Für den traditionsreichen Standort der DOMO Engineering Plastics GmbH in Premnitz gibt es wieder eine Zukunftsperspektive: Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing hat sich mit einem Investor auf die Übernahme des Geschäftsbetriebs geeinigt. Damit bleiben der Standort sowie 50 Arbeitsplätze erhalten. Der operative Betrieb wurde bereits auf die neue Gesellschaft übertragen.
„Mit der Übernahme hat nun auch der Standort Premnitz wieder eine Perspektive außerhalb der Insolvenz“, erklärte Insolvenzverwalter Flöther. „Besonders freut mich, dass trotz der angespannten Lage in der Chemieindustrie der Großteil der Arbeitsplätze gerettet werden konnte.“
Die notwendigen Zustimmungen der Gläubiger und Kartellbehörden lagen bereits vor. Nachdem inzwischen auch das zuständige französische Insolvenzgericht seine Zustimmung erteilt hat, konnte die Übertragung auf eine neue, insolvenzfreie Gesellschaft abgeschlossen werden. Hintergrund ist das parallel laufende Insolvenzverfahren der DOMO-Schwestergesellschaft Polytechnyl in Frankreich.
Hinter der Erwerbergesellschaft steht der international tätige Investor Lone Star Funds, der über umfassende Branchenerfahrung verfügt. Die Übernahme des Werks in Premnitz ist Teil einer größeren Transaktion, bei der weitere Bereiche der weltweit aktiven DOMO-Gruppe übernommen werden.
Für die 20 Beschäftigten, die nicht Teil der Investorenlösung sind, wurde gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Interessenausgleich einschließlich Sozialplan vereinbart.
Die DOMO Engineering Plastics GmbH ist die letzte verbliebene operative Gesellschaft von DOMO Chemicals in Deutschland. Die deutschen Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe hatten am zweiten Weihnachtsfeiertag 2025 Insolvenz angemeldet. Seitdem wurden die Betriebe durch den Insolvenzverwalter fortgeführt.
Bereits Ende März war es gelungen, den Geschäftsbetrieb des Schwesterunternehmens DOMO Carproleuna an einen Investor zu veräußern. Dort konnten 436 Arbeitsplätze erhalten werden.
Am Standort Premnitz werden sogenannte Polyamid-6-Compounds hergestellt – technische Kunststoffe, bei denen Polyamid gezielt mit Zusatzstoffen kombiniert wird. Dadurch lassen sich Eigenschaften wie Festigkeit, Hitzebeständigkeit oder Schlagzähigkeit exakt an die Anforderungen verschiedener Industrien anpassen. Einsatz finden die Materialien unter anderem in der Automobil-, Elektro- und Konsumgüterindustrie.
Falk Morgenstern





