den Bedarfen der Unternehmen zu orientieren, personell und technisch die Bedingungen zu schaffen, um Menschen fit für den Arbeitsmarkt zu machen und in der Region zu halten.
Dabei konnte er stets auf die Rückendeckung der Partnerunternehmen, die er liebevoll als Großfamilie bezeichnet, bauen. Die konstant hohe Anzahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die jährlich in ihre Berufsausbildung bei der BAL starten und diese erfolgreich beenden, spricht für sich. Sehr gefragt in jedem Jahr ist beispielsweise auch das BAL-Sommercamp. Hier können Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 bis 11 in verschiedenen Bereichen ausprobieren, wo ihre Stärken und Interessen für den späteren Berufsweg liegen. Bei den Jugendlichen kommt das sehr gut an.
Es ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. »In Sachen regionalspezifischer Berufsorientierung, angepasst an die Bedürfnisse der Unternehmen am Standort, könnte noch viel mehr getan werden«, ist sich Steffen Staake sicher. »Hier ist jedoch die Politik gefragt.« Stolz ist er, dass er beide Unternehmen gut durch die doch für alle recht schwere Pandemie-Zeit gebracht hat. »Ich bin heute in der glücklichen Lage, meinem Nachfolger zwei wirtschaftlich stabile Unternehmen zu übergeben und danke allen Partnern für die langjährige, intensive Zusammenarbeit «, sagt er. Steffen Staake, der die BAL und IBLM auf eigenen Wunsch verlässt, um sich neuen Aufgaben zu widmen, reicht den Staffelstab weiter an Kersten Kottnik, der ab 1. Juni 2024 in seine Fußstapfen tritt.
Kersten Kottnik stammt aus Jena, ist 45 Jahre alt und Master im Sozialmanagement. Er freut sich schon auf die neue Tätigkeit als Geschäftsführer und bedankt sich für die Übergabe des Katamarans, wie er beide Unternehmen nennt. Die Analogie passt durchaus: Ein Katamaran ist ein Schiff mit zwei Rümpfen, die fest miteinander verbunden sind und extrem stabil auf dem Wasser liegen. So wie auch die BAL und die IBLM eng miteinander verbunden sind und seit über 30 Jahren in Sachen Bildungsauftrag erfolgreich zusammenarbeiten. Kersten Kottnik möchte sich einbringen, mitgestalten, Teil des Hiers sein, Jugendliche und Menschen in Arbeit bringen.
»Arbeit ist das wichtigste Teilhabeinstrument«, sagt er. »Solange ich Arbeit habe, habe ich auch Teil am gesellschaftlichen Leben.« Einer seiner Leitsprüche ist: »Von allen Bauwerken, die der Mensch je erdacht hat, ist die Brücke das Wichtigste.« Und genau das will er tun – Brücken bauen, Menschen und Unternehmen zusammenführen. Nun heißt es für ihn, sich ganz viele neue Namen zu merken, über 130 Partnerfirmen gut kennenzulernen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und den Katamaran sicher in die Zukunft zu steuern.





