Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren in Leuna über die Zukunft synthetischer Kraftstoffe
Leuna. Mit dem ENERGIEFORUM Sachsen-Anhalt „PtX – Industrie. Innovation. Zukunft.“ hat die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) am 15. Juni 2026 ein deutliches Zeichen für die industrielle Energiewende gesetzt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie kamen in Leuna zusammen, um über die Chancen und Herausforderungen von Power-to-X-Technologien (PtX) für eine klimaneutrale Zukunft zu beraten.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Technologieplattform Power-to-Liquid (TPP) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die derzeit im Chemiepark Leuna aufgebaut wird. Die Anlage soll erstmals die komplette Wertschöpfungskette zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe im industriellen Maßstab abbilden – von der Erzeugung grünen Wasserstoffs über die Nutzung von Kohlendioxid bis hin zur Kraftstoffsynthese.




Die hohe Bedeutung des Themas spiegelte sich auch in der Besetzung der Veranstaltung wider. Zu den Referenten und Diskussionsteilnehmern gehörten unter anderem Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Sachsen-Anhalts Energiestaatssekretär Thomas Wünsch sowie Vertreterinnen und Vertreter des DLR und führender Unternehmen der Energie- und Chemiewirtschaft.
„Während andere noch reden, gestaltet Sachsen-Anhalt die Energiezukunft“, betonte Energiestaatssekretär Thomas Wünsch. Projekte wie der Energiepark Bad Lauchstädt mit seinem Fokus auf grünen Wasserstoff und die neue DLR-Technologieplattform für strombasierten synthetischen Kraftstoff seien wichtige Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität in Verkehr und Industrie.
In Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen standen insbesondere die Skalierung von PtX-Technologien, die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in industrielle Anwendungen sowie die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markthochlauf synthetischer Kraftstoffe im Fokus. Die Technologieplattform in Leuna wurde dabei als Vorhaben mit nationaler und europäischer Strahlkraft hervorgehoben.
Darüber hinaus wurde die besondere Rolle des Chemiestandortes Leuna für die industrielle Transformation deutlich. Die Kombination aus leistungsfähiger Infrastruktur, wissenschaftlicher Expertise und industrieller Produktion schafft nach Ansicht der Fachleute ideale Voraussetzungen für neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten rund um Wasserstoff und CO₂. Damit könne die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland langfristig gestärkt werden.
Zum Abschluss des ENERGIEFORUMS erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung über das Gelände der Technologieplattform Einblicke in den aktuellen Baufortschritt sowie die geplante Produktion synthetischer Kraftstoffe.
Hintergrund
Das ENERGIEFORUM Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Plattform für den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung etabliert. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, zentrale Akteure der Energiewende zu vernetzen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsam Lösungen für die Transformation des Energiesystems zu entwickeln.
Gunnar Redmer





