Jรผrgen Kniewel, Servicemitarbeiter im Fachbereich Telekommunikation der InfraLeuna GmbH, an einem LWL-Schrank mit IP-รœbertragungstechniken. Foto: Birgit Brockmann

Es muss immer funktionieren

Ein Blick auf die Infrastrukturleistungen und -dienste der InfraLeuna GmbH am Chemiestandort

Ob Telefonkonferenzen mit globalen Geschรคftspartnern, Teams-Meetings oder Livestreams zu Kongressen โ€“ die Telekommunikation hat sich in den letzten Jahren rasant verรคndert und bietet viele neue Mรถglichkeiten, die aus dem Tagesgeschรคft der Unternehmen nicht mehr wegzudenken sind. Am Chemiestandort Leuna sorgt die Betreibergesellschaft InfraLeuna GmbH mit der Bereitstellung ihrer Infrastrukturdienstleistungen und -dienste dafรผr, dass dies alles reibungslos funktioniert.

Mitte April hatte ich Gelegenheit, mich im Fachbereich (FB) Telekommunikation der InfraLeuna umzusehen und mit dem Fachbereichsleiter Peter Portius ins Gesprรคch zu kommen. ยปWir mรผssen stรคndig neu dazu lernenยซ, sagt er. ยปEs gilt, die Infrastrukturen stetig strategisch anzupassen, das heiรŸt auch zukรผnftig wichtige und essentielle Anforderungen bereits weit vorausschauend zu planen und zu entwickeln.ยซ Peter Portius weiรŸ, wovon er spricht. Seit 40 Jahren ist er auf dem Gebiet der Telekommunikation tรคtig. Nach der Lehre in den Leuna-Werken, dem Studium und der Armeezeit kam er 1984 zurรผck nach Leuna und hat dieses Ressort รผber all die Jahre mitbegleitet und -gestaltet.

ยปDamals, Mitte der 80er Jahre, gab es noch Telefonist:innen, die per Handvermittlung mit Klinkensteckern gearbeitet und manuell die Verbindung zum gewรผnschten Gesprรคchspartner im Ausland hergestellt haben. Die Telekommunikationsanlage bestand aus mechanischen Hebdrehwรคhlern, die teilweise eine Lautstรคrke von รผber 90 dB verursachtenยซ, erinnert sich Peter Portius. Ein Szenario, das heute gar nicht mehr denkbar ist. รœber 10.000 Rufnummern verwaltet sein Fachbereich. Er gewรคhrt mir einen Blick auf die modernen Schaltschrรคnke, und ich komme in Anbetracht der zahlreichen Steckverbindungen und bunten Kabel ins Staunen. Was fรผr mich als Laien sehr komplex und kompliziert erscheint, gehรถrt im FB Telekommunikation zum Arbeitsalltag und sorgt am Standort fรผr eine stabile Bereitstellung der Infrastrukturleistungen.

Internetdienste und IP-รœbertragungswege gehรถren ebenso zum Leistungsspektrum. Der Bereich Telekommunikation/Organisation/IT betreibt mehr als 60 Server in seinem Datacenter und verfรผgt รผber eine eigene Mailservertechnik. Die InfraLeuna ist bei der Bundesnetzagentur als Betreiber eines รถffentlichen Telekommunikationsnetzes und Anbieter fรผr รถffentlich zugรคngliche Telekommunikationsdienste sowie als LIR (Local Internet Registry) beim RIPE (Europรคisches Vergabezentrum fรผr IPโ€“Adressen und AS-Nummern) registriert. รœbertragungsmedien wie Glasfaser (LWL)- und Nachrichtenkabel sowie Funktechniken (IP und TETRA) haben bei der InfraLeuna einen wichtigen Stellenwert, erfahre ich von Peter Portius, der dort seit nunmehr fast 12 Jahren den Fachbereich Telekommunikation leitet. ยปรœber beide Medien, die an leistungsfรคhige Netzwerktechniken angeschaltet sind, verlรคuft der IP- und Internetverkehrยซ, berichtet er. ยปDie Digitalisierung durchdringt heute alle Lebensbereiche privat oder im Businessalltag.

Die Verfรผgbarkeit von Breitband, also โ€šschnelles Internetโ€˜, ist deshalb zu einem entscheidenden Standortfaktor geworden.ยซ Aktuell betreibt der FB Telekommunikation ein Lichtwellenleiter (LWL)-Kabelnetz mit ca. 450 LWL-Kabeln. In den letzten zehn Jahren wurde in ca. 160 Kabel mit einer Lรคnge von insgesamt 57 km investiert. Die Investitionen waren fรผr die Bereitstellung der IT- und TK-Dienste von grundlegender Bedeutung. Alle Kunden am Chemiestandort und die InfraLeuna selbst nutzen diese fรผr ihren Bedarf, z. B. fรผr Internetdienste oder Datenfestverbindungen am Chemiestandort und nach extern, also deutschland-, europa- und auch weltweit.

LWLโ€“Kabel sind auch die Basis fรผr die Verkehrsinfrastruktur eines leistungsfรคhigen Netzes fรผr Datenรผbertragung mit sehr hohen รœbertragungsraten, so genannten IP-Backbones, am Chemiestandort. Aktuell wird ein IP-Backbone mit einer Kapazitรคt von 80 Gbit/s vom Werkteil I nach Werkteil II in georedundanter Anschaltung, das heiรŸt รผber mehrere, zentrale Standorte, betrieben. ยปDer Anspruch an die Systemsicherheit und -verfรผgbarkeit hat in den letzten Jahren eine sehr hohe Bedeutung erlangtยซ, weiรŸ Peter Portius. ยปAuch bei Ausfall von Techniken oder Problemen an Kabeln mรผssen die Dienste weiter verfรผgbar sein. Das geht nur รผber Redundanzanschaltung, sprich wegeunabhรคngige Anschaltung zum jeweiligen Zielpunkt beim Endnutzer.ยซ Derzeit gibt es eine 2-Provideranschaltung mit 3 IP-รœbertragungsstrecken in georedundanter Anschaltung zu unterschiedlichen Endpunkten in Frankfurt/Main, Chemnitz und Leipzig.

In der Planung ist eine 3-Provideranschaltung. ยปEine solche Anschaltung verfolgt das Ziel einer hรถchstmรถglichen Verfรผgbarkeit an IP-Traffic, die kaum ein anderer Standort aufweisen kann. Das ist ein Standortvorteil ยซ, so der Fachbereichsleiter Telekommunikation. ยปDie Sicherstellung einer stรถrungsfreien Funktion ist der Anspruch unserer Kunden an uns und natรผrlich auch der an uns selbst. Es muss immer funktionieren.ยซ Und wie behalten er und sein 14-kรถpfiges Team den รœberblick? ยปWir haben ein Monitoringsystem, das uns alle wichtigen systemrelevanten Informationen liefertยซ, erklรคrt er mir. ยปAuch nach Dienstschluss kann der Bereitschaftsdienst, wenn es erforderlich ist, schnell reagieren.ยซ

Im Laufe des Jahres wird es ein Software-Update an der Telekommunikationsanlage geben. ยปDann stehen fรผr die Kunden neue Leistungsmerkmale und Produkte zur Verfรผgung ยซ, informiert Peter Portius. ยปUm all dies umzusetzen, bedarf es eines qualifizierten und engagierten Teams. Unser Team erfรผllt diesen Anspruch.ยซ

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