Leuna. Die Stadt Leuna kann in diesem Jahr mit einer umfangreichen finanziellen Unterstützung für zentrale Stadtentwicklungsprojekte rechnen: Insgesamt rund 3,6 Millionen Euro stellt das Land Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Bund im Rahmen der Städtebauförderung bereit. Die Übergabe der entsprechenden Bescheide erfolgte am Donnerstag durch die Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens, an Bürgermeister Michael Bedla.
„Damit bekommt die Stadt Planungssicherheit für mehrere größere Projekte, und jeder Fördereuro zieht erfahrungsgemäß weitere private Investitionen nach sich“, betonte Hüskens. Die Mittel seien ein bedeutender Beitrag, um Leuna weiter aufzuwerten und die Lebensqualität zu stärken.
Großprojekt Friedrich-Ebert-Straße erhält den Löwenanteil der Mittel
Der größte Teil der Fördersumme – rund 2,2 Millionen Euro – ist für die Sanierung der Friedrich-Ebert-Straße vorgesehen. Die Maßnahme gilt als zentral für die zukünftige verkehrliche Entwicklung der Stadt. Gemeinsam mit der Landesstraßenbaubehörde und der HAVAG befindet sich die Stadt bereits im engen Austausch, um die sogenannte Nordanbindung zwischen Kötzschener Weg und Industrietor zeitnah zu planen.
„Mit der Zusicherung der Fördermittel können wir 2028 planen und 2029 mit der baulichen Realisierung beginnen“, so Bürgermeister Bedla. Das Projekt sei ein wichtiger Baustein, um die Infrastruktur leistungsfähig und zukunftsorientiert auszubauen.
1,3 Millionen Euro für das kulturhistorisch bedeutende cCe Kulturhaus
Auch das cCe Kulturhaus, seit Jahrzehnten ein prägendes Gebäude der Stadt, erhält eine kräftige Finanzspritze: Gut 1,3 Millionen Euro stehen für Planung und statisch-konstruktive Sicherung bereit.
Bedla unterstrich die Bedeutung des Hauses für das gesellschaftliche Leben Leunas: „Unser Ziel ist es, das Gebäude langfristig und nachhaltig nutzen zu können. Es soll als kultureller Treffpunkt unbedingt erhalten bleiben.“ Die Maßnahme ist Bestandteil des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts.


Ministerin Hüskens: Attraktive Zentren auch im ländlichen Raum entscheidend
Abschließend hob Hüskens die wachsende Bedeutung lebendiger Ortszentren hervor – insbesondere abseits der großen Ballungsräume:
„Attraktive Zentren sind wichtiger denn je, um den Menschen lebenswerte Wohnquartiere zu bieten und deren kontinuierliche Entwicklung zu stärken. Daran arbeiten wir. Jeden Tag.“ Die Städtebauförderung sei ein praktisches Beispiel dafür, wie Kommunen strukturell und nachhaltig unterstützt werden können.
Saalekreis erhält insgesamt 8,6 Millionen Euro
Die Förderbescheide für Leuna sind Teil eines umfangreichen Pakets: Im gesamten Saalekreis fließen 2024 rund 8,6 Millionen Euro in städtebauliche Maßnahmen. Gefördert werden Projekte in den Programmlinien:
- Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten
- Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne
- Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten
Neben Leuna profitieren u. a. auch:
Mücheln
- 666.660 Euro für Außenanlagen der Sport- und Kegelhalle „Eptinger Rain“, darunter Parkplätze, Flutlicht, Regenwasserrückhaltung und Laufbahnsanierung.
Merseburg
- Über 2,6 Millionen Euro, u. a. für die Sanierung des historischen Schlossgartensalons (1,3 Mio. Euro),
- für die Umgestaltung des Rosen- und Klimagartens am Gotthardteich (200.000 Euro),
- sowie für einen neuen öffentlichen Spielplatz an der Weißenfelser Straße/Sixtistraße (650.665 Euro).
Bad Lauchstädt / Schafstädt
- Insgesamt rund eine Million Euro, u. a. für die Erneuerung des historischen Rathauses (200.000 Euro)
- und für die Sicherung denkmalwerter Bausubstanz in der Marktstraße 14 in Schafstädt (200.000 Euro).
Land Sachsen-Anhalt investiert landesweit über 91 Millionen Euro
Insgesamt stellt das Land im Jahr 2024 rund 91,2 Millionen Euro für die städtebauliche Entwicklung bereit. Allein im Programm Lebendige Zentren fließen rund 32 Millionen Euro in die Erhaltung und Aufwertung historischer Stadt- und Ortskerne.
Falk Morgenstern





