Mehr als 500 Fachleute diskutieren über Smart City, Verwaltungsdigitalisierung und Künstliche Intelligenz
Merseburg. Wie können digitale Lösungen schneller den Weg aus der Theorie in die praktische Anwendung finden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 26. und 27. August die Merseburger Digitaltage 2026. Mehr als 500 Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kamen auf dem Campus der Hochschule Merseburg zusammen. Unter dem Motto „Smart City und Digitale Verwaltung – Wir bringen Lösungen in die Praxis!“ standen vor allem der Erfahrungsaustausch, konkrete Anwendungen und die Vernetzung der verschiedenen Akteure im Mittelpunkt.
Die Veranstaltung hat sich inzwischen weit über die Region hinaus als Plattform für die digitale Transformation etabliert. Zu den Initiatoren gehören brain-SCC, das Merseburger Innovations- und Technologiezentrum (MITZ), die Hochschule Merseburg, die Städte Merseburg und Halle (Saale), der Saalekreis sowie das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt.



Wichtige Plattform für die digitale Transformation
Die Bedeutung der Veranstaltung unterstrich Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens: „Die Merseburger Digitaltage haben sich in den vergangenen Jahren als wichtige Plattform für den Austausch zu Digitalisierung, Innovation und Zukunftstechnologien etabliert. Sie bringen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft zusammen und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur digitalen Transformation im Sinne unserer Dachstrategie ‚Sachsen-Anhalt Digital 2030‘.“
Dabei geht es längst nicht mehr allein um neue Technologien. Eine leistungsfähige digitale Verwaltung entwickelt sich zunehmend zu einem Standortfaktor für Kommunen und Regionen. Kevin Löber, Geschäftsführer des MITZ, sieht gerade im Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand die Chance, Innovationen anzustoßen und digitale Lösungen schneller in die Praxis zu überführen.
Auch die Hochschule Merseburg versteht die Veranstaltung als Impulsgeber. Ihr kommissarischer Rektor Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß verwies insbesondere auf die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Obwohl KI als Forschungsfeld bereits seit Jahrzehnten existiert, würden ihre Chancen und Risiken erst heute in großer gesellschaftlicher Breite diskutiert. Die Digitaltage sollen diese Veränderungen auch künftig begleiten und mitgestalten.
Von der digitalen Baugenehmigung bis zum Digitalen Zwilling
Wie konkret Digitalisierung bereits funktioniert, zeigten zahlreiche Praxisbeispiele. Einen Schwerpunkt bildete der erste Anwendertag zur EfA-Lösung „Digitale Baugenehmigung“. Bauaufsichtsbehörden berichteten über ihre Erfahrungen, den aktuellen Stand der Einführung und geplante Weiterentwicklungen. Vorgestellt wurden zudem neue Online-Dienste etwa für Denkmalschutz, Akteneinsicht und Baulastverzeichnisse sowie neue Funktionen rund um BIM, Künstliche Intelligenz und Geodaten.
Die Stadt Halle präsentierte ihr datengestütztes Innenstadtmanagement im Digitalen Zwilling. Für den Saalekreis wiederum bieten die Digitaltage eine wichtige Gelegenheit, sich unmittelbar mit Entwicklern und Anwendern digitaler Verwaltungsangebote auszutauschen. Ziel ist es, Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger praktikabler zu gestalten und zugleich interne Verwaltungsprozesse effizienter zu organisieren.
Am zweiten Veranstaltungstag standen Workshops, Impulsvorträge und Best-Practice-Beispiele in parallelen Sessions auf dem Programm. Auch die „Schkopauer Runde“ wurde fortgesetzt. Hier kommen Kommunen, Landkreise und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt zusammen, um Anforderungen an die Verwaltungsdigitalisierung zu formulieren und den praxisnahen Austausch zu fördern. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Ziel, Verwaltungen lösungsorientiert, ressourcenschonend und zukunftsfähig aufzustellen.
Raum erhielten außerdem Gründungsinteressierte sowie Gründerinnen und Gründer, die ihre Ideen und Projekte vorstellen konnten. Vier Ausstellerforen ergänzten das Programm mit Fachvorträgen zu innovativen IT-Lösungen, aktuellen Entwicklungen und erfolgreichen Anwendungen in der öffentlichen Verwaltung.
Damit machten die Merseburger Digitaltage 2026 deutlich, dass digitale Transformation vor allem vom Zusammenspiel vieler Akteure lebt. Wenn Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ihre Erfahrungen bündeln, können aus neuen Technologien konkrete Lösungen entstehen – für effizientere Verwaltungen, leistungsfähige Kommunen und eine digital gut aufgestellte Region.
Falk Morgenstern





