Merseburg. Unter dem Motto „Ein Blick hinter die Kulissen der Wissenschaft“ öffnete die Hochschule Merseburg am 13. November 2025 ihre Türen für die diesjährige Nacht der Forschung – und zog damit zahlreiche Gäste an, die einen Abend lang in aktuelle Projekte, Labore und wissenschaftliche Denkprozesse eintauchen wollten.
Forschung hautnah: Von digitaler Pflege bis nachhaltiger Chemie
Das bunte Programm bot für alle Generationen etwas: Forschende präsentierten ihre Projekte, Studierende öffneten Labore und Besucher*innen konnten Wissenschaft im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“.
Im Format „Aktuelles aus der Forschung“ standen Themen im Fokus, die für Gegenwart und Zukunft gleichermaßen relevant sind. Besonders viel Interesse weckte das Projekt „MakeEduLABs: Pflege digital gestalten“, das innovative digitale Anwendungen für Pflegekräfte und Auszubildende entwickelt. Ziel ist es, Arbeitsprozesse zu entlasten und Versorgungsabläufe transparenter und effizienter zu gestalten.
Auch Nachhaltigkeit spielte eine zentrale Rolle. Das Vorhaben „Ersatz von Erdöl- und Palmölchemie in unserem Alltag“ zeigte, wie aus Lebensmittelresten neue chemische Grundstoffe entstehen können – ein vielversprechender Ansatz für eine ressourcenschonende Zukunft. Gesellschaftlich-kulturelle Aspekte ergänzten das Programm, etwa im Beitrag „Kitsch Genuss, ein Guilty Pleasure?“, der sich kritisch mit ästhetischen Werturteilen und Konsumkultur auseinandersetzte.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht: Wissenschaft interaktiv
Im Bereich „Wissenschaft interaktiv“ wurden Besucher*innen selbst zu Forschenden. Besonders beeindruckte die Führung durch das Labor des Projekts „Pool-in-Loop“, in dem ein chemisches Recyclingverfahren für Kunststoffabfälle weiterentwickelt wird. Der Ansatz zielt darauf ab, Kohlenstoffkreisläufe zu schließen und Kunststoffrecycling auf ein neues technologisches Level zu heben.
Auch Angebote rund um Künstliche Intelligenz stießen auf große Resonanz – ein Zeichen dafür, wie stark digitale Technologien den Forschungsalltag und gesellschaftliche Debatten prägen.
Strahlende Höhepunkte: Die Verleihung der Forschungspreise 2025
Ein emotionaler und fachlicher Höhepunkt des Abends war die Vergabe der Forschungspreise. Studierende, Promovierende und Mitarbeitende stellten ihre Projekte in kurzen Pitches vor – präzise, verständlich und mitreißend. Anschließend entschied das Publikum in einer Live-Abstimmung über die Preisträger*innen.
Kategorie Studierende
- 1. Platz: Duc Viet Dao – „Konzeption und Realisierung einer Versuchsplattform zur Lasermikrostrukturierung von Kunststoffen“
- 2. Platz: Niclas Buschner – „Transformation der Chemieindustrie: Analyse infrastruktureller Voraussetzungen und Planung eines Reallabors als innovative Testfläche für Grüne Chemie“
- 2. Platz: Udo Scheinpflug – „HIV und Alter(n). Eine qualitative Studie zum Leben mit HIV im Alter und den Implikationen für die Aidshilfearbeit in Deutschland“
Kategorie Promovierende
- Eva Kubitza – „KI als Unterstützung in professionellen Reflexionsprozessen: Perspektiven von Beratungsfachkräften auf die Rolle und das Potenzial von ChatGPT in der Schwangerschaftskonfliktberatung“
Kategorie Mitarbeitende
- Erik Theuerkauf – „Subjektgeschichten – Möglichkeitsräume – Kartographien. Problematisierungen des Zeitregimes Hilfeplan“
Ein Abend des Austauschs und der Begeisterung
Was diesen Abend besonders machte, war die spürbare Nähe zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. „Forschende, Studierende und Gäste kamen ins Gespräch und zeigten, wie vielfältig und lebendig Wissenschaft an unserer Hochschule ist“, betonte Prof. Dr. Doreén Pick, Prorektorin für Forschung, Wissenstransfer und Existenzgründung.
Die Nacht der Forschung 2025 machte deutlich, wie offen, dialogbereit und zukunftsorientiert die Hochschule Merseburg arbeitet – und wie inspirierend es sein kann, Wissenschaft aus nächster Nähe zu erleben.
Falk Morgenstern





