HHL und CTC bündeln ihre Kräfte: v.l. Rektor Prof. Dr. Tobias Dauth (HHL), Kanzlerin Dr. Hiltrud Ludwig (HHL), Wissenschaftlicher Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Seeberger (CTC), Administrativer Geschäftsführer Christian Harringa (CTC), Foto: Elisa Vetter/HHL

Innovationsschub für Mitteldeutschland

HHL und CTC starten Deep-Tech-Allianz

Leipzig/Merseburg. Die mitteldeutsche Innovationslandschaft erhält neuen Rückenwind: Die HHL Leipzig Graduate School of Management und das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) haben eine strategische Kooperation vereinbart. Ziel der Partnerschaft ist es, Spitzenforschung und Unternehmertum enger miteinander zu verzahnen und damit die Entwicklung von Deep-Tech-Startups in der Region nachhaltig zu stärken.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die schnellere Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Anwendungen. Darüber hinaus wollen beide Institutionen neue interdisziplinäre Netzwerke zwischen Natur- und Wirtschaftswissenschaften schaffen. Die Kooperation basiert auf vier zentralen Säulen: Aus- und Weiterbildung, Austauschformate, Gründungsförderung sowie die strategische Nutzung geistigen Eigentums.

Wissenschaft trifft Unternehmertum

Geplant sind gemeinsame Lehrveranstaltungen, Workshops und praxisorientierte Abschlussarbeiten, die sich an realen Deep-Tech-Szenarien orientieren. Damit sollen Studierende frühzeitig an wissenschaftsbasiertes Unternehmertum – sogenanntes „Sciencepreneurship“ – herangeführt werden.

Ergänzt werden die Bildungsangebote durch Lunch Talks, Mikro-Workshops und Meet-and-Learn-Sessions mit erfolgreichen Gründerinnen und Gründern aus dem Alumni-Netzwerk der HHL. Besonders im Fokus stehen dabei technologieintensive Frühphasenprojekte, die häufig mit hohen Risiken verbunden sind. Geplant sind unter anderem Matchmaking-Formate zur Teambildung und niedrigschwellige Beratungsangebote für junge Geschäftsideen.

Erste Zusammenarbeit bereits gestartet

Dass die Partnerschaft nicht nur auf dem Papier existiert, zeigte sich bereits bei der HHL Entrepreneurship Week im April. Dort präsentierte ein interdisziplinäres Team des CTC seine Forschung in Vorträgen und Poster-Sessions vor internationalen Studierenden, Forschenden und Startup-Coaches.

HHL-Rektor Prof. Dr. Tobias Dauth bezeichnete die Kooperation als wichtigen Impuls für die Region:
„Gemeinsam bringen wir Talente, Technologien und unternehmerische Kompetenz zusammen und stärken so den Deep-Tech-Standort Mitteldeutschland.“

Auch CTC-Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Seeberger betonte die Bedeutung des Zusammenspiels von Forschung und Unternehmertum. Die Transformation der Chemie brauche nicht nur exzellente Wissenschaft, sondern auch Menschen, die daraus innovative Geschäftsmodelle entwickeln.

Zwei starke Partner für die Zukunft

Die HHL Leipzig Graduate School of Management zählt laut Financial Times zu den führenden internationalen Business Schools. Der Stifterverband zeichnete sie 2025 bereits zum siebten Mal in Folge als Deutschlands beste Gründerhochschule aus. In den vergangenen 30 Jahren entstanden aus der HHL mehr als 530 Unternehmensgründungen mit über 30.000 Beschäftigten.

Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) wiederum widmet sich als erstes Großforschungszentrum Deutschlands vollständig der Kreislaufwirtschaft in der Chemie. Bis 2038 soll das Zentrum auf bis zu 1.000 Mitarbeitende anwachsen. Zu den ambitionierten Projekten zählen unter anderem ein vollständig recycelbares Auto sowie ein autonomes Labor.

Mit der neuen Partnerschaft setzen HHL und CTC ein deutliches Zeichen für die Zukunft des Innovationsstandorts Mitteldeutschland – und für die enge Verbindung von Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Unternehmertum.

Gunnar Redmer

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