Michael Eilfeld ist der für die ostdeutschen Bundesländer zuständige Werksvertreter von Dickow-Pumpen, Foto: Dickow Pumpen

Immer am Puls der Zeit

Die Geschichte der Pumpen ist lang und faszinierend. Schon in der Antike gab es einfache Hebewerke, um landwirtschaftliche Flächen zu bewässern, was entscheidend zum Überleben und Wachstum der menschlichen Zivilisation beitrug. Im Laufe der Jahrtausende hat sich die Pumpentechnologie immer weiterentwickelt. Heute sind Pumpen hochkomplex und ein unverzichtbares Werkzeug in fast allen Industriezweigen, insbesondere in der Chemie und Petrochemie, der Biotechnologie, der Luftfahrt, der Marine, im Bereich Öl und Gas, in Tanklagern sowie im Bereich der erneuerbaren Energien.

Wie rasant die Entwicklung in den letzten 100 Jahren vorangeschritten ist, und welche Anforderungen Pumpensysteme im Hinblick auf die Energiewende und Klimaneutralität haben, zeigt ein Blick hinter die Kulissen des Pumpenherstellers Dickow Pumpen GmbH & Co. KG.

Vom automatisierten Viehtränkebecken zu modernen Industriepumpen

1910 in Gablonz von Karl Dickow gegründet, fertigte das Unternehmen anfangs Heizungsanlagen und Wasserleitungen. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Verlagerung des Betriebes ins sächsische Görlitz wurde mit der Herstellung von automatischen Viehtränkebecken sowie der Entwicklung selbstansaugender Kreiselpumpen begonnen. Mitte der 20er Jahren erhielt die Firma Dickow dafür ihr erstes Patent.

Eine Erweiterung der Produktpalette erfolgte ab 1930. Hinzu kamen Spiralgehäusepumpen, mehrstufige horizontale Gliederpumpen und Metallfaltenbalg-Gleitringdichtungen. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen bereits 50 Mitarbeiter und wurde nach dem Tod des Firmengründers von seiner Frau Anna und seinen drei Söhnen fortgeführt.

Einen großen Einschnitt brachte die Enteignung des Görlitzer Betriebes nach dem Zweiten Weltkrieg mit sich. Die meisten Maschinen und Anlagen wurden demontiert. Nur ein kleiner Teil konnte durch vorherige Auslagerung ins bayrische Waldkraiburg gerettet werden. Mit viel Mut, Herzblut und Unternehmergeist gelang den Dickows 1946 der Neustart. Heute zählt das mittelständische Unternehmen rund 200 Mitarbeiter und hat sich zu einem gefragten Anbieter für spezialisierte und insbesondere magnetgekoppelte Pumpen entwickelt.

Beeindruckendes Portfolio

Ein Blick auf das Pumpen-Portfolio zeigt, wie groß die Bandbreite und wie breit gefächert die Einsatzmöglichkeiten der Dickow-Pumpen sind. Überall dort, wo Flüssigkeiten jeglicher Art und Weise transportiert werden müssen, sei es über eine längere Strecke oder hoch hinauf in die Anlage, Pumpen sind dafür unerlässlich. Dies gilt für alle Sparten der Industrie – auch dort, wo zum Beispiel Explosionsgefahr besteht oder giftige Stoffe verwendet werden. Hier bietet Dickow hermetisch dichte Modelle, die mit der dafür notwendigen Sensorik ausgestattet sind und den Anschluss an verschiedene Geräte ermöglichen. Ebenso im Sortiment sind Hochtemperaturpumpen, die für Anwendungen bei bis zu 500 °C geeignet sind.

Foto: Dickow Pumpen

Einzigartige Neuentwicklung

Mit der magnetgekuppelten Peripheralradpumpe TPM hat Dickow Pumpen im Sommer dieses Jahres eine eigene Neuentwicklung auf den Markt gebracht. Die TPM ist in der Lage, hohe Förderdrücke zu erzeugen – selbst bei vergleichsweise geringen Fördermengen – und eignet sich ideal für Anwendungen mit begrenzter Zulaufhöhe. Jahrzehntelange Erfahrung und der Drang, für jede Anwendung die passende Lösung zu finden, tragen dazu bei, dass die Firma Dickow Pumpen immer am Puls der Zeit ist, sich auch auf neue Gegebenheiten und Rahmenbedingungen optimal einstellen kann. Dafür sprechen mehrere Patente, die das Unternehmen im Laufe der vielen Dekaden seines Bestehens erworben hat.

