Die Initiatoren der CCUS-Initiative Ostdeutschland Manja Polednia, House of Transfer, und Jörn-Heinrich Tobaben, Europäische Metropolregion Mitteldeutschland, bei der Auftaktveranstaltung (v.l.n.r.), Foto: Jens Schlüter

Förderung für CO₂-Technologien: Mitteldeutsche Metropolregion treibt CCUS-Ausbau voran

Die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland erhält rund 690.000 Euro Fördermittel aus dem Bundesprogramm STARK, um die CCUS-Initiative Ostdeutschland weiter auszubauen. Ziel des Vorhabens ist es, Ostdeutschland stärker in den bundesweiten Diskurs über Technologien zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid (CCUS) einzubinden und gleichzeitig konkrete Grundlagen für eine zukünftige CO₂-Infrastruktur zu schaffen.

Mit dem Projekt sollen insbesondere industrielle Regionen in Ostdeutschland besser auf den Umgang mit unvermeidbaren CO₂-Emissionen vorbereitet werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Planung einer überregionalen Transportstruktur für abgeschiedenes CO₂. Geplant ist dazu eine Gemeinschaftsstudie mit dem Titel „CO₂-Sammelnetz Ostdeutschland“, die Potenziale, Bedarfe und mögliche Trassen für ein solches Netz untersuchen soll. Perspektivisch könnte eine entsprechende Infrastruktur CO₂ aus verschiedenen Industrieanlagen bündeln und entweder zur Nutzung weiterleiten oder zur dauerhaften Speicherung transportieren.

„Wir freuen uns sehr über die Förderung, mit der wir die Aktivitäten der CCUS-Initiative Ostdeutschland weiter ausbauen können. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und Infrastrukturbetreibern, um konkrete Projekte zur CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung voranzubringen“, erklärt Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.

Schlüsseltechnologie für schwer vermeidbare Emissionen

CCUS-Technologien gelten international als wichtiger Baustein für den Klimaschutz – insbesondere in Industriezweigen, in denen prozessbedingte Emissionen kaum vermeidbar sind. Dazu zählen etwa die Zement-, Kalk- und Chemieindustrie, bei denen CO₂ nicht nur durch Energieverbrauch, sondern direkt durch chemische Produktionsprozesse entsteht.

Während erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen viele Emissionen reduzieren können, bleibt in diesen Branchen ein Rest, der technisch schwer zu vermeiden ist. Hier setzen CCUS-Verfahren an: CO₂ wird direkt an der Quelle abgeschieden, anschließend transportiert und entweder weiterverwendet – etwa für synthetische Kraftstoffe oder chemische Produkte – oder dauerhaft in geologischen Formationen gespeichert.

Deutschland befindet sich derzeit in einer politischen und regulatorischen Phase der Neuorientierung beim Thema CO₂-Speicherung. Lange Zeit war diese Technologie politisch umstritten. Angesichts der ambitionierten Klimaziele und der schwierigen Dekarbonisierung bestimmter Industrien rückt CCUS jedoch zunehmend wieder in den Fokus von Bundesregierung, Industrie und Forschung.

Plattform für Zusammenarbeit in Ostdeutschland

Die CCUS-Initiative Ostdeutschland wurde von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland gemeinsam mit dem House of Transfer des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme IWES ins Leben gerufen. Ziel ist es, Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammenzubringen und den Austausch entlang der gesamten CO₂-Wertschöpfungskette zu fördern.

Die Initiative organisiert Dialogformate, stößt Studien an und macht regionale Potenziale sichtbar. Gerade in Ostdeutschland sehen viele Akteure Chancen, frühzeitig industrielle Netzwerke und Infrastruktur für CO₂-Management aufzubauen. Neben Industrieunternehmen beteiligen sich auch Forschungseinrichtungen sowie potenzielle Infrastrukturbetreiber.

