Martin Rettenberger mit KI / AdobeStock

Künstliche Intelligenz ist derzeit der stärkste Treiber des digitalen Wandel

Künstliche Intelligenz (KI) ist die Schlüsseltechnologie der kommenden Jahre. Sie verändert unsere Gesellschaft und schafft eine neue Realität. Ihr Einsatz definiert Wirtschaft, Märkte und Industrien neu und übt enormen Einfluss auf digitale Geschäftsmodelle aus. 2018 verdreifachte sich die Zahl der Unternehmen, die KI einsetzen und im Jahr 2024 soll allein der europäische Markt auf 42,66 Milliarden Euro steigen – eine jährliche Wachstumsrate von 28,5 Prozent.

Dennoch hat kaum jemand eine klare Vorstellung davon, was KI tatsächlich ist und kann – und welche KI-basierten Geschäftsmodelle wirklich Sinn machen. Dabei können Unternehmen, die jetzt einsteigen, massiv von einem solchen Schritt profitieren. Die Rahmenbedingungen für die KI-Welt von morgen werden heute geschaffen. Richtig angewandt kann KI uns nicht nur helfen, den Alltag zu vereinfachen und Produktionsverfahren ressourcenschonender zu organisieren, sondern auch den öffentlichen Raum sicherer zu machen, gesünder zu leben und globale Krisen zu lösen.

KI kann Unternehmen helfen, Prozesse zu automatisieren, die Effizienz zu erhöhen, Prognosen zu verbessern, Produkte zu personalisieren. Um diese Potenziale sinnvoll zu erschließen und in Business-Modelle zu übersetzen, braucht es eine aktive und aufgeklärte Auseinandersetzung mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI-Systemen. Fakt ist: Die KI treibt den Prozess des digitalen Wandels rasant voran. Erstmals in der Geschichte der Menschheit ändert sich die Beziehung zwischen Mensch und Maschine.

Selbstlernende Systeme sind immer weniger Werkzeug im herkömmlichen Sinne, sondern entwickeln eigenständige Entscheidungen. Wer die Digitalisierung meistern will, ist gut beraten, menschliche und maschinelle Intelligenz konstruktiv miteinander zu verknüpfen. Denn kombiniert sind sie erfolgreicher als für sich allein: Die Zukunft gehört der Allianz von Mensch und Maschine.

Sechs Thesen zu einem kompetenten Umgang mit KI:

  1. KI ist ein Mythos
    Sie ist weder eine unbekannte Lebensform, die mit hoher Geschwindigkeit aus der Zukunft auf uns zu rast und uns unterwerfen oder gar auslöschen will noch eine maschinelle Superintelligenz, die uns von allem Elend erlösen kann, indem sie das Paradies auf Erden schafft? Beide Annahmen trivialisieren entweder die Technologie oder überschätzen sie als Alleskönner.
  2. KI ist ein Missverständnis
    In der Diskussion um die KI interpretieren wir das Lösen strategischer Probleme als Intelligenz und die Fähigkeit, auf die Komplexität der Welt durch Kreativität und Gefühl zu reagieren als menschliches Bewusstsein. Wenn Computer im menschlichen Sinne »intelligent« sein sollten, müssten sie Schmerz und Freude empfinden können. Dann wären sie aber keine künstlichen Maschinen mehr, sondern lebende Organismen.
  3. KI ist ein Meister der Prognose
    KI wird sich in vielen Bereichen durchsetzen, weil sie einen entscheidenden ökonomischen Faktor aufweist: Sie verbilligt Prognosen. Im Unterschied zur »Datenverarbeitung « schaut KI in die Zukunft. Diese prognostische Kompetenz erleichtert die Entwicklung komplexer KI-Systeme. Sie sind das Fernrohr, durch das wir den Verlauf berechenbarer Dinge besser erkennen können. Nicht weniger. Aber auch nicht mehr.
  4. KI erzwingt ein Upgrade
    menschlicher Intelligenz KI kann nur wahrhaft intelligent sein, wenn sie durch humane Ziele und Bedeutungen gestaltet ist. Diese Ziele liegen jenseits maschineller Logik. Sie sind Hervorbringungen der menschlichen Kultur, Ausdrucksformen der Empathie und des Bewusstseins. KI fordert
    uns heraus, unsere Werte neu zu definieren und zu verstehen, was Erfahrung, Bedeutung und Wissen wirklich bedeuten.
  5. KI ist ein Jobshifter, kein Jobkiller
    Künstliche Intelligenz wird uns helfen, menschliche Tätigkeiten überflüssig zu machen, die komplexeren, kreativeren und kommunikativeren Aufgaben zuwenden, die menschliche Eigenschaften wie Empathie erfordern. Die KI wird etablierte Berufe verändern und durch Differenzierung viele neue Tätigkeitsfelder hervorbringen.
  6. KI stellt die Frage nach der Freiheit neu
    Im Spannungsverhältnis zwischen dem Digitalen und dem Humanen entwickeln sich der menschliche Geist und menschliche Fähigkeiten weiter und erreichen neue evolutionäre Stufen. Es entstehen neue Machtverhältnisse, neue Konflikte. Aber auch ein neues Selbstbewusstsein und die Vision einer neuen, humaneren Welt.

Die neuen Trendstudie »Künstliche Intelligenz« weist Unternehmen den Weg, um sich für einen zukunftsweisenden Umgang mit KI aufzustellen. Experteninterviews und Porträts von KI-Visionären liefern wichtige Insights. Zu Wort kommen unter anderem Prof. Dr. Sarah Spiekermann, die sich mit den Grenzen der maschinellen Intelligenz und der Bedeutung menschlicher Werte in Zeiten zunehmender Automatisierung auseinandersetzt.

Prof. Dr. André Reichel geht der Frage nach, wie KI uns helfen kann, autonomer zu wirtschaften und zu leben. Die Risiken und Potenziale von KI und die Chancen für Deutschland stehen im Fokus von Prof. Dr. Andreas Dengel. Dr. Daniel Dettling beschäftigt sich mit den Chancen der Demokratie in einer Ära der KI und Prof. Dr. Martina Mara gibt Einblicke in die psychologischen Aspekte des neuen Miteinanders zwischen Mensch und Maschine.

Trend-Studie »Künstliche Intelligenz« 144 Seiten ISBN: 978-3-945647-59-2

Herausgegeben vom Zukunftsinstitut GmbH Kaiserstr. 53 60329 Frankfurt am Main info@zukunftsinstitut.de zukunftsinstitut.de

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