Über 13 Jahre war Dr. Klaus-Peter Kalk als Operativer
Leiter der LEUNA-Harze GmbH am Standort tätig. Foto: Birgit Brockmann

Chemie ist seine Leidenschaft

Dr. Klaus-Peter Kalk – Operativer Leiter der LEUNA-Harze GmbH – verlässt Leuna in den verdienten Unruhestand

Seinen Schreibtisch im Unternehmen hat Dr. Klaus-Peter Kalk schon fast leergeräumt. »Es ist an der Zeit nicht mehr regelmäßig zu pendeln und mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen«, sagt der 70-Jährige, der privat in einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen zu Hause ist. Über 13 Jahre hat er als Operativer Leiter die Geschicke der LEUNA-Harze GmbH mitgelenkt, nun verlässt er den Standort Leuna und gibt den größten Teil seiner Aufgaben an Dr. Matthias Birkner ab.

Es war im Oktober 2010, als der Geschäftsführer der LEUNA-Harze GmbH, Klaus Paur, auf ihn zukam. Er suchte nach einem Berater mit Expertise für die Errichtung der Epichloridanlage in Leuna. Kalk sagte zu, unterschrieb einen Beratervertrag und brachte seinen reichen Erfahrungsschatz, den er sowohl in internationalen Konzernen als auch in mittelständischen Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie gesammelt hatte, ein. Schnell war klar, dass es nicht bei den ursprünglich vereinbarten fünfeinhalb Monaten bleibt. Seine Erfahrungen als Entwicklungschemiker, Supply Chain Manager, Produktions-, Technik-, Personal- und Werkleiter waren unverzichtbar für die LEUNA-Harze GmbH.

Es folgte die Festanstellung als Operativer Leiter. Und die hat sich ausgezahlt, beispielsweise beim Bau der neuen Härteranlage. Hier hatte Kalk die Projektleitung inne und sich um das genehmigungstechnische Verfahren und alles, was dazu gehörte, gekümmert. »Das Projekt wurde im zeitlichen und finanziellen Rahmen umgesetzt. Wir haben sogar mehr bekommen, als im Budget eingeplant war«, berichtet er. Ein beachtlicher Erfolg!

Der Weg zum Traumberuf

Ganz trennen wird Kalk sich nicht von der LEUNA-Harze GmbH – nur kürzertreten, manche Aufgabe im Homeoffice erledigen und dabei dem Unternehmen beratend zur Seite stehen. Insbesondere die Ausbildung liegt ihm besonders am Herzen. »Als Jugendlicher hatte ich das Glück, Vorgesetzte zu haben, die mir die Möglichkeit gaben, mich zu entwickeln und meinen Traumberuf zu verwirklichen. Das hat sich in meinem Kopf festgesetzt«, sagt er. »Wenn ich merke, dass jemand engagiert ist, Pläne und das Potenzial hat, diese Pläne zu verwirklichen, dann helfe ich gerne dabei.«

Kalk, der in Berlin geboren wurde und dort aufgewachsen ist, erinnert sich noch genau, wie sein Interesse an der Chemie geweckt wurde: »Damals war ich zwölf Jahre alt. Wir hatten keinen Fernseher. Ich musste deshalb immer zur Oma gehen, wenn mich etwas interessierte. Eines Tages lief eine Sendung über Vulkanismus, Stromboli und den Schwefelabbau auf der Vulkaninsel. Das fand ich so spannend, dass ich sofort in die Bibliothek gegangen bin und mir mein erstes Chemiebuch ausgeliehen habe.« Nach der Lektüre war für ihn klar, dass er beruflich etwas mit Chemie machen möchte. Aus der Leidenschaft für die Naturwissenschaft wurde eine Berufung.

Am 1. April 1970 startete Kalk ins Berufsleben und begann als Praktikant der Firma Schering AG in der Berliner Müllerstraße, direkt an der Mauer. Damals war er 15 Jahre alt. Er hatte zwei Möglichkeiten, seinen Berufswunsch in die Tat umzusetzen – eine Lehre zum Chemielaborant oder ein Praktikum. »Ich habe die Risiko-Variante gewählt und mich für ein Praktikum entschieden«, erzählt er. Diesen Schritt hat er bis heute nicht bereut, denn die Liebe zur Chemie und sein Wissensdurst waren enorm. So dauerte es nicht lange, bis er das nötige Rüstzeug erworben hatte, um an der neu gegründeten Technischen Fachhochschule sein dreijähriges Ingenieurstudium im Fach Chemie zu absolvieren.

Danach kehrte er als Chemieingenieur zu seinem Praktikumsbetrieb zurück. »Da geht doch noch mehr«, dachte sich der junge Ingenieur und bat seinen Vorgesetzten eineinhalb Jahre später, ihm neben der Arbeit ein Hochschulstudium zu ermöglichen. »Ich war wohl sehr überzeugend«, erinnert sich Kalk, denn er durfte an der Technischen Universität Berlin studieren, hat seinen Hochschulabschluss parallel zur Arbeit als Verfahrensingenieur gemacht und anschließend promoviert. Damit standen ihm alle Wege offen. Im Alter von 30 Jahren war er nicht nur Ingenieur und promovierter Diplom-Chemiker, sondern verfügte über 10-jährige Berufserfahrung.

Seit 54 Jahren ist Dr. Klaus-Peter Kalk nun im Geschäft. »Es war nie langweilig in meinem Leben«, sagt er schmunzelnd, »und ich bin immer noch mit Leidenschaft Chemiker.« Was wird er vermissen, wenn er nicht mehr in Leuna ist? Die Antwort kommt schnell: »Die Kollegen, mit denen ich immer gut zusammengearbeitet habe.«

Birgit Brockmann

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