Frau beim Joggen im Wald Foto: Adobe 33000934

Kein Frühsport bei morgendlichem Bluthochdruck

Bewegungs- und Ausdauersport sind wichtige Stimulatoren für Muskulatur und Kondition. Kontrollierte Bewegung gehört somit immer dazu, wenn es um eine gesunde Lebensweise geht. Die Betonung liegt dabei auf „kontrolliert“. Viele Menschen nutzen die Zeit vor Beginn des üblichen Arbeitstags für sportlicher Aktivität und walken oder joggen durch das Wohngebiet oder den angrenzenden Park. Das ist für einen gesunden Menschen kein Problem.

Für Menschen mit Bluthochdruck kann die morgendliche Bewegung allerdings lebensgefährlich werden: Das Thema Morgenhoch­druck findet immer noch viel zu wenig Beachtung bei der Fitness­planung. Mehr als dreimal häufiger als zu irgend einem anderen Zeitpunkt des Tages tritt der plötzliche Herztod morgens nach dem Aufwachen bzw. nach dem Aufstehen auf. Auch die Zahl der Schlaganfälle und Hirnblutungen ist um diese Zeit deutlich erhöht.

Auslöser ist ein Anstieg des Blutdrucks in der Aufwachphase – grundsätzlich ein normaler Vorgang, der bei manchen Menschen aber das übliche Maß übersteigt, ohne dass ihnen das bewusst ist. Wer sich mit rasendem Blutdruck in Bewegung setzt, riskiert seine Gesund­heit oder sogar sein Leben. Daher sollten gerade Hochdruck-Risikopatienten unmittelbar nach dem Aufwachen und vor allem vor dem morgendlichen Fitnessprogramm ihren Blutdruck kontrollieren. Weil die Fälle mit Morgenhochdruck deutlich zunehmen, sind im Sanitätsfachhandel oder in Apotheken inzwischen Blutdruck-Messgeräte erhältlich, die den Morgenhochdruck speziell ausweisen (z. B. von Omron Medizintechnik). Merke: Nur kontrollierte Bewegung steht für gute Prophylaxe.

Gefährlicher Blutdruckgipfel gegen 9.00 Uhr

Der Blutdruck folgt in der Regel dem Ablauf von Ruhe- und Aktivitätsphasen, verläuft also in einem charakteristischen Tag-Nacht-Rhythmus: Nachts in der Ruhephase gegen 2.00 bis 3.00 Uhr ist er am niedrigsten. In den frühen Morgenstunden beginnt er langsam zu steigen, und mit dem Aufstehen kommt es zu einem deutlichen Anstieg bis zu einem Gipfel gegen 9.00 bis 10.00 Uhr. Dieser morgendliche Blutdruckanstieg ist bedingt durch eine Aktivitätssteigerung des sympathischen Nervensystems und anderer hormoneller Systeme am Morgen, die zu der gewünschten deutlichen Aktivierung des Kreislaufs führen. Das betrifft Menschen mit normalem Blutdruck genauso wie Menschen mit Hypertonie (Bluthochdruck) und ist bis zu einer gewissen Grenze normal. Sehr viele Hypertoniker – über 15 Prozent laut klinischer Untersuchungen – haben aber einen stark erhöhten morgendlichen Blutdruckanstieg mit Druckwerten von über 140/90 mmHg. Auch bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder das Schlafapnoe-Syndrom können Auslöser von Normabweichungen mit überhöhtem Blutdruck sein.

Erhöhter Druck in den Arterien führt langfristig zu Gefäßablagerungen und schlimmsten­falls zu Verstopfungen in den Gefäßen des Herzens oder des Gehirns. Das Fatale daran: Nur selten klagen Betroffene über allgemeine morgendliche Beschwerden wie z.B. Schwindel, Kopfschmerzen, Luftnot oder ein Gefühl der Enge im Brustkorb. In den meisten Fällen spüren sie das überschießende Blutdruckniveau nicht. Im Gegen­teil: Oft fühlen sie sich gerade morgens zunächst voller Elan und topfit, weil der Kreislauf „auf hohen Touren dreht“. Viele sehen das als einen Grund mehr an, sportliche Aktivitäten in die Morgenstunden zu verlagern – und rennen förmlich dem Kollaps entgegen.

Empfehlenswert: Die neue Blutdruckmessgeräte-Generation

Wer zu Bluthochdruck neigt oder Hypertoniker ist, muss morgens mit dem Aufstehen seinen Blutdruck kontrollieren und eventuell verordnete blutdrucksenkende Medikamente unmittelbar einnehmen, damit die Wirkung möglichst frühzeitig einsetzt. Studien zeigen, dass regelmäßiges morgendliches Messen mit einem eigenen Blutdruckmessgerät bei Morgenbluthochdruck eine viel stärkere Aussagekraft für belastende Langzeiteffekte und damit für das Schlaganfall- bzw. Herz­infarkt-Risiko hat, als sporadische Selbstmessungen zu anderen Tages­zeiten oder gelegentliche Arztmessungen.

Die Hersteller von Blutdruckmessgeräten haben genau darauf reagiert und neuartige Blutdruckmess­geräte entwickelt, die zusätzlich mit einer speziellen Morgenhochdruck-Funktion ausgestattet sind. Diese erkennt überhöhte Blutdruckwerte am Morgen und zeigt das Gesundheitsrisiko mit einem Symbol auf dem großen Display an. Auch registriert das Gerät automatisch unregelmäßige Pulsschläge und zeigt an, dass die Messung wiederholt werden sollte. Unregelmäßigkeiten können nicht nur das Blutdruckergebnis verfälschen, sie könnten vor allem ein Hinweis auf Herzrhythmus-Störungen sein. Wenn das Warnsymbol für unregelmäßigen Puls häufiger auf dem Display erscheint, sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache abzuklären.

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