– und doch gehört sie weiterhin zum europäischen Alltag.
In der Nacht auf Sonntag, den 29. März 2026, ist es wieder so weit: Um 2 Uhr werden die Uhren auf 3 Uhr vorgestellt. Die Folge: eine Stunde weniger Schlaf, aber dafür spürbar längere Abende.
Seit Jahrzehnten folgt die Umstellung einem festen Rhythmus. Immer am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit, die ursprünglich dazu dienen sollte, Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Doch genau dieser Zweck steht inzwischen zunehmend infrage. Studien legen nahe, dass die erhofften Einsparungen gering sind – gleichzeitig berichten viele Menschen von Schlafproblemen und körperlicher Belastung in den Tagen nach der Umstellung.
Die Kritik an der Zeitumstellung ist daher nicht neu. Bereits 2018 hatte eine EU-weite Umfrage eine klare Mehrheit für ihre Abschaffung ergeben, ein Jahr später stimmte auch das Europäische Parlament dafür. Trotzdem bleibt alles beim Alten. Der Grund: Die Mitgliedstaaten konnten sich bislang nicht darauf einigen, ob künftig dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten soll. Ohne eine gemeinsame Lösung drohen unterschiedliche Zeitregelungen innerhalb Europas – mit möglichen Folgen für Wirtschaft, Verkehr und Alltag.
So ist die Zeitumstellung längst zu einem politischen Dauerbrenner geworden, dessen Ende zwar immer wieder angekündigt, aber nie umgesetzt wird. Neue Bewegung könnte frühestens wieder in die Debatte kommen: Die EU-Kommission arbeitet derzeit an weiteren Untersuchungen zu den Auswirkungen einer Abschaffung. Ergebnisse werden jedoch erst gegen Ende des Jahres 2026 erwartet.
Bis dahin gilt weiterhin die alte Regel: Im Frühjahr werden die Uhren vorgestellt, im Herbst wieder zurück. Für viele bleibt die Hoffnung, dass dieser halbjährliche Eingriff in den Alltag irgendwann der Vergangenheit angehört. Bis es so weit ist, heißt es jedoch auch in diesem Jahr: eine Stunde weniger Schlaf – und die Gewissheit, dass die Diskussion um die Zeitumstellung noch lange nicht beendet ist.
Falk Morgenstern