Die Förderung stammt aus dem Bundesprogramm STARK (Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerksstandorten). Das Programm unterstützt Projekte in Regionen, die vom Kohleausstieg betroffen sind, und soll neue wirtschaftliche Perspektiven im Zuge der Energiewende schaffen.

Mit der jetzt bewilligten Förderung will die Metropolregion Mitteldeutschland einen Beitrag dazu leisten, dass Ostdeutschland künftig eine aktive Rolle beim Aufbau einer nationalen CO₂-Management-Infrastruktur spielt. Langfristig könnten entsprechende Netze und Technologien eine wichtige Rolle dabei übernehmen, die Industrie klimaneutral auszurichten und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Falk Morgenstern

Starker Auftakt für die „Zukunftsschmiede Industriekultur“

Starker Auftakt für die „Zukunftsschmiede Industriekultur“

Fördermittelbescheid feierlich in Dessau übergeben Dessau/Bitterfeld-Wolfen. Mit einer feierlichen Übergabe des Fördermittelbescheids ist am Donnerstag in Dessau das Projekt „Zukunftsschmiede Industriekultur: Jugend gestaltet Wandel“ offiziell gestartet. Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, würdigte das Vorhaben als wegweisenden Beitrag für Bildung, Strukturwandel und regionale Entwicklung. Das Projekt zählt zu…

Infotag an der Hochschule Merseburg lädt zum Entdecken ein

Infotag an der Hochschule Merseburg lädt zum Entdecken ein

Merseburg. Wer sich für ein Studium interessiert und noch auf der Suche nach dem passenden Weg ist, erhält am Samstag, 25. April 2026, eine ideale Orientierungsmöglichkeit: Die Hochschule Merseburg öffnet von 10 bis 15 Uhr ihre Türen für Studieninteressierte, Eltern und alle Neugierigen. Der Infotag bietet umfassende Einblicke in das vielfältige Studienangebot der Hochschule. Besucherinnen…

Grüner Markt Leuna: Pflanzen, Musik & mehr für die ganze Familie

Grüner Markt Leuna: Pflanzen, Musik & mehr für die ganze Familie

Am Samstag, den 25.04., verwandelt sich Leuna wieder in einen lebendigen Treffpunkt für alle, die Pflanzen und Blasmusik schätzen. Auf dem Grünen Markt erwarten Sie zwischen 9:00 und 14:00 Uhr regionale Händlerinnen und Händler mit einer großen Auswahl an Pflanzen und Kräutern für Garten und Balkon, dazu Honig aus der Region, Lederwaren und Bekleidung. Einige…

AGROFERT investiert 120 Millionen Euro: Schulze stärkt Chemiestandort Sachsen-Anhalt in Prag

AGROFERT investiert 120 Millionen Euro: Schulze stärkt Chemiestandort Sachsen-Anhalt in Prag

Prag/Wittenberg. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat bei einer Delegationsreise nach Prag erfolgreich für den Industriestandort seines Bundeslandes geworben. Im Mittelpunkt eines Treffens mit der Führung des tschechischen Industriekonzerns AGROFERT stand die Zukunft der Chemieindustrie – mit konkreten Ergebnissen für Sachsen-Anhalt: Der Konzern kündigte zusätzliche Investitionen in Höhe von insgesamt 120 Millionen Euro am Standort Lutherstadt…

124 Millionen Euro für neues Industriegebiet im Burgenlandkreis

124 Millionen Euro für neues Industriegebiet im Burgenlandkreis

Lützen. Im Burgenlandkreis hat Ministerpräsident Sven Schulze einen Förderbescheid über rund 124,4 Millionen Euro für die Entwicklung eines neuen interkommunalen Industrie- und Gewerbegebietes übergeben. Das Projekt „Interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet A9/B91 (IKIG)“ gilt als eines der zentralen Strukturwandelvorhaben der Region. Die Förderung stammt aus Mitteln des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen des Investitionsgesetzes…