Merseburg. Mit der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats hat das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum neuen Großforschungszentrum erreicht. Das Gremium tagte am 02. Juli erstmals an der Hochschule Merseburg – einem der künftigen Standorte des CTC. Für die Chemieregion Leuna-Merseburg ist dies ein bedeutendes Signal: Das Forschungszentrum soll künftig entscheidende Impulse für Innovation, Wertschöpfung und den Strukturwandel in Mitteldeutschland setzen.
Der Aufsichtsrat übernimmt als zentrales Steuerungs- und Kontrollgremium der CTC gGmbH eine Schlüsselrolle. Er begleitet die strategische Entwicklung des Forschungszentrums, berät die Geschäftsführung und entscheidet über wesentliche wissenschaftliche, personelle, bauliche und finanzielle Fragen. Vertreterinnen und Vertreter von Bund, den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie aus Wissenschaft und Industrie bringen dabei ihre Erfahrungen in die Entwicklung des Zukunftsprojekts ein.
Den Vorsitz des Gremiums hat Prof. Dr. Veronika von Messling, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, übernommen. Sie betonte, dass mit der ersten Sitzung die Weichen für den weiteren Aufbau des Forschungszentrums gestellt würden. Das Zusammenwirken von Bund, Ländern, Wissenschaft und Industrie schaffe die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des CTC.
Für Sachsen-Anhalt gehören Wissenschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch und Finanzstaatssekretär Rüdiger Malter dem Aufsichtsrat an. Wünsch hob insbesondere den Tagungsort hervor: Die erste Sitzung in Merseburg unterstreiche die Bedeutung des Standorts. Wissenschaftliche Exzellenz, akademische Ausbildung und das industrielle Erbe der Region bildeten gemeinsam ein starkes Fundament für die Zukunft.
Auch Sachsen entsendet mit Wissenschaftsstaatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann und Finanzstaatssekretär Sebastian Hecht zwei Vertreter in das Gremium. Graßmann bezeichnete das CTC als Motor für die gesamte mitteldeutsche Region, der wissenschaftliche Spitzenforschung und wirtschaftliche Entwicklung gleichermaßen voranbringen werde.
Für die Region Leuna-Merseburg besitzt das CTC besondere Bedeutung. Das Forschungszentrum soll die Transformation der chemischen Industrie hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft vorantreiben und gleichzeitig neue Arbeitsplätze sowie hochqualifizierte Fachkräfte in die traditionsreiche Chemieregion bringen. Bis 2038 sollen bis zu 1.000 Beschäftigte an den Standorten Merseburg und Delitzsch tätig sein.
Die wissenschaftliche Leitung sieht in der Aufnahme der Aufsichtsratsarbeit einen wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung. Wissenschaftlicher Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. h.c. Peter H. Seeberger betonte, das hochkarätig besetzte Gremium werde die wissenschaftliche Mission des CTC strategisch begleiten. Ziel sei es, Spitzenforschung mit konkreten Anwendungen für Industrie und Gesellschaft zu verbinden.
Das Center for the Transformation of Chemistry wurde 2025 als gemeinnützige GmbH gegründet. Es ist das erste deutsche Großforschungszentrum, das sich vollständig der Kreislaufwirtschaft in der Chemie widmet. Zu den geplanten Forschungsprojekten gehören unter anderem ein vollständig recycelbares Automobil sowie ein autonom arbeitendes Labor. Finanziert wird das CTC gemeinsam vom Bund sowie den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mit seinem Aufbau entwickelt sich das Forschungszentrum zu einem der wichtigsten Zukunftsprojekte für den Strukturwandel und die Innovationskraft der mitteldeutschen Chemieregion.
Gunnar Redmer





