Michael Schellhardt Foto: Steffen Wilbrandt

Entwicklung zum smarten Dienstleister

Das Iqony-Raffinerie-Kraftwerk und die STEAG-Tradition am Standort

Energie ist ihr Geschäft. Das beherrscht die Mannschaft des heutigen Iqony-Raffinerie-Kraftwerks am Leunaer Chemiestandort aus dem Effeff. Seit 27 Jahren versorgt sie die TotalEnergies-Raffinerie zuverlässig mit Strom, Prozessdampf, Druckluft sowie mit Prozess-, Speise und Kühlwasser. Und deren Energiehunger ist enorm. Dabei leben Kraftwerk und Raffinerie quasi in schöner Symbiose: In der gewaltigen Anlage werden die Rückstände der Raffinerieproduktion umgewandelt.

Die so gewonnene Energie fließt wieder zurück in den dortigen Produktionsprozess, in dem Kraftstoffe, Methanol und andere chemische Spezialprodukte hergestellt werden. Ein Kreislauf, der 365 Tage im Jahr ununterbrochen läuft. Das Kraftwerk wurde Mitte der 90er Jahre im südlichsten Teil der einstigen Leuna-Werke durch die STEAG AG errichtet – ein Unternehmen mit großem Namen und langer Tradition.

Die 1937 im Ruhrgebiet gegründete Steinkohlen-Elektrizitäts AG (STEAG) ist als der heute fünftgrößte Stromerzeuger Deutschlands national und international gefragt, wenn es um Lösungen für effiziente, sichere und umweltfreundliche Energieerzeugung geht. Anfang 2023 erfolgte dann eine Neuaufstellung, wobei am Standort Leuna seither die Iqony agiert. Diese wurde speziell für die Bereiche Nachhaltigkeit und Wachstum gegründet.

»Wir wollen die Transformation mitgestalten«, fasst Michael Schellhardt, seit 2020 Leiter des Raffinerie-Kraftwerks in Leuna, zusammen. »Auf dieser Tradition basiert unser Know-how. Die heutige Iqony ist auch auf Gebieten von thermischer Abfallbehandlung über komplexe Energieerzeugungsanlagen bis hin zu Grünen Energieprojekten wie zum Beispiel Power to X unterwegs – Bereiche, die Entwicklung zum smarten Dienstleister uns herausfordern, wir aber auch die Chancen sehen unser Know-how einzubringen, um unseren Beitrag zu leisten.«

Mit komplexen und innovativen Lösungen möchte das Unternehmen nun seine 1989 begonnene Tradition am Standort Leuna fortschreiben. Dazu gehört auch die Verbesserung des Carbon Footprints, letztlich durch klimaneutrale Energie. »Wir entwickeln uns zu einem smarten Dienstleister, stellen uns den dringenden Fragen der Zeit«, so Schellhardt. Wirft man einen Blick zurück, erkennt man unschwer, dass da schon ein großes Stück des eigenen Wegs zurückgelegt wurde: Seit 1990 sind nach eigenen Angaben die Treibhausgasemissionen von STEAG und Iqony in Deutschland um rund 85 Prozent zurückgegangen.

Die Nachwende-Geschichte der STEAG in Leuna indes begann mit der Modernisierung des damaligen Industriekraftwerks Nord sowie dem Bau und dem Betrieb der so genannten GuD 1-Anlage. 1993, als man für die entstehende Raffinerie einen potenten Energielieferer suchte, stieg die STEAG ein – gründete die Raffinerie-Kraftwerks-Betriebs GmbH und die Raffinerie-Kraftwerk-Sachsen-Anhalt GmbH, heute beide Iqony Tochtergesellschaften, plante, baute und betreibt seit 1996 das Kraftwerk.

Mit einer Mannschaft von 96 Mitarbeitern. Hochmotivierten Mitarbeitern, wie Prokuristin Anne Lindner hinzusetzt. Für sie wie für Michael Schellhardt sei es schön zu sehen, wie das Team funktioniert. »Die Fluktuation ist sehr gering. Von einigen Mitarbeitern sind schon die Kinder bei uns beschäftigt. Das zeigt unsere Unternehmenstradition.«

Christine Färber

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