Buchvorstellung mit Dr. Rainer Karlsch beleuchtet die Treuhandära
Leuna, 11. Juni 2025 – Das cCe Kulturhaus Leuna wird zum Ort historischer Reflexion: Dr. Rainer Karlsch stellt sein neues Buch „Das Chemie-Dreieck bleibt!“ vor. Eingebettet in die Veranstaltungsreihe Studien zur Geschichte der Treuhandanstalt, bietet der Vortrag einen tiefgehenden Einblick in die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen der Nachwendezeit – eine Ära, die bis heute polarisiert.
Wann: 11. Juni 2025, 17:00 – 18:00 Uhr
Wo: cCe Kulturhaus Leuna

Kampf um die ostdeutsche Großchemie
Im Zentrum des Buches steht das sogenannte mitteldeutsche Chemiedreieck – eine Industrieregion, deren Zukunft nach dem Mauerfall 1990 auf der Kippe stand. Der massive Strukturwandel, der Verkauf ehemals volkseigener, teils hochmoderner Chemiewerke und massive Proteste der Belegschaften zeichneten ein turbulentes Bild. Erst ein Strategiewechsel der Treuhandanstalt lenkte die Entwicklung in neue Bahnen.
Dr. Karlsch, renommierter Wirtschaftshistoriker, zeigt faktenreich auf, wie dieser Wandel nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich tiefe Spuren hinterließ. Besonders brisant: Die Altlastensanierung und technische Modernisierung des Gebiets entwickelten sich zu den teuersten und langwierigsten Projekten der Nachwendezeit. Über ein Jahrzehnt zogen sich diese Maßnahmen hin – begleitet von öffentlichem Misstrauen, politischen Kontroversen und betrieblicher Unsicherheit.
Einblicke in eine umstrittene Phase
Karlsch‘ Vortrag verspricht eine kritische Auseinandersetzung mit einem der meistdiskutierten Kapitel der deutschen Einigungsgeschichte. Mit einem wissenschaftlich fundierten, zugleich zugänglichen Stil schafft er es, historische Zusammenhänge greifbar zu machen – inklusive überraschender Einblicke, die die gängige Erzählung in Frage stellen.
Die Veranstaltung wird gemeinschaftlich vom Förderverein Kulturhaus Leuna e.V. und dem Landesbüro Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber möglich per E-Mail an info.magdeburg@fes.de oder über die Website der Friedrich Ebert Stiftung.
Falk Morgenstern





