Schkopau. Der Wasserdienstleister Gelsenwasser setzt seinen Modernisierungskurs am Chemiestandort Schkopau fort und investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in die Industriekläranlage. Mit den Maßnahmen will das Unternehmen die Infrastruktur modernisieren, die Energieeffizienz steigern und den Standort langfristig stärken.
Ein sichtbares Zeichen der Investitionen ist der Neubau einer modernen Schaltzentrale. Das Gebäude entsteht vollständig in Holzbauweise und wird mit einer Wärmepumpe sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet. Nach Angaben von Gelsenwasser bietet diese Bauweise nicht nur ein angenehmes Raumklima, sondern verursacht im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise nur geringfügig höhere Kosten. Die Inbetriebnahme der neuen Schaltwarte ist für November geplant.
Seit der Übernahme der Industriekläranlage im Jahr 2019 betreibt Gelsenwasser die Anlage eigenständig. Sie übernimmt die Reinigung der Abwässer aus den Industrie- und Chemiebetrieben des ValueParks Schkopau sowie des Abwasserzweckverbandes Merseburg mit den angeschlossenen Kommunen Merseburg, Bad Lauchstädt, Schkopau und Frankleben. Übergangsweise wurde die Anlagensteuerung in einem Container untergebracht, nachdem die bisherige Schaltzentrale nicht mehr genutzt werden konnte.
Neben dem Neubau investiert das Unternehmen schrittweise in die Erneuerung der bestehenden Anlagentechnik. Mehrere Anlagenteile stammen noch aus den 1980er-Jahren und werden nach und nach modernisiert. Bereits abgeschlossen sind Arbeiten an der Vorklärung.
Als nächster großer Bauabschnitt ist die Sanierung des Belebungsbeckens vorgesehen – dem zentralen Bereich der biologischen Abwasserreinigung, in dem Mikroorganismen Schadstoffe abbauen. Geplant sind unter anderem neue Beschichtungen sowie moderne, energieeffiziente Belüftungssysteme. Für dieses Projekt sind Investitionen in Höhe mehrerer Millionen Euro vorgesehen. Die Planungen laufen bereits, der Baustart ist für 2027 vorgesehen.
Mit den umfangreichen Investitionen unterstreicht Gelsenwasser sein langfristiges Engagement für den Industriestandort Schkopau und setzt zugleich auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung der Abwasserinfrastruktur.
Falk Morgenstern





