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Die angekündigte Stilllegung zentraler Anlagen des DOW-Konzerns an den Standorten Böhlen und Schkopau, insbesondere des Crackers in Böhlen, erfüllt die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) mit großer Besorgnis. „Dieser Cracker ist ein Kernstück des Stoffverbundes im mitteldeutschen Chemiedreieck. Seine Stilllegung bedroht unmittelbar zahlreiche weitere Anlagen und Unternehmen sowie Arbeitsplätze in der gesamten Region“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier.
Die chemische Industrie an den Standorten Leuna und Schkopau, die für ein Drittel des Industrieumsatzes im Süden Sachsen-Anhalts stünde, sei als eng integrierter Stoffverbund organisiert, in dem die Erzeugnisse eines Produzenten häufig direkt am Standort dem nächsten Produzenten als Ausgangsstoffe dienten. Der Cracker in Böhlen sei dabei ein ganz zentraler Ausgangspunkt am Anfang vieler Produktionsketten im mitteldeutschen Chemiedreieck. „Insofern sind schon die direkten Folgen der Abschaltung ein gewaltiger Schlag ins Kontor, aber die indirekten Folgen für die nachfolgenden Prozessketten sind unabsehbar.“
Diese Entwicklung sei zugleich ein deutliches Alarmsignal und eine Konsequenz aus der über zwei Jahrzehnten verfehlten deutschen Energie- und Klimapolitik, die sich zuletzt unter der Ampelregierung noch zugespitzt habe. „Die fehlende Planungssicherheit und die anhaltend hohen Energiekosten haben die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie massiv geschwächt. Statt einer echten Transformation droht nun eine schleichende Abwanderung der Produktion ins Ausland“, so Brockmeier weiter. „Die Industrie hier vor Ort und wir als IHK haben vor genau dieser Entwicklung immer wieder gewarnt – nur zuhören wollte auf Seiten der bundespolitisch Verantwortlichen niemand“, konstatiert Brockmeier.
Die neue Bundesregierung sei nun dringend gefordert, sofort gegenzusteuern und rasche Entlastungen bei den Energiekosten sicherzustellen. „Deutschland benötigt wettbewerbsfähige, starke Unternehmen, um die Transformation erfolgreich zu meistern. Denn klimapolitisch ist nichts gewonnen, wenn die Produktion lediglich ins Ausland verlagert wird und Emissionen andernorts unverändert oder sogar höher anfallen“, erklärt Brockmeier. Denn die Nachfrage nach Kunststoffen bestünde ja weiterhin – etwa für Windräder, die aus faserverstärkten Kunststoffen bestünden und auch für das Gelingen der Energiewende wichtig seien. Nur drohe diese Nachfrage nun von Produktionsstandorten im Ausland bedient zu werden.
Die IHK fordert daher umgehende bundespolitische Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung der Energiekosten, um den Standort und die Zukunft der mitteldeutschen Chemieindustrie zu sichern. „Das muss die industriepolitische Priorität der Bundesregierung in den nächsten Wochen sein – weiteren Verzug kann sich der Industriestandort Deutschland nicht leisten“ mahnt Brockmeier abschließend.
IHK Halle-Dessau
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