Merseburg. Der Strukturwandel im Mitteldeutschen Chemiedreieck ist längst auch in Merseburg und im Saalekreis angekommen. Neue Forschungsprojekte, Investitionen und Kooperationen sollen die Region fit für die Zukunft machen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Center for the Transformation of Chemistry (CTC), das auf dem Campus der Hochschule Merseburg einen neuen Forschungsstandort aufbauen will.
Über die aktuellen Entwicklungen, Perspektiven und Auswirkungen auf die Region können sich Bürgerinnen und Bürger bei einer öffentlichen Veranstaltung informieren. Das CTC lädt am Mittwoch, 12. März 2026, von 17 bis 19 Uhr in die Hochschule Merseburg ein. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erwünscht.
Forschung als Motor des Strukturwandels
Mit dem neuen Standort entsteht in Merseburg ein wichtiger Baustein für den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel der Region. Das CTC ist ein Großforschungszentrum für nachhaltige Chemie und Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, die chemische Industrie grundlegend zu transformieren – hin zu ressourcenschonenden Prozessen, neuen Materialien und innovativen Produktionsmethoden.
Bis 2038 sollen rund 300 Arbeitsplätze in Merseburg entstehen, zusätzlich zu etwa 700 Stellen am Standort Delitzsch. Neben wissenschaftlichen Positionen werden auch Fachkräfte in Technik, Verwaltung und Service gesucht. Gleichzeitig sollen Kooperationen mit regionalen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen gestärkt werden und neue Impulse für Start-ups und Innovationen entstehen.
Informationen aus erster Hand
Die Bürgerveranstaltung findet im Rahmen der landesweiten Strukturwandel-Aktionswochen „Wandel regional spüren“ statt. Ziel ist es, Projekte sichtbar zu machen, die den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Mitteldeutschland voranbringen.
Zum Auftakt sprechen Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Region:
- Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt
- Hartmut Handschak, Landrat des Saalekreises
- Sebastian Müller-Bahr, Oberbürgermeister der Stadt Merseburg
- Prof. Markus Krabbes, Rektor der Hochschule Merseburg
Anschließend geben Prof. Peter Seeberger, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Gründungsdirektor des CTC, sowie Dr. Lenz Fiedler, Head of Data Management, einen Überblick über den aktuellen Stand des Forschungszentrums. Dabei geht es unter anderem um den Aufbau des CTC, die wissenschaftliche Ausrichtung und die Rolle des Standorts Merseburg in der internationalen Forschungslandschaft.
Ein weiterer Programmpunkt widmet sich den geplanten Bauvorhaben auf dem Campus der Hochschule. Lars Reinhold, Leiter Bau- und Projektmanagement, stellt das Konzept für das künftige „Labor der Zukunft“ sowie den aktuellen Planungsstand vor.
Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern
Ab etwa 18 Uhr haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Die Veranstalter möchten damit Transparenz schaffen und die Bevölkerung aktiv in die Entwicklungen rund um das CTC einbeziehen.
Hintergrund der Veranstaltung sind die Strukturwandel-Aktionswochen in Sachsen-Anhalt. Bis zum Jahr 2038 stehen dem Mitteldeutschen Revier rund 4,8 Milliarden Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung, die in Infrastruktur, Innovation und neue Arbeitsplätze investiert werden sollen.
Mit dem CTC entsteht dabei eines der zentralen Zukunftsprojekte für die Region – und eine Chance, die Chemieindustrie nachhaltiger und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu gestalten.
Falk Morgenstern