Pumpen für den Transport von eFuels

Eine Herausforderung für die Industrie ist die Umgestaltung in Richtung Green Technology. eFuels, die als Alternative zu fossilen Kraftstoffen gelten, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Basierend auf den Erfahrungen bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen und Flüssiggasen ist Dickow Pumpen auch hierfür bestens gerüstet. Für die Förderung sowohl von Hydrotreated Vegetable Oil (HVO), das sind Kraftstoffe, die auch als parafinischer Diesel bekannt sind und aus hydrierten Ölen und Fetten hergestellt werden, als auch von Sustainable Aviation Fuel-Kraftstoffen (SAF), die ohne Verwendung von fossilen Ausgangsmaterialien produziert werden, bietet das Unternehmen adäquate Pumpenlösungen an.

Klasse statt Masse

Eine Großserien-Fertigung am Fließband kommt dabei nicht infrage. »Jedes Projekt ist anders, die Einsatzgebiete werden immer anspruchsvoller«, sagt Michael Eilfeld, Werksvertreter und verantwortlich für die östlichen Bundesländer. »Unsere Stärke liegt in der Entwicklung spezieller Lösungen für bestimmte Anwendungsbereiche. Hier können wir flexibel auf Kundenwünsche und Projektanforderungen eingehen. Sind die Fördermengen groß oder eher klein, welche Medien sollen mit den Pumpen gefördert werden, auch der Förderdruck und die Förderhöhe spielen eine entscheidende Rolle, um die richtige Technologie und die ideale Pumpe auszuwählen.«

Die magnetgekuppelte Peripheralradpumpe TPM, Grafik: Dickow Pumpen

Anwendungen für die magnetgekuppelte Peripheralradpumpe TPM

  • Öl und Gas
  • Chemie und Petrochemie
  • Off shore
  • Schiffstechnik und Marine
  • Betankungsanlagen und Aviatik
  • Tanklager
  • Industrielle Heizanlagen
  • Wärmeträger
  • Erneuerbare Energien und Umwelttechnik

Die magnetgekuppelte Peripheralradpumpe TPM wird auch als Turbinenpumpe bezeichnet und zählt zur Familie der Kreiselpumpen. Ihre Struktur und Arbeitsprinzip ähnelt der einer Seitenkanalpumpe. Die TPM ist in der Lage, selbst bei vergleichsweise geringen Fördermengen hohe Förderdrücke zu erzeugen. Sie zeichnet sich durch niedrige NPSH-Anforderungen aus und ist ideal für Anwendungen mit begrenzter Zulaufhöhe. Drehzahlgeregelt ist die TPM optimal auf den Betriebspunkt einstellbar. Peripheralpumpen bieten eine hohe Toleranz gegenüber Gasanteilen im Medium, so dass sie auch bei Ausgasung oder kurzzeitigem Lufteintritt kontinuierlich arbeiten können. Um bei schwierigen Betriebsbedingungen ein Festfressen der Räder zu verhindern, sind diese Dickow Pumpen beidseitig mit SiC-Anlaufringen ausgerüstet. Metallische Berührung der rotierenden und stationären Bauteile ist somit ausgeschlossen. Durch das hermetisch dichte Design ist die Pumpe besonders zur Förderung toxischer, explosiver und allgemein umweltbelastenden Medien geeignet.

Von der Planung zur Umsetzung

Michael Eilfeld sieht sich nicht als klassischen Außendienstler. Er berät sowohl Produzenten als auch Anlagenbauer und steigt aktiv in die Planung mit ein. Wenn diese abgeschlossen ist, sorgt ein eingespieltes Team im Stammwerk für die maßgeschneiderte Herstellung der Pumpen – ganz nach den Anforderungen des Anwenders. Dabei läuft alles Hand in Hand. »Ich kann mich stets auf die Qualität der gelieferten Produkte verlassen. Kunden weltweit wissen die hohe Lebensdauer und geringe Wartungsintensität unserer Dickow-Pumpen zu schätzen. Das Schönste für mich sind Weiterempfehlungen zufriedener Kunden und Stammkunden, die immer wieder auf mich zukommen«, berichtet Eilfeld, der auch schon die Planung für Projekte im Ausland übernommen hat. Er lobt die fachliche Kompetenz und gute Vernetzung der Mitarbeiter, die flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswege im Unternehmen, für das er seit knapp zehn Jahren tätig ist.

Kurz ist auch sein Weg zum Chemiestandort Leuna. Der 50-Jährige, der im Saalekreis zu Hause ist, ist beeindruckt von der positiven Entwicklung in seiner Heimatregion. »Am Standort Leuna gibt es so viele innovative Projekte, insbesondere die Transformation hin zu neuen Technologien in den Bereichen Grüner Wasserstoff und Biochemie ist beachtlich. Und auch hier werden Pumpen gebraucht«, sagt er und freut sich auf die Aufgaben, die vor ihm liegen. Michael Eilfeld ist sicher: »Bei Dickow finden wir für jede Anwendung die passende Pumpenlösung.«

Birgit Brockmann

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