Martin Naundorf, Bereichsleiter Vertrieb/ Standortentwicklung/Öffentlichkeitsarbeit bei der InfraLeuna GmbH, und Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt bei der symbolischen Übergabe des Genehmigungsbescheids für den zweiten Bauabschnitt zur Erweiterung der Zentralen Abwasserbehandlungsanlage am Chemiestandort Leuna. Foto: L. Teschner

InfraLeuna erweitert Abwasserbehandlung

Nachhaltige Technik für den Chemiestandort Leuna

Leuna. Mit der Genehmigung des zweiten Bauabschnitts zur Erweiterung der Zentralen Abwasserbehandlungsanlage setzt der Chemiestandort Leuna ein deutliches Zeichen für Umweltschutz und nachhaltige Industrieentwicklung. Der Präsident des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt, Thomas Pleye, übergab den Genehmigungsbescheid persönlich an die InfraLeuna GmbH – und hob die Bedeutung des Projekts für den Schutz von Gewässern und die ökologische Zukunftsfähigkeit der Region hervor.

Ein Baustein für sauberes Wasser

Die Abwasserbehandlung am Chemiestandort Leuna zählt zu den zentralen Stellschrauben für eine ressourcenschonende Industrie. Bislang erfolgt die Reinigung über zwei aerobe Linien. Mit der geplanten dritten Linie wird künftig ein stabiler Zwei-Linien-Betrieb gesichert – auch während Wartungs- und Instandhaltungsphasen. Damit bleibt die kontinuierliche Aufbereitung sämtlicher Abwässer gewährleistet, die durch die chemische Produktion in Leuna anfallen.

„Die Erweiterung ist ein starkes Signal für Umwelt- und Gewässerschutz. Sie zeigt, dass nachhaltige Infrastrukturprojekte mit industriellem Wachstum Hand in Hand gehen können“, erklärte Behördenpräsident Pleye.

Moderne Bauweise für mehr Nachhaltigkeit

Technologisch bringt die neue Anlage gleich mehrere Innovationen: Statt der bisherigen Turmbiologie entsteht die dritte Linie in Stahlbetonbauweise auf einer höhergelegenen Erweiterungsfläche. Diese Bauweise erleichtert die Integration in den Gesamtprozess, verringert den Energiebedarf der Pumpen und steigert so die Betriebseffizienz.

Zudem kommen besonders korrosionsresistente Materialien zum Einsatz, was nicht nur die Lebensdauer erhöht, sondern auch den Wartungsaufwand reduziert. Die biologische Stufe umfasst die zentralen Verfahren der Denitrifikation, Nitrifikation und Nachklärung – Prozesse, die entscheidend dazu beitragen, Stickstoffverbindungen und andere Schadstoffe aus dem Abwasser zu entfernen.

Weitblick durch Dreistufenplan

Der aktuelle Bauabschnitt ist Teil einer langfristigen Strategie, die auf eine nachhaltige Transformation der gesamten Abwasserbehandlung am Standort zielt. Bereits umgesetzt ist eine anaerobe Vorbehandlungsanlage für stark organisch belastete Abwässer. Mit dem nun gestarteten zweiten Bauabschnitt folgt bis 2027 die dritte aerobe Behandlungslinie. In einem weiteren Schritt sollen die beiden bestehenden Linien durch moderne Systeme ersetzt werden.

InfraLeuna-Geschäftsführer Dr. Christof Günther betont die Perspektive: „Mit dieser Investition schaffen wir die Voraussetzung, dass auch bei weiterem Wachstum am Standort eine leistungsfähige und ressourcenschonende Abwasserbehandlung gesichert bleibt.“

Signal für Industrie im Wandel

Die Investition von 24,35 Millionen Euro ist mehr als eine technische Modernisierung. Sie ist Ausdruck eines ökologischen Umdenkens in der Chemieindustrie – hin zu robusten, energieeffizienten Systemen, die Umweltstandards nicht nur erfüllen, sondern proaktiv weiterentwickeln.

Der Chemiestandort Leuna, seit Jahrzehnten ein Symbol industrieller Stärke, könnte damit auch zu einem Vorreiter für eine chemische Produktion werden, die Ökologie und Ökonomie verbindet.

Falk Morgenstern

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