Leuna. Wenn sich am 23. April 2026 im cCe Kulturhaus die Türen öffnen, wird eines schnell deutlich: Der Leuna Dialog ist längst mehr als eine klassische Standortmesse. Bereits zum 21. Mal bringt die Veranstaltung Unternehmen, Dienstleister und Entscheider der chemienahen Industrie zusammen – und setzt damit ein starkes Zeichen in herausfordernden Zeiten.
Mit über 120 Ausstellern ist die Messe so gefragt wie nie. Was einst als regionale Leistungsschau begann, hat sich zu einem bedeutenden Branchentreff mit überregionaler Strahlkraft entwickelt. Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten, globaler Unsicherheiten und wachsender regulatorischer Anforderungen ist der Austausch innerhalb der Industrie wichtiger denn je. Der Leuna Dialog bietet dafür die passende Plattform.
Industrie im Wandel – Lösungen im Fokus
Im Mittelpunkt stehen Innovationen, die den Wandel der Industrie vorantreiben. Digitalisierung, Energieeffizienz und nachhaltige Technologien prägen das Bild der Ausstellung.
So zeigt Actemium, wie sich klassische Industrieprozesse in die digitale Zukunft überführen lassen. Mit KI-gestützten Lösungen werden bislang papierbasierte Schaltpläne automatisiert analysiert und in digitale Systeme überführt – ein entscheidender Schritt für effizientere Wartung, Planung und Dokumentation.
Auch Katronic setzt auf innovative Technologien: Mit berührungsloser Ultraschallmesstechnik ermöglicht das Unternehmen präzise Durchflussmessungen, ohne in laufende Prozesse eingreifen zu müssen. Das reduziert Stillstandszeiten, erhöht die Sicherheit und spart Kosten – ein Beispiel dafür, wie technologische Lösungen konkrete Vorteile im industriellen Alltag schaffen.
Energieprojekte als Schlüsselthema
Ein weiteres zentrales Thema ist die Energieversorgung der Zukunft. Hier spielt Ritter Starkstromtechnik eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist an mehreren Großprojekten beteiligt, die den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieinfrastruktur vorantreiben.
Dazu gehört unter anderem der Bau einer Abwärmetrasse zwischen Leuna und Leipzig. Über diese wird industrielle Abwärme in das Fernwärmenetz eingespeist – ein Projekt, das nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch einen Beitrag zur Reduzierung fossiler Energieträger leistet. Ergänzt wird dies durch Projekte wie Batteriespeicherlösungen und Power-to-Heat-Anlagen, die erneuerbare Energien besser nutzbar machen.
Programm: Impulse für die Zukunft
Neben der Ausstellung bietet der Leuna Dialog auch ein umfangreiches Vortragsprogramm. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im Carl-Bosch-Saal mit der offiziellen Eröffnung und Begrüßung durch InfraLeuna-Geschäftsführer Dr. Christof Günther. Ein Grußwort aus der Bundespolitik unterstreicht die Bedeutung des Standorts für die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands.

Im Fritz-Haber-Saal folgen anschließend Fachvorträge zu aktuellen Zukunftsthemen:
- Um 11:30 Uhr steht die Rolle des Chemiestandorts Leuna als Hub für innovative Biotechnologie im Fokus.
- Um 13:30 Uhr geht es um grünen Wasserstoff und neue Elektrolyse-Technologien – zentrale Bausteine für die Energiewende.
- Den Abschluss bildet um 14:30 Uhr ein Vortrag zur Weiterentwicklung der Infrastruktur, insbesondere durch effiziente Lösungen im Logistikbereich.
Die Themen zeigen: Der Leuna Dialog ist nicht nur Schaufenster, sondern auch Denkfabrik.
Starkes Netzwerk als Erfolgsfaktor
Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Chemiestandorts ist das enge Zusammenspiel zwischen Produzenten, Dienstleistern und Technologiepartnern. Unternehmen wie Ritter Starkstromtechnik, Actemium und Katronic stehen exemplarisch für diese Vielfalt und Innovationskraft.
Der Leuna Dialog macht sichtbar, wie wichtig dieses Netzwerk ist – und wie sehr die Zukunft der Industrie von Zusammenarbeit geprägt sein wird. Neue Kontakte, gemeinsame Projekte und der Austausch von Ideen stehen dabei im Mittelpunkt.
Ein klares Signal für die Region
Trotz aller Herausforderungen zeigt der Leuna Dialog 2026 vor allem eines: Vertrauen in die Zukunft. Die hohe Nachfrage nach Ausstellungsplätzen und das breite Themenspektrum belegen, dass der Standort Leuna weiterhin als bedeutender Industrie- und Innovationsstandort wahrgenommen wird.
Der Leuna Dialog ist damit nicht nur ein Treffpunkt der Branche, sondern auch ein klares Signal: Die Industrie in Mitteldeutschland stellt sich den Herausforderungen – und gestaltet aktiv ihre Zukunft.
Falk Morgenstern





