Braunkohle, Erdgas, Rohöl, Grafik: AdobeStock_33100305

Klimaneutral und zukunftsfähig

Wie sich die kohlenstoffbasierte Industrie in Mitteldeutschland wandelt.

Die Industrie im Mitteldeutschen Revier, insbesondere die Chemie- und Kunststoffbranche, steht vor großen Veränderungen. Sie nutzt bislang fossile Rohstoffe wie Braunkohle, Erdgas oder Rohöl – doch um klimaneutral zu werden, braucht es neue Wege. Eine neue Studie des Wuppertal Instituts und des Unternehmensberaters Arvid Friebe, im Auftrag des Forum Rathenau, zeigt, wie dieser Wandel gelingen kann.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann die Region ihre starke industrielle Basis erhalten – und gleichzeitig klimaneutral werden?

Die Studie analysiert die aktuellen Herausforderungen und zeigt konkrete Chancen und Strategien für die Transformation. Dazu gehören innovative Technologien, neue Geschäftsmodelle rund um Bioökonomie, CO₂-Nutzung und Kreislaufwirtschaft sowie neue Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem sogenannten Stoffverbund – einem Netzwerk aus Industrieanlagen, das Materialien und Energie effizient austauscht. Dieses System ist eine starke Grundlage für eine klimaneutrale Industrie der Zukunft.

Fünf zentrale Erkenntnisse der Studie:

  • Wandel ist unvermeidlich: Die klimaneutrale Zukunft verändert bestehende Produktionsprozesse grundlegend – vor allem in Industrien, die fossile Rohstoffe oder hohe Temperaturen brauchen.
  • Mitteldeutschland kann Vorreiter sein: Das Chemiedreieck der Region hat das Potenzial, eine führende Rolle im Wandel zu übernehmen – dank seiner Infrastruktur und starken Vernetzung.
  • Politik muss unterstützen: Damit der Wandel gelingt, braucht es klare Rahmenbedingungen auf allen Ebenen – von der Region bis zur EU.
  • Eine gemeinsame Strategie ist nötig: Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sollten eine regionale Carbon-Strategie entwickeln, die gezielt die Stärken der Region bündelt.
  • Grüne Produkte brauchen Märkte: Damit Unternehmen erfolgreich klimaneutral produzieren können, müssen ihre Produkte auch am Markt bestehen – Übergangslösungen sind notwendig.

„Die Studie zeigt: Die Transformation ist machbar – wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt Christoph Zeiss vom Wuppertal Institut.

„Sie liefert konkrete Empfehlungen, wie wir gemeinsam den Strukturwandel gestalten können“, ergänzt Kerstin Schmidt vom Forum Rathenau.

Hintergrund zur Studie
Die Studie „Strukturwandel: Kohlenstoffbasierte Industrien in Mitteldeutschland auf dem Weg in neue Märkte“ wurde vom Wuppertal Institut und Arvid Friebe im Auftrag des Forum Rathenau e. V. erstellt. Sie beleuchtet die wirtschaftliche Lage, das Entwicklungspotenzial und konkrete Schritte auf dem Weg zu einer klimaneutralen Industrie im Mitteldeutschen Revier.

Gunnar Redmer

Deutschlands größter Batteriespeicher geht ans Netz

Deutschlands größter Batteriespeicher geht ans Netz

Beuna/Krumpa. Sachsen-Anhalt baut seine Rolle als Energiestandort weiter aus: In Beuna/Krumpa im Saalekreis ist der nach Angaben der Landesregierung derzeit größte zusammenhängende Batteriespeicher-Cluster Deutschlands im operativen Betrieb feierlich in Betrieb genommen worden. Die Anlage der Münch Energie GmbH verfügt zunächst über eine Speicherkapazität von rund 500 Megawattstunden (MWh). Noch in diesem Jahr soll die Kapazität…

Gelsenwasser investiert in die Zukunft der Industriekläranlage Schkopau

Gelsenwasser investiert in die Zukunft der Industriekläranlage Schkopau

Schkopau. Der Wasserdienstleister Gelsenwasser setzt seinen Modernisierungskurs am Chemiestandort Schkopau fort und investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in die Industriekläranlage. Mit den Maßnahmen will das Unternehmen die Infrastruktur modernisieren, die Energieeffizienz steigern und den Standort langfristig stärken. Ein sichtbares Zeichen der Investitionen ist der Neubau einer modernen Schaltzentrale. Das Gebäude entsteht vollständig in Holzbauweise und…

Nacht der Ideen im Kraftwerk Zschornewitz: Zukunft gemeinsam gestalten

Nacht der Ideen im Kraftwerk Zschornewitz: Zukunft gemeinsam gestalten

Gräfenhainichen. Das Industriedenkmal Kraftwerk Zschornewitz wurde am vergangenen Donnerstag zum Treffpunkt für Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Austausch. Im Rahmen der „Nacht der Ideen“ diskutierten zahlreiche Gäste aus Deutschland und Frankreich über die Frage, wie die Erde auch für kommende Generationen ein lebenswerter Ort bleiben kann. Die Veranstaltung brachte Fachleute, Kunstschaffende und interessierte Bürgerinnen und Bürger…

Digitalisierung und KI verständlich erklärt

Digitalisierung und KI verständlich erklärt

Merseburg. Anlässlich des bundesweiten Digitaltags 2026 lädt das Zukunftszentrum Digitale Arbeit Sachsen-Anhalt Unternehmen zu zwei kostenfreien Veranstaltungen an die Hochschule Merseburg ein. Am Donnerstag, 25. Juni, findet von 13 bis 17 Uhr eine offene Sprechstunde statt. Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Beschäftigte können sich individuell zu Digitalisierungsthemen beraten lassen. Die Expertinnen und Experten des Zukunftszentrums…

Förderbescheid für H2HUB in Sachsen-Anhalt übergeben

Förderbescheid für H2HUB in Sachsen-Anhalt übergeben

Hochschule Merseburg stärkt Wasserstoffkompetenzen in Mitteldeutschland Merseburg. Mit der offiziellen Übergabe der Förderbescheide für das Verbundprojekt „H2HUB in Sachsen-Anhalt“ ist am 4. Juni 2026 an der Hochschule Merseburg ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Mitteldeutschland erreicht worden. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann überreichte den Förderbescheid für die Hochschule persönlich an den kommissarischen…