André Zschuckelt, Geschäftsführer SEWIG Burgenlandkreis GmbH, Nico Koch, Pflegedirektor Asklepios Klinik Weißenfels und Leiter der AG Pflege und Gesundheit, Mitteldeutsches Netzwerk für Gesundheit e.V., Michael Schwarze, AOK-Pressereferent und Vorstandsvorsitzender Mitteldeutsches Netzwerk für Gesundheit e.V. und Vors. Wirtschaftsbeirat Burgenlandkreis, Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Andreas Fuchs, Geschäftsführer Seniorenhilfe Zeitz, Vorstandsmitglied und Mitglied er AG Pflege und Gesundheit, Mitteldeutsches Netzwerk für Gesundheit e.V., Stephanie Schreinert, zentrale Ausbildungsbeauftragte Asklepios Klinik Weißenfels und Leiter der AG Pflege und Gesundheit, Mitteldeutsches Netzwerk für Gesundheit e.V., Foto: SEWIG BLK mbH

Digitalisierung als Schlüssel für Gesundheitsversorgung und Pflege

140 Millionen Euro für Forschungsprojekt in Strukturwandelregion Mitteldeutsches Revier

Die Strukturwandelregion Mitteldeutsches Revier in Sachsen-Anhalt soll Modellregion für eine zukunftsweisende Gesundheitsversorgung werden. Mit der „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) wird ein entscheidender Zugang in eine hochwertige medizinische Versorgung geschaffen. Das Forschungsprojekt unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Patrick Jahn von der Universitätsmedizin Halle wird bis 2033 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 140 Millionen Euro unterstützt.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne betont im Rahmen der heutigen Auftaktveranstaltung in Bitterfeld die Bedeutung der TPG: „In der Strukturwandelregion entsteht ein Leuchtturm für die digitale Transformation der Pflege und Gesundheitsversorgung, dessen Ziel in der Verbesserung der regionalen Gesundheitsversorgung und der Entlastung der pflegenden Angehörigen besteht. Diese Investition in die Zukunft entwickelt unter anderem digitale Lösungen zur Bewahrung der Selbstständigkeit im Alter und trägt dazu bei, frühe Pflegebedürftigkeit zu verhindern. In enger Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft wandelt sich das mitteldeutsche Kohlerevier in eine Innovationsregion für digital unterstützte Gesundheitsversorgung und Pflege.“

Dr. Karl Eugen Huthmacher, Staatssekretär im BMBF: „Die TPG ist ein tolles Beispiel für eine erfolgreiche Strukturtransformation auf dem Gebiet der digitalen Gesundheitsversorgung. Die neuen innovativen Ansätze und Technologien wie KI-gestützte Systeme und assistierende Pflegeroboter kommen direkt bei den Menschen vor Ort an. Sie verbessern die Pflege und entlasten pflegende Angehörige. Und sie sorgen für langfristige, verlässliche Versorgungssicherheit.“

Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär für Strukturwandel Sachsen-Anhalts, ergänzt: „Innovationen sind der Schlüssel für unseren gemeinsamen Erfolg. Im Rahmen des TPG-Vorhabens wird erstmalig in Deutschland ein interdisziplinäres Innovationsökosystem im Bereich Digital Health etabliert, ein Projekt, das Unterstützungssysteme ‚Made in Germany‘ entlang der Versorgungskette entwickelt und in die Praxis transferiert. Ich freue mich, dass mit der TPG der Grundstein für die Zukunft in der Pflege gelegt wird – eine Investition, die gemeinsam mit dem Revier im Süden des Landes entwickelt wurde.“

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann: „Hinter dem Kürzel TPG verbirgt sich ein Leuchtturmprojekt der Strukturwandelregion, das zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Einerseits stellen sich Gesundheitsversorgung und Pflege für die Menschen im Mitteldeutschen Revier zukunftssicher auf, andererseits bieten innovative digitale Anwendungen auch enorme Wachstumspotenziale für heimische Unternehmen. Erfolgsrezept unter Leitung der Unimedizin Halle soll dabei die enge Zusammenarbeit von Pflege und Medizin mit IT, Ingenieurwissenschaft und Kreativwirtschaft werden. Hier zeigt sich, in welcher Breite Wissenschaft in Sachsen-Anhalt praktische Zukunftsprojekte begleiten und vorantreiben kann.“

Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, betont: „Mit der TPG ist es dem Team um Prof. Dr. Patrick Jahn gelungen, das bislang größte Forschungsprojekt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und eines der größten im Bereich der Versorgungsforschung in Deutschland einzuwerben. Es stärkt nicht nur unseren Forschungsschwerpunkt Epidemiologie und Pflegeforschung und erhöht signifikant dessen Sichtbarkeit, sondern hat Strahlkraft in sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens im südlichen Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.“

Prof. Dr. Patrick Jahn erläutert: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Förderung des Bundes und des Landes dieses wichtige Projekt umsetzen können. Mit der TPG entwickeln wir das südliche Sachsen-Anhalt zu einer Innovationsregion, die den Strukturwandel mit wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Innovationen im Bereich Digital Health gestaltet. Wir möchten erreichen, dass im Zusammenspiel mit der Wissenschaft die Innovationsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft gefördert wird und sich im Bewusstsein der Menschen ein Wandel von der Problem- zur Modellregion vollzieht.“

Digitalisierung als Antwort auf den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird voraussichtlich auf mehr als 12 Millionen bis 2050 ansteigen. Bis 2035 wird eine Versorgungslücke von mehr als 500.000 Pflegekräften erwartet. In Sachsen-Anhalt ist der Anteil der über 65-Jährigen mit bis zu 32 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (21 Prozent). Die Digitalisierung bietet Lösungen, um die Versorgungsqualität zu verbessern.

Regionale Verankerung – Globale Strahlkraft

Die TPG ermöglicht Forschungs- und Entwicklungsprojekte und fördert die Gründung und Ansiedelung innovativer Start-Ups sowie zusätzlicher Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachkräfte im Bereich Digital Health in den Landkreisen des südlichen Sachsen-Anhalts und in der Stadt Halle (Saale). In jedem der beteiligten Landkreise wird ein spezifischer Schwerpunkt verfolgt:

  • Anhalt-Bitterfeld: Personalisierte Pflege | Internet-of-Care-Things (IoCT)
  • Burgenlandkreis: XR-Metaverse Pflege
  • Halle & Saalekreis: Digitale assistive Technologien & Robotik
  • Mansfeld-Südharz: Telepflege.

Im Rahmen der bis zu neunjährigen Laufzeit der TPG sollen etwa 85 Projekte in folgenden Forschungsfeldern durchgeführt werden:

  • Erhalt von Autonomie und Prävention von Pflegebedürftigkeit
  • Intersektorale Versorgungsmodelle
  • Teilhabeförderung und Automatisierung
  • KI-unterstützte Entscheidungshilfen
  • Digital-Health-Education

Bewährte Strukturen weiterentwickeln

Die TPG profitiert von den Erfahrungen des ebenfalls vom BMBF geförderten und von Prof. Dr. Jahn geleiteten „WIR!“-Bündnisses „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung“ (TDG). Seit 2019 setzt die TDG innovative Projekte – von Medikamentendrohnen über robotergestützte Dialyseanwendungen bis hin zu VR-gestützter Pflegeausbildung – um. Für das mehr als 100 Akteure umfassende Bündnis stellt die TPG eine nachhaltige Anschlussperspektive dar.

Weitere Informationen

Eine Kurzvorstellung der ersten acht Startprojekte finden Sie unter www.interaktive-technologien.de/foerderung/tpg sowie https://tpg-health.de/.

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