(vlnr): Tino Haring, Geschäftsführer Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis mbH; Hartmut Handschak, Landrat Landkreis Saalekreis; Hans-Egbert von Arnim, Leiter der BVVG-iederlassung Sachsen-Anhalt/Thüringen und Mario Knoche, Bodenverwertungs- und -Verwaltungsgesellschaft mbH. Foto: Landkreis Saalekreis

BVVG verkauft rund 16 Hektar für neuen Chemiepark Leuna 3

Die Entwicklung des neuen Chemieparks in Merseburg-Süd schreitet weiter voran. Die für das Projekt zuständige Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis mbH hat dazu im überplanten Gebiet Grundstücke von der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH gekauft.

Beide Parteien schlossen am 20. November 2024 einen notariell beurkundeten Kaufvertrag ab. Insgesamt hat die Kreisentwicklungsgesellschaft rund 16 Hektar erworben, darunter zahlreiche Flurstücke in zentraler Lage im Entwicklungsgebiet. Das Vorhaben wird zu 90 Prozent aus Fördermitteln für den Strukturwandel finanziert.

„Wir sind der BVVG sehr dankbar, dass der Kauf der Grundstücke so reibungslos über die Bühne gegangen ist. Dies ist ein sehr gutes Signal für dieses strategisch wichtige Projekt für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Saalekreises“, sagte Hartmut Handschak, Landrat des Saalekreises. Der Flächenverkauf der BVVG setzt auch ein Signal an die anderen Grundstückseigentümer. Mittlerweile steht die Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis mbH mit allen Eigentümern in konkreten Verhandlungen.

Die Resonanz ist bisher grundsätzlich positiv. „Als BVVG ist es für uns immer ein Anliegen gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um ein so wichtiges Vorhaben mit Flächenbereitstellungen nach Möglichkeit zu fördern. Wir als Niederlassung Sachsen-Anhalt/Thüringen prüfen weitere Lösungen, um die Realisierung des Chemieparks auch weiter zu unterstützen. So erarbeiten wir gemeinsam mit der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt derzeit einen freiwilligen Landtausch zum Ausgleich der Interessen verdrängter Landwirte“, erläuterte Hans-Egbert von Arnim, Leiter der BVVG-Niederlassung Sachsen-Anhalt/Thüringen.

Die Verhandlungen mit der BVVG wurden auch seitens der Landesregierung, insbesondere vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten und von der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, unterstützt. Die Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis mbH als hundertprozentige Tochtergesellschaft des Landkreises entwickelt auf rund 200 Hektar in Merseburg-Süd ein neues Industriegebiet, in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Chemiepark in Leuna.

Ziel ist, dringend benötigte Ansiedlungsfläche für Unternehmen insbesondere aus der Biochemie und Bioökonomie zu schaffen. Die Projektentwicklung läuft seit etwa drei Jahren. Neben dem Grunderwerb wird derzeit intensiv am Bebauungsplan gearbeitet. Dazu liegt seit Juni 2021 der Aufstellungsbeschluss der Stadt Merseburg vor. Im Februar 2023 wurde eine umfangreiche Machbarkeitsstudie zum Projekt abgeschlossen.

Das Vorhaben wird finanziert aus Fördermitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen, mit denen die vom Kohleausstieg betroffenen Städte, Kreise und Gemeinden unterstützt werden. Im Juni 2022 wurde ein vorläufiger Fördermittelbescheid für das Projekt übergeben. Insgesamt soll die Entwicklung des Chemieparks rund 200 Millionen Euro kosten. 180 Millionen Euro werden aus Fördermitteln finanziert.

Landkreis Saalekreis

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