Spannende Stationen bei Unternehmen am Standort
Einmal hinter die Kulissen schauen in den Unternehmen des Chemiestandortes. Wer als Außenstehender darf das schon? Sekundarschüler und Gymnasiasten hatten kürzlich die Möglichkeit, das zu tun. Denn es war Girls’- und Boys’ Day, auch Zukunftstag genannt. Und der bietet Schülern einmal im Jahr etwas Außergewöhnliches. Sie sollen sich quasi live und in Farbe und an Ort und Stelle darüber informieren, welche Berufschancen es in der Region gibt.
35 Plätze hatte die Bildungsakademie Leuna (BAL) dafür für Schüler angeboten und gemeinsam mit den Partnerunternehmen InfraLeuna und Linde GmbH ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Dies war sehr begehrt und die Plätze schnell besetzt, meint Lisa Hoppe. »Viele konnten wir gar nicht berücksichtigen. Das Interesse war riesig.«
Der Zukunftstag startete in Leuna mit einem Besuch bei der Firma Linde, Hersteller von Industriegasen und Prozessanlagen zur Herstellung derselben am Standort. Seit Anfang der 90er Jahre befindet sich hier das größte Gasezentrum des Konzerns. Von der Leitzentrale gehen die Signale in die ganze Welt. »Es ist beeindruckend: Von hier aus werden weltweit Anlagen von Linde gesteuert«, sagt Lisa Hoppe, Mitarbeiterin der BAL, die als Mitorganisatorin der Veranstaltung die Schülerinnen und Schüler begleitete. »Das war ein spannender Einblick in den Arbeitsalltag des Unternehmens.« Auch die Luftzerlegungsanlage zählte zweifellos zu den Highlights.

Leni Buhre im Besucherinformationszentrum Foto: Lisa Hoppe

Trockeneis bei der Linde GmbH Foto: Lisa Hoppe
Danach ging es weiter zur BAL. Hier informierte Lisa Hoppe über Ausbildungsangebote und bot einen Einblick in die Spezialkabinette, Labore und Werkstätten des u. a. auf die fachpraktische Erstausbildung spezialisierten Unternehmens. Die Schüler entdeckten, was es in ihrer unmittelbaren Umgebung an Berufsmöglichkeiten gibt. Sie sollen Lust bekommen, später als Facharbeiter den Chemiestandort Leuna zu unterstützen. Vor der Rundfahrt über das riesige Areal von Leuna I und II hatten die Teilnehmer dann Gelegenheit, sich im Besucherinformationszentrum (BIZ) der InfraLeuna GmbH über Produkte »Made in Leuna« zu informieren.
Ein großer Schaukasten verrät, wie mannigfaltig das Portfolio der Produzenten am Standort ist – und sorgte für den Wow-Effekt, denn vom fertigen Produkt bis hin zu Komponenten für die Weiterverarbeitung – in fast allen Lebensbereichen spielt die Chemie eine wichtige Rolle. Mehr als 100 Unternehmen aus elf Nationen gibt es am Standort Leuna. Rund 17.000 Menschen haben hier einen Arbeitsplatz. Betreiber der Infrastruktureinrichtungen ist die InfraLeuna GmbH. Sie sorgt dafür, dass sich die Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und gestaltet und entwickelt die Rahmenbedingungen für deren Produktion.
Auch hier gibt es Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen, die Claudia Donath, Mitarbeiterin des Bereichs Personal der InfraLeuna, den Teilnehmern vorstellte. Für die Schülerinnen und Schüler war es ein spannender Tag, bei dem sie viele neue Eindrücke gewonnen und Impulse für die zukünftige Berufswahl erhalten haben. Und vielleicht kann Lisa Hoppe schon in den nächsten Jahren den einen oder anderen Teilnehmer des Girls’- und Boys’ Day bei der Lehrjahreseröffnung der BAL begrüßen.
Christine Färber





