Mit großem Interesse und lebendigem Austausch wurde am Donnerstag, dem 25. September 2025, die Ausstellung „Das ist die Turbulenz“ im Foyer des Hauptgebäudes der Hochschule Merseburg eröffnet. Der Ausstellungspfad widmet sich den Ingenieur- und Naturwissenschaften und markiert zugleich das 70-jährige Jubiläum des Campus.
Kunst trifft Wissenschaft
Die Schau bewegt sich an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Wissenschaftsvermittlung. Ausgangspunkt war ein einjähriger Prozess künstlerischer Forschung („Artistic Research“) des Künstlers Emanuel Mathias. In enger Zusammenarbeit mit Lehrenden und Alumni des Fachbereichs Ingenieur- und Naturwissenschaften untersuchte er Arbeits- und Erkenntnisprozesse, Rituale und Gesten wissenschaftlicher Praxis.
Dabei reflektierte Mathias nicht nur aktuelle Forschungsfelder, sondern auch die historische Dimension der Hochschule sowie ihre enge Verbindung zum regionalen Chemie- und Industriestandort Leuna. Seine künstlerische Recherche umfasste Interviews, Hospitationen in Lehrveranstaltungen, Kolloquien sowie Exkursionen in die vom Strukturwandel geprägte Industrieregion Mitteldeutschland.



Von Recycling bis Regionalgeschichte
Besonderes Augenmerk erhielt das Forschungsprojekt „pool-in-loop“, das an einer energieeffizienten Methode des chemischen Recyclings arbeitet. Durch die Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst entstand ein interdisziplinärer Dialog, der sich nun in Fotografien, Installationen, historischen und wissenschaftlichen Objekten sowie multimedialen Arbeiten widerspiegelt.
Die Ausstellung zeigt, wie sehr sich die Hochschule Merseburg als Raum des Wissenstransfers und als Akteurin der Region versteht. Gleichzeitig wird ihre Geschichte in den Blick genommen: von der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg (1954–1993) bis zur heutigen Hochschule Merseburg.
Ausstellung als Denkraum
„Das ist die Turbulenz“ lädt Besucherinnen und Besucher ein, Wissenschaft nicht nur als abstraktes Konzept zu begreifen, sondern als lebendige Praxis mit Gesten, Ritualen und sozialen Bezügen. Die Ausstellung versteht sich als Denkraum und sozialer Ort – ein Forum für Diskussion, Austausch und neue Perspektiven auf das Selbstverständnis der Hochschule.
Laufzeit und Besuch
Die Ausstellung ist bis 31. August 2027 in der Hochschule Merseburg zu sehen (Hauptgebäude D, Foyer 3. OG, Eberhard-Leibnitz-Straße 2, 06217 Merseburg). Der Eintritt ist kostenfrei.
Falk Morgenstern





