Mit „Saalekreis mobil“ startet am 1. Oktober ein neues Verkehrsangebot, das auch in Merseburg, Leuna und im südlichen Saalekreis für mehr Flexibilität im öffentlichen Nahverkehr sorgen soll. Fahrgäste können ihre Fahrt nach Bedarf bestellen – unabhängig von einem festen Fahrplan. Zum Start sind bis zu acht Fahrzeuge im gesamten Landkreis unterwegs.
Ob zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkauf oder zum nächsten Bahnhof: Gerade außerhalb dichter Taktverbindungen ist Mobilität im südlichen Saalekreis nicht immer selbstverständlich. Hier setzt das neue Angebot „Saalekreis mobil“ an. Der Linienbedarfsverkehr startet am 1. Oktober 2026 im gesamten Landkreis und ergänzt den bestehenden Bus- und Bahnverkehr. Entwickelt wurde das Angebot gemeinsam von der Personennahverkehrsgesellschaft Merseburg-Querfurt (PNVG) und der OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH. Grundlage ist der neue Nahverkehrsplan 2026 des Landkreises.
Für Fahrgäste in Merseburg, Leuna und den umliegenden Städten und Gemeinden bedeutet das vor allem mehr Flexibilität: Die Fahrzeuge verkehren nicht nach einem festen Fahrplan, sondern werden bei Bedarf bestellt. Ein softwaregestütztes System bündelt Fahrtwünsche mehrerer Fahrgäste mit ähnlichen Wegen. So soll „Saalekreis mobil“ insbesondere dort Lücken schließen, wo einzelne Rufbusfahrten künftig entfallen oder der klassische Linienverkehr keine passende Verbindung bietet.
Besteht zur gewünschten Zeit bereits eine geeignete Bus- oder Bahnverbindung, hat diese allerdings Vorrang. In diesem Fall ist „Saalekreis mobil“ nicht buchbar. Ob eine Fahrt angeboten werden kann, erfahren die Nutzer direkt bei der Bestellung.
„Mit ‚Saalekreis mobil‘ entwickeln wir den ÖPNV im Saalekreis ein gutes Stück weiter. Unser Ziel ist es, Mobilität auch dort verlässlich zu ermöglichen, wo ein klassischer Linienverkehr nicht jede Nachfrage abdecken kann“, erklärt Annett Hellwig, Dezernentin für Gesundheit, Soziales und Bildung. Das neue Angebot schaffe mehr Flexibilität und sei ein wichtiger Baustein für einen zukunftsfähigen Nahverkehr.
Von der eigenen Adresse zum gewünschten Ziel
Zum Start werden bis zu acht Fahrzeuge im Saalekreis eingesetzt. Fahrgäste müssen dabei nicht zwingend eine klassische Bushaltestelle aufsuchen. Bei der Buchung geben sie ihre Adresse beziehungsweise ihren gewünschten Startpunkt an. Das System zeigt anschließend den konkreten Ein- und Ausstiegspunkt an.
Neben bestehenden Haltestellen können auch andere straßenverkehrsrechtlich zulässige Adressen genutzt werden, sofern das Buchungssystem diese bestätigt. Damit kann der neue Service beispielsweise für den Weg zum Arbeitsplatz in Leuna, zum Arzttermin, zum Einkauf oder für andere alltägliche Fahrten genutzt werden.
Buchung per App oder am Computer
Gebucht wird über die mopla-App für iOS und Android oder über die Web-App am Computer. Buchungen sind rund um die Uhr und bereits für den folgenden Tag möglich. Start, Ziel und Wunschzeit müssen spätestens eine Stunde vor der Fahrt angegeben werden. Die Abholung erfolgt innerhalb eines Zeitfensters von etwa 15 Minuten rund um die gewünschte Zeit.
Die Bedienzeiten sind umfangreich: Montags bis samstags fahren die Fahrzeuge von 5 bis 21 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr. Am 24. und 31. Dezember steht das Angebot von 5 bis 17 Uhr zur Verfügung.
Deutschlandticket und MDV-Fahrscheine gelten
Voraussetzung für die Nutzung ist ein gültiger Fahrschein des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) oder ein Deutschlandticket. Hinzu kommt ein Zuschlag. Dieser besteht aus einem Bereitstellungspreis von einem beziehungsweise zwei Euro pro Bestellung sowie einem entfernungsabhängigen Betrag von 10 beziehungsweise 20 Cent je Luftstreckenkilometer und Person. Je nach Tageszeit gelten unterschiedliche Tarife. Für Kinder sowie bestimmte weitere Fahrgastgruppen gibt es Ermäßigungen oder Befreiungen vom Zuschlag.
Mit dem Start von „Saalekreis mobil“ werden einzelne bisherige Rufbusfahrten durch das neue bedarfsorientierte Angebot ersetzt. Für PNVG-Geschäftsführer Enrico Kretzschmar liegt genau darin eine Stärke des neuen Systems: „Mit Saalekreis mobil bringen wir Mobilität dorthin, wo der klassische Linienbus an seine Grenzen stößt.“
Auch Berufspendler und ältere Menschen hat das neue Angebot im Blick. Entscheidend sei eine möglichst einfache Nutzung, betont OBS-Geschäftsführer Fabian Watzke. Deshalb setze man auf eine unkomplizierte Buchung und persönliche Unterstützung beim Einstieg.
Weitere Informationen zu Buchung, Tarifen und Nutzung gibt es unter saalekreis-mobil.de.
Falk Morgenstern





