Lange Abende, gute Laune und kühle Getränke – der Sommer hat viele Vorzüge. Doch die hohen Temperaturen beeinflussen den Arbeitsalltag von Beschäftigten oft negativ. Die AOK Sachsen-Anhalt erklärt, was Arbeitgeber über Gesundheitsrisiken wissen müssen, welchen negativen Einfluss Hitze auf die Leistungsfähigkeit und Produktivität hat und was man am besten dagegen tun kann.
Körperliche Gesundheitsrisiken
Sowohl bei Beschäftigten, die über einen längeren Zeitraum in einer sehr warmen bis heißen Umgebung arbeiten, als auch für Arbeitnehmer, die zum Beispiel schwere luftundurchlässige Schutzkleidung tragen, steigt das Risiko körperlicher Hitzeerkrankungen. Besonders gefährdet sind dabei Personen, die viel im Freien arbeiten.
Bei der klassischen Dehydration verliert der Körper durch Schwitzen mehr Flüssigkeit, als aufgenommen wird. Erste Anzeichen für eine Dehydrierung sind Durst, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und Schwindel. Beim Schwitzen verliert der Körper auch Elektrolyte, was zu Hitzekrämpfen führen kann, die vor allem in stark beanspruchten Körperregionen wie beispielsweise in den Beinen oder im Rücken auftreten. Hier helfen elektrolythaltige Getränke, ein salziger Snack oder kleine normal gesalzene Speisen.
Gefährlich wird es beim sogenannten Hitzschlag. Dieser kann passieren, wenn der Körper zu lange einer heißen Umgebung ausgesetzt und nicht mehr in der Lage ist, seine Temperatur beispielsweise durch Schwitzen selbst zu regulieren. Symptome sind unter anderem Benommenheit, Verwirrung, Bewusstlosigkeit sowie eine heiße, trockene und teils rot gefärbte Haut.
Ein Hitzschlag erfordert umgehend medizinische Hilfe, da er sowohl das Nervensystem als auch die Organe schädigt. Als Sofortmaßnahme sollte die betroffene Person in eine kühle oder klimatisierte Umgebung gebracht und aktiv gekühlt werden – etwa durch Kühlakkus und feuchte Tücher auf Kopf und Nacken. Ist der Betroffene ansprechbar, sollte er ausreichend trinken.
Psychische Gesundheitsrisiken beeinflussen auch Arbeitsqualität und Produktivität
Hitze belastet aber nicht nur den Körper. Nachweislich leidet auch die Psyche unter den steigenden Temperaturen. So können psychische Beschwerden wie Reizbarkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme sowie bestehende Angst- und Depressionssymptome verstärkt werden. Weitere durch Hitze hervorgerufene Faktoren, die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben, sind mitunter Stimmungsveränderungen und eine verringerte Schlafqualität.
Hitze kann so die Arbeitsqualität und Produktivität stark negativ beeinflussen. Denn sie steigert die Müdigkeit der Beschäftigten, vermindert das emotionale Wohlbefinden am Arbeitsplatz, verringert die kognitive und physische Leistungsfähigkeit Ihrer Arbeitnehmer und fördert Unachtsamkeit und steigert das Fehler- und Unfallrisiko am Arbeitsplatz.
Das TOP-Prinzip: So schützen Sie die Gesundheit Ihrer Beschäftigten
Um die Gesundheit, aber auch die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Beschäftigten zu erhalten, können Arbeitgeber gemeinsam mit Ihren Beschäftigten präventive Maßnahmen ergreifen. Dies gelingt am besten nach dem sogenannten TOP-Prinzip – also technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen.
Technische Maßnahmen setzen direkt an der Quelle an und sind in der Regel am effektivsten. Mögliche technische Maßnahmen sind zum Beispiel, schattige bzw. blendfreie Arbeitsplätze zu schaffen, beispielsweise durch Begrünung von Fassaden oder Freiflächen. Auch über energieeffiziente und regenerativer Kühltechniken für die Arbeitsräume sollten Arbeitgeber nachdenken. Nicht zuletzt sollten die Beschäftigten leichten Zugang zu Trinkwasser am Arbeitsplatz haben.
Durch organisatorische Maßnahmen werden Arbeitsabläufe so gestaltet, dass die Hitzebelastung reduziert wird. Dazu gehört zum Beispiel, die Arbeitszeiten und Arbeitszeitpläne anzupassen oder flexibler zu gestalten. Körperlich anstrengende Arbeiten könnten beispielsweise in kühlere Tageszeiten verschoben werden.
Persönliche Maßnahmen wiederum betreffen den einzelnen Mitarbeiter direkt und stärken ihn unter anderem im Umgang mit Hitzebelastungen. Durch Präsenz- oder Onlineschulungen können die Mitarbeiter über die Risiken durch Hitzebelastungen aufgeklärt werden. Auch können Arbeitskleidung und Hilfsmittel bereitgestellt werden, wie Sonnenhüte, Sonnenbrillen und Sonnencremes.
Tipps für mehr Wohlbefinden bei Hitze am Arbeitsplatz
Das A und O an heißen Tagen: ausreichend Flüssigkeit! Wasserreiche Obst- und Gemüsesorten helfen zusätzlich zum Trinken beim Flüssigkeitsausgleich. Dazu zählen unter anderem Wassermelonen, Trauben, Gurken und Tomaten.
Elektrolyte dürfen nicht fehlen! Ein salziger Snack oder kleine normal gesalzene Speisen stellen eine ausreichende Natriumzufuhr sicher.
Weniger ist mehr! An heißen Tagen sollten besser mehrere kleine und leichte Speisen zu sich genommen werden. Viel und vor allem schweres Essen belastet die Verdauung und führt zu einer erhöhten Wärmeproduktion im Körper.
AOK Sachsen-Anhalt





