14 Auszubildende starten bei der InfraLeuna
Anfang September begrüßten Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH und Personalleiter Raphael Gründel gemeinsam mit dem Betriebsrat insgesamt 14 neue Auszubildende. In sieben Ausbildungsberufen bildet die InfraLeuna junge Fachkräfte aus und sichert damit die Zukunft auch in der Region. – Ein Interview mit Raphael Gründel, Personalleiter bei der InfraLeuna –
Bei der InfraLeuna starten gerade 14 Auszubildende in sieben Ausbildungsberufen durch. Bilden Sie bei der InfraLeuna immer schon so viele junge Fachkräfte aus?
Seit dem ich bei der InfraLeuna arbeite, und das mache ich bereits seit über 16 Jahren, haben wir jedes Jahr durchschnittlich zwischen 10 und 15 Ausbildungsplätze angeboten und besetzen können. Und auch vor meiner Zeit wurde in der InfraLeuna schon ausgebildet.
In welchen Berufen bilden Sie die neuen Auszubildenden aus?
Hier am Chemiestandort gibt es weit über 100 Unternehmen mit rund 15.000 Beschäftigten. Die Unternehmen sollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Alles drum herum kommt von der InfraLeuna. Entsprechend ist auch unser Portfolio groß: vom Thema Sicherheit über die Infrastruktur, Medienversorgung bis hin zu den vielen Dienstleistungsbereichen. Damit können wir auch ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen anbieten. Seit August bilden wir direkt bei uns zwei Auszubildende als Kauffrau für Büromanagement, eine Chemielaborantin, zwei Industriemechaniker, einen Anlagenmechaniker, drei Eisenbahner im Betriebsdienst – Fachrichtung Lokführer und Transport, einen Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung sowie vier Auszubildende zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit aus.
Wie haben Sie die Auszubildenden für sich gewonnen?
Hier gibt es vielfältige Wege. Zum einen informieren wir über unser Intranet und unsere Homepage unsere eigenen Mitarbeiter über unsere Ausbildungsangebote. Sie können die Angebote dann an ihre Kinder, Enkelkinder oder Freunde weitergeben. Zum anderen bieten wir Schüler-Praktika an. Ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten haben natürlich gute Chancen für eine Ausbildung bei uns. Wir annoncieren aber auch klassisch in der Zeitung, in Azubimagazinen oder in Ausbildungsbörsen im Internet. Auch auf den Ausbildungsmessen in der Region im Herbst sind wir unterwegs. Beispielsweise sind wir am 4. November in Merseburg bei der Ausbildungs- und Studienmesse Perspektive. Und schließlich informieren wir auch direkt an den Schulen über unsere Ausbildungsangebote und organisieren eigene Veranstaltungen wie die Nacht der Ausbildung am 10. Oktober 2023, die wir gemeinsam mit Partnern aus der Region durchführen.
Warum entscheiden sich die Auszubildenden für die InfraLeuna?
Einerseits sind schon die Eltern oder Großeltern bei uns beschäftigt und empfehlen unsere Ausbildungsangebote an ihre Kinder oder Kindeskinder weiter. Andererseits sind wir als InfraLeuna ein großes und bekanntes Unternehmen hier in der Region und haben einen guten Ruf. Wir sind gut vernetzt und als guter Arbeitgeber in Leuna und Umgebung bekannt. Auch die Ausbildungsvergütung ist sehr ordentlich.
Gibt es eine Konkurrenz um die Auszubildenden in der Region?
Wir stehen hier im Chemiepark mit vielen anderen Unternehmen in Konkurrenz, die auch ausbilden. So hat die Bildungsakademie Leuna, ein überbetrieblicher Ausbildungspartner, gerade 146 neue Auszubildende begrüßt.
Wie steht es um den Fachkräftemangel in der Region? Ist dieser schon spürbar?
Teils, teils. Einerseits sind wir ein gut etablierter Arbeitgeber in der Region. Aber natürlich gibt es einen Fachkräftemangel. Es kommt ganz stark auf die Position an. Je spezifischer die Position, die wir besetzen wollen, ist, desto schwieriger ist es. Außerdem gibt es Berufsgruppen, die aktuell sehr nachgefragt sind, zum Beispiel Lokführer. Hier ist die Besetzung der freien Stellen eine echte Herausforderung. In den meisten Fällen gelingt es uns, die Stelle zu besetzen, es dauert aber länger.
Bieten Sie den Auszubildenden an, nach der Ausbildung im Unternehmen zu bleiben? Gibt es eine Übernahme bei erfolgreichem Ausbildungsabschluss?
Grundsätzlich bilden wir bei der InfraLeuna für den eigenen Bedarf aus. Aber nicht alle Auszubildenden wollen nach ihrem erfolgreichen Abschluss bei uns bleiben. Und es kommt auch vor, dass die Auslerner unseren Anforderungen und Voraussetzungen leider nicht in ausreichendem Maß entsprechen. Trotzdem gibt es eine Übernahme für mindestens sechs Monate. In den meisten Fällen bleiben unsere Auszubildenden bei uns und bekommen einen unbefristeten Vertrag.
Was macht die InfraLeuna als Arbeitgeber attraktiv?
Der Chemiestandort ist mit seinen guten Arbeitsplätzen insgesamt sehr attraktiv. Die InfraLeuna ist es in besonderem Maße, weil wir so vielfältig sind. Neben guten Entwicklungsmöglichkeiten gibt es auch gute finanzielle Aspekte. Unsere Beschäftigten können sich weiterentwickeln. Bei uns kann nach der Facharbeiterzeit bei Bedarf und Interesse eine Meister- oder Technikerqualifikation gemacht werden. Aber es gibt auch ehemalige Auszubildende, die später ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen. Die Perspektive ist gut.
Haben Sie einen Tipp für interessierte Bewerber/-innen?
Ich würde den Bewerberinnen und Bewerbern empfehlen, im Vorstellungsgespräch so natürlich wie möglich zu sein. Auf keinen Fall sollten sie sich verstellen, das bringt gar nichts.
Wie kommt Ihre Entscheidung für Auszubildende zustande? Sind es allein die Noten?
Wenn es viele Bewerbungen gibt, filtern wir natürlich im Vorfeld: Wie sind die Noten der Bewerberinnen und Bewerber? Hat jemand schon ein Praktikum gemacht? Wie sieht das Anschreiben aus? Aber das Gespräch ist entscheidend. Wer nur durchschnittliche Noten hat, kann trotzdem im Gespräch überzeugen. Bei der Bahn machen wir beispielsweise auch einen Schnuppertag im Unternehmen. Es ist etwas anderes, direkt vor der Lok oder vor dem Kesselwagen zu stehen und über die Ausbildung zu sprechen als ausschließlich in einem Besprechungsraum.
Wo können sich Interessierte näher über die InfraLeuna und ihre Ausbildung informieren?
Auf unserer Internetseite www.infraleuna.de sind alle Ausbildungs- und Stellenangebote veröffentlicht und wie gesagt: Am 4. November sind wir auch vor Ort auf der Ausbildungs- und Studienmesse Perspektive in Merseburg, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Ständehaus Merseburg.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
Andrea Weingart





