Mit einem wahren Dahlientraum in vielen Farben hat sich die fünfte Landesgartenschau Sachsen-Anhalts verabschiedet. Der Kurpark in Bad Dürrenberg, der seit April ein blühender Anziehungspunkt war, bleibt nun vorerst geschlossen. Er wird in Teilen umgebaut – wo Blumenbeete standen, soll wieder Rasen wachsen. Schade. Aber keine Sorge: Auch nach der Laga soll es im Park bunt sein, denn laut Geschäftsführung der Laga-Gesellschaft werden eine Menge Blumen auch im kommenden Jahr die Sinne der Besucher erfreuen.
Rund 460.000 Gäste hatten sich in den zurückliegenden Monaten auf den Weg in die Solestadt gemacht, um die blühende Schau zu sehen – etwa 70.000 mehr als erwartet, wie offiziell mitgeteilt wird. Unter ihnen auch ich. Und es gab viel zu sehen und zu erleben. Allein der Dahlientraum setzte sich aus 5.000 Pflanzen in allen denkbaren Farben der unterschiedlichsten Arten zusammen.
Doch das freilich war nur ein Teil dessen, was insgesamt angepflanzt worden war. Sage und schreibe zwei Millionen Blumenzwiebeln kamen in die Erde und entfalteten ihren Blütenzauber, 620 Kübelpflanzen zogen die Blicke auf sich. Stauden und Gehölze waren auf 7.500 Quadratmetern verteilt. Hinzu kamen zwölf blühende Präsentationen in den Ausstellungshallen. Im Frühjahr war ich fasziniert von den Tulpen, im Sommer erwartete mich ein Reigen der Rosen. Und jetzt also diese wundervollen Dahlien.



Ein Pfund zum Wuchern Doch damit ist es mit der Laga längst nicht genug. Schließlich steht sie unter dem Motto „Salzkristall und Blütenzauber“. Denn zu dieser Stadt gehört das Salz. Und so ist die Kulisse, vor der das blühende Spektakel stattfand, das eigentliche Pfund, mit dem die Stadt nachhaltig wuchern kann und muss: Deutschlands größtes zusammenhängendes Gradierwerk wurde eigens für diesen landesweiten Höhepunkt umfangreich saniert und ist heute schön wie nie.
Auch der Borlachturm, in dem sich das Museum befindet, strahlt in neuer Schönheit. Und belebt mit Mietern werden die fein sanierten Bauten auf dem Areal des Alten Fährhofs unmittelbar am Saaleufer, an dem sich der erneuerte Saale-Radwanderweg entlangzieht. So ist hier ein Ensemble entstanden, das seinesgleichen sucht. Ich jedenfalls hatte immer meine Freude daran, wenn ich auf dem Weg zum Restaurant Altes Badehaus einen Blick darauf geworfen habe.



Apropos Blick: Für einen ganz besonderen Ausblick ist eine über den Hang, auf dem der Kurpark liegt, hinausragende Plattform geschaffen worden. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über die Saale und ihre Aue zum Horizont. Hin zu den Anlagen von Leuna und Buna. Was ich mir bis dato nicht vorstellen konnte, ist eingetreten: Man steht und staunt. Und hört, dass es anderen Gästen genauso geht. Interessante Fragen schwingen in der Luft. So spannt sich quasi ein Borgen von der Historie hin zur Moderne. Und das ist gut so. Denn eins ist ohne das andere nicht denkbar.
Mitarbeiter, Ehrenamtliche und Vereine ganz besonders verdient gemacht haben sich in den knapp 200 Tagen Laga nicht nur die rund 80 Beschäftigten der Laga-Gesellschaft sondern auch weit über 100 Ehrenamtliche sowie viele Vereine aus der Stadt und aus der Region. Ohne sie, das ist klar, wäre vieles nur halb so schön und viel weniger lebendig gewesen. Sie brachten helle Freude mit Geschichten und Histörchen, mit Artistik und Klamauk, mit Spaß und (historischem) Spiel, mit tollen Ideen wie Weinlaube und ausgefallenem Spielplatz, mit Schausieden und Sole-Wandelhalle, mit historischem Rückblick auf die Bad Dürrenberger Schamanin und ihr Umfeld, mit Lesungen und Tänzen, Gesang und Musik und vielem, vielem mehr.
Nicht zuletzt das, glaube ich, wird den Besuchern der fünften sachsen-anhaltischen Landesgartenschau in Bad Dürrenberg in Erinnerung bleiben. Bevor sie sich der Lutherstadt Wittenberg zuwenden, der Ausrichterin der nächsten Gartenschau des Landes Sachsen-Anhalt.
Christine Färber





