Dr. Julia Hille hat die Professur für Systemische Soziale Arbeit an der Hochschule Merseburg übernommen, Foto: HoMe

Julia Hille übernimmt Professur für Systemische Soziale Arbeit an der Hochschule Merseburg

Merseburg, Mai 2026 – Zum 20. Mai 2026 hat Dr. Julia Hille die Professur für Systemische Soziale Arbeit an der Hochschule Merseburg übernommen. Bereits seit dem 1. April 2026 vertrat die gebürtige Hallenserin die Professur kommissarisch. Mit ihrer Berufung kehrt sie zugleich an ihre Alma Mater zurück, an der sie selbst studierte sowie in unterschiedlichen Funktionen lehrte und wissenschaftlich tätig war.

Julia Hille studierte zunächst Soziale Arbeit an der Hochschule Merseburg und absolvierte anschließend den berufsbegleitenden Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit. Ihre Promotion erfolgte kooperativ an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Hochschule Nordhausen. In ihrer Dissertation untersuchte sie Erstgespräche in der systemischen Paarberatung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Berufliche Erfahrungen sammelte Hille zunächst in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe, unter anderem in der Sozialpädagogischen Familienhilfe und der intensiven sozialpädagogischen Einzelfallbetreuung. Parallel dazu war sie kontinuierlich wissenschaftlich tätig – an der Hochschule Merseburg, der Hochschule Nordhausen sowie zuletzt an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Im Zentrum ihrer Forschung stehen Systemische Soziale Arbeit, Familie in Beratung und Therapie sowie soziale Ungleichheiten im Kontext von Herkunft. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Sozialer Arbeit in Ostdeutschland und mit Vertrauen als zentraler Dimension professionellen Handelns. „Mir geht es darum, Soziale Arbeit als forschende Disziplin sichtbarer zu machen – als eine Disziplin, die ihre eigene empirische Theoriebildung vorantreibt und Wissen aus anderen Disziplinen nicht nur aufgreift, sondern eigenständig weiterentwickelt“, erklärt Julia Hille.

Aktuell ist sie am internationalen Forschungsprojekt „Agency of Young People in Peripheral Areas: Educational Practices between Regionality and Family“ beteiligt. Das Projekt untersucht, wie junge Menschen in strukturschwachen Regionen trotz schwieriger Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben und welche Rolle Familie, Bildung und regionale Lebenswelten dabei spielen. Im Fokus stehen dabei die Perspektiven der Jugendlichen selbst.

Auch in der Lehre setzt Julia Hille auf einen engen Bezug zwischen Forschung und Praxis. Sie möchte Studierende dazu befähigen, Verantwortung für ihr eigenes professionelles Handeln zu übernehmen und gleichzeitig gesellschaftliche sowie strukturelle Rahmenbedingungen kritisch mitzudenken. „Ich möchte Lehre und Forschung eng miteinander verbinden, zum Beispiel über Lehrforschungsprojekte besonders in der Region. Außerdem möchte ich dazu beitragen, den systemischen Ansatz als Besonderheit der Hochschule Merseburg weiter zu stärken“, betont sie.

Mit der Berufung von Julia Hille stärkt die Hochschule Merseburg ihr Profil im Bereich der Systemischen Sozialen Arbeit und unterstreicht zugleich die enge Verbindung von Forschung, Lehre und regionaler Praxis. Die Rückkehr einer eigenen Absolventin auf eine Professur steht dabei beispielhaft für die Entwicklungskraft und Kontinuität des Studienstandorts Merseburg.

Hochschule Merseburg

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