Leuna Werke, Foto: AdobeStock_1856659285

InfraLeuna unterstützt kurzfristig weiteren Betrieb der DOMO-Anlagen in Leuna

Leuna 15. Januar 2026 – Seit der Insolvenzanmeldung der deutschen Tochtergesellschaften der DOMO Chemicals laufen am Chemiestandort Leuna umfangreiche Aktivitäten, um zentrale Unternehmensteile zu sichern und die Produktionsanlagen zu erhalten. Ziel ist es, die industrielle Substanz zu bewahren und eine tragfähige Perspektive für den Standort zu ermöglichen.

Der Betrieb der Anlagen läuft seit Beginn der Insolvenz auf reduziertem Niveau – und das nur mit wesentlicher Unterstützung der InfraLeuna. Die Maßnahmen des Standortbetreibers sind dabei vor allem darauf ausgerichtet, den Insolvenzverwalter bei der Suche nach einer langfristigen Lösung zu unterstützen und ein geordnetes Weiterlaufen der technischen Anlagen sicherzustellen.

Inzwischen hat sich jedoch die Eigentümerfamilie endgültig aus dem Kreis der aktiv nach Lösungen suchenden Parteien zurückgezogen. Damit verbleiben vor allem das Land Sachsen-Anhalt sowie einzelne große Lieferanten – insbesondere InfraLeuna – als zentrale Akteure, die an einer Stabilisierung des Betriebs arbeiten.

In einer mehr als siebenstündigen Verhandlungsrunde am Montag verständigten sich Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt, der InfraLeuna sowie weiterer Beteiligter zunächst auf einen Weiterbetrieb der Anlagen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Ausweitung der Produktion, sondern der Schutz der technischen Infrastruktur: Der Weiterbetrieb soll vor allem Schäden durch ein ungeordnetes Herunterfahren vermeiden und den technischen Erhalt der Anlagen sichern.

Möglich wurde diese Verständigung insbesondere dadurch, dass das Land Sachsen-Anhalt – in Kenntnis der erheblichen Risiken eines unkontrollierten Anlagenstillstands – eine tragende Rolle bei der Finanzierung des nun identifizierten Modells übernommen hat.

„Wir setzen daher auf die Zusage der Vertreter des Landes – im Sinne der Mitarbeiter und des Unternehmens“, heißt es aus dem Umfeld der beteiligten Parteien. Für den gesamten Standort komme es nun darauf an, zeitnah einen Partner zu finden, der die Anlagen langfristig übernehmen könne. Entscheidend sei, dass eine intakte und gut positionierte Anlage nicht nur kurzfristig erhalten, sondern auch perspektivisch weiterentwickelt werde – mit Stabilität, Investitionen und einer nachhaltigen Zukunft für Leuna.

Falk Morgenstern

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