Luftbild Dow ValuePark in Böhlen, Foto: Dow / Christian Modla

IHK besorgt über angekündigte Stilllegung bei DOW – Bundesregierung muss sofort handeln

Die angekündigte Stilllegung zentraler Anlagen des DOW-Konzerns an den Standorten Böhlen und Schkopau, insbesondere des Crackers in Böhlen, erfüllt die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) mit großer Besorgnis. „Dieser Cracker ist ein Kernstück des Stoffverbundes im mitteldeutschen Chemiedreieck. Seine Stilllegung bedroht unmittelbar zahlreiche weitere Anlagen und Unternehmen sowie Arbeitsplätze in der gesamten Region“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier.

Die chemische Industrie an den Standorten Leuna und Schkopau, die für ein Drittel des Industrieumsatzes im Süden Sachsen-Anhalts stünde, sei als eng integrierter Stoffverbund organisiert, in dem die Erzeugnisse eines Produzenten häufig direkt am Standort dem nächsten Produzenten als Ausgangsstoffe dienten. Der Cracker in Böhlen sei dabei ein ganz zentraler Ausgangspunkt am Anfang vieler Produktionsketten im mitteldeutschen Chemiedreieck. „Insofern sind schon die direkten Folgen der Abschaltung ein gewaltiger Schlag ins Kontor, aber die indirekten Folgen für die nachfolgenden Prozessketten sind unabsehbar.“

Diese Entwicklung sei zugleich ein deutliches Alarmsignal und eine Konsequenz aus der über zwei Jahrzehnten verfehlten deutschen Energie- und Klimapolitik, die sich zuletzt unter der Ampelregierung noch zugespitzt habe. „Die fehlende Planungssicherheit und die anhaltend hohen Energiekosten haben die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie massiv geschwächt. Statt einer echten Transformation droht nun eine schleichende Abwanderung der Produktion ins Ausland“, so Brockmeier weiter. „Die Industrie hier vor Ort und wir als IHK haben vor genau dieser Entwicklung immer wieder gewarnt – nur zuhören wollte auf Seiten der bundespolitisch Verantwortlichen niemand“, konstatiert Brockmeier.

Die neue Bundesregierung sei nun dringend gefordert, sofort gegenzusteuern und rasche Entlastungen bei den Energiekosten sicherzustellen. „Deutschland benötigt wettbewerbsfähige, starke Unternehmen, um die Transformation erfolgreich zu meistern. Denn klimapolitisch ist nichts gewonnen, wenn die Produktion lediglich ins Ausland verlagert wird und Emissionen andernorts unverändert oder sogar höher anfallen“, erklärt Brockmeier. Denn die Nachfrage nach Kunststoffen bestünde ja weiterhin – etwa für Windräder, die aus faserverstärkten Kunststoffen bestünden und auch für das Gelingen der Energiewende wichtig seien. Nur drohe diese Nachfrage nun von Produktionsstandorten im Ausland bedient zu werden.

Die IHK fordert daher umgehende bundespolitische Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung der Energiekosten, um den Standort und die Zukunft der mitteldeutschen Chemieindustrie zu sichern. „Das muss die industriepolitische Priorität der Bundesregierung in den nächsten Wochen sein – weiteren Verzug kann sich der Industriestandort Deutschland nicht leisten“ mahnt Brockmeier abschließend.

IHK Halle-Dessau

CTC-Aufsichtsrat nimmt Arbeit auf – wichtiger Schritt für die Zukunft der Chemieregion

CTC-Aufsichtsrat nimmt Arbeit auf – wichtiger Schritt für die Zukunft der Chemieregion

Merseburg. Mit der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats hat das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum neuen Großforschungszentrum erreicht. Das Gremium tagte am 02. Juli erstmals an der Hochschule Merseburg – einem der künftigen Standorte des CTC. Für die Chemieregion Leuna-Merseburg ist dies ein bedeutendes Signal: Das…

Geschäftsbetrieb der LEUNA-Polyamid GmbH läuft stabil weiter

Geschäftsbetrieb der LEUNA-Polyamid GmbH läuft stabil weiter

Leuna. Trotz eines eingeleiteten Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung setzt die LEUNA-Polyamid GmbH ihren Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fort. Wie das Unternehmen mitteilt, ist die Finanzierung für die kommenden Monate gesichert. Produktion und Kundenbelieferung laufen planmäßig weiter. Hintergrund des Insolvenzantrags sind die erheblich gestiegenen Rohstoffpreise infolge der anhaltenden geopolitischen Entwicklungen. Das Verfahren in Eigenverwaltung verschafft dem Unternehmen nun…

Nacht der Ideen im Kraftwerk Zschornewitz: Zukunft gemeinsam gestalten

Nacht der Ideen im Kraftwerk Zschornewitz: Zukunft gemeinsam gestalten

Gräfenhainichen. Das Industriedenkmal Kraftwerk Zschornewitz wurde am vergangenen Donnerstag zum Treffpunkt für Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Austausch. Im Rahmen der „Nacht der Ideen“ diskutierten zahlreiche Gäste aus Deutschland und Frankreich über die Frage, wie die Erde auch für kommende Generationen ein lebenswerter Ort bleiben kann. Die Veranstaltung brachte Fachleute, Kunstschaffende und interessierte Bürgerinnen und Bürger…

Erneuter Rückschlag für Leuna: Polyamid-Werk meldet erneut Insolvenz an

Erneuter Rückschlag für Leuna: Polyamid-Werk meldet erneut Insolvenz an

Leuna. Nur zweieinhalb Monate nach dem Neustart steht das ehemalige Domo-Chemiewerk in Leuna erneut vor einer ungewissen Zukunft. Die LEUNA-Polyamid GmbH hat am 17. Juni beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen mit. Als Hauptursache werden drastisch gestiegene Rohstoffpreise infolge der geopolitischen Spannungen in der Golfregion…

MEORGA bringt Automatisierungsbranche nach Halle

MEORGA bringt Automatisierungsbranche nach Halle

Halle (Saale). Am 17. Juni 2026 wird die HALLE MESSE erneut zum Treffpunkt der Prozess- und Automatisierungsindustrie. Die MEORGA MSR-Spezialmesse öffnet ihre Türen für Fachbesucher und bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik (MSR), Prozessleitsystemen sowie der industriellen Automatisierung. Rund 150 Aussteller präsentieren auf der eintägigen Fachmesse ihre neuesten…