Zum Tag der Städtebauförderung rückt Leuna das Areal in der Walter-Bauer-Straße in den Blickpunkt
Noch ist hier Baustelle und die darf nicht jeder betreten. Anders ist das jedoch am Tag der Städtebauförderung. Da kann sich jedermann in der Walter-Bauer-Straße im Gebäude der so genannten Alten Post umschauen und staunen, was aus dem einst leerstehenden Haus geworden ist. Bis zum Herbst, sagt der Leunaer Bürgermeister Michael Bedla, werden alle Mieter hier eingezogen sein. Auch der Platz vor dem langgestreckten Gebäude wird dann gestaltet sein.
Entstanden sind seit Baubeginn 2021 insgesamt 31 helle, moderne Zwei- und Dreiraumwohnungen. Zwei Fahrstühle und eine große Dachterrasse als Treffpunkt gehören dazu sowie im Erdgeschoss sechs Gewerbeeinheiten – zwei davon medizinische Dienstleister. Alles hier ist barrierefrei. Das ist das Besondere an diesem Bauensemble und das große Plus. So ist es nicht verwunderlich, dass es insbesondere bei älteren Mietern auf großes Interesse stößt und die allermeisten Wohnungen bereits vergeben sind. Damit verschwindet nun endlich eine unansehnliche Ecke, findet die Leunaerin Monika Schladebach. »Das stand lange leer«, sagt sie. »Ich kenne ja noch die ganz alte Post. Jetzt sieht das gut aus mit den Geschäften. Ein Fleischer müsste hier noch rein, der fehlt in Leuna.«
Die Alte Post ist über die so genannte Städtebauförderung saniert und umgebaut worden. Am Tag der Städtebauförderung, der seit 15 Jahren Anfang Mai deutschlandweit begangen wird, zeigen Kommunen, welche Schwerpunkte sie setzen. In die Finanzierung teilen sich Bund, Land und Kommune gleichermaßen. So werden speziell Vorhaben gefördert, die einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung dienen und die die Kommune als Wirtschafts- und Wohnort stärken, die ihr Gesicht prägen und die durch die Förderung etwas großzügiger konzipiert werden können. So ist es auch in Leuna.
Bürgermeister Bedla erklärt: »Wir hätten auch günstig sanieren können. Aber da wären die Schmuckelemente weggefallen wie Loggia und Balkone. Die Förderung gleicht die unrentablen Kosten etwas aus und gibt uns die Möglichkeit, den Altbestand so zu sanieren, wie er gedacht war, damit das Gesicht der Stadt erhalten bleibt.« Er freue sich jedenfalls, dass die Stadt mit den Mitteln des Bundes alles wieder herrichten konnte. Er fahre gern an der Post vorbei, sagt er. »Das ist doch was, das prägt das Stadtbild.« Schon einige Projekte sind in den vergangenen Jahren unter dieser Rubrik fertiggestellt worden. Zum Beispiel der Haupttorplatz am Werkseingang, viele Straßen, Wege und Plätze. Knapp acht Millionen Euro sind in der Zeit, seit sich Leuna um Städtebauförderung bemüht, geflossen. Auch in den Ortschaften habe sich durch das eigens für den ländlichen Raum aufgelegte Dorferneuerungsprogramm viel getan, so Bedla. »Alle unsere Ortschaften waren da schon bedacht. Das Programm ist nun weitgehend abgeschlossen.«
Neue Projekte sind schon in der Schublade – z. B. im Straßenbau, um den Chemiestandort zu unterstützen. Zudem soll Geld für das Kulturhaus eingeworben werden. Und zusammen mit dem Landkreis soll der Nordflügel der August-Bebel-Schule saniert werden. Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die Nord-Anbindung der Friedrich-Ebert-Straße, damit der Verkehr sicherer und flüssiger vonstattengeht. Anja Stange und Gerrit Sandmann von der Stadt Leuna waren zufrieden mit dem Aktionstag: Viele Leunaer ließen sich die Gelegenheit, sich einer Führung durch das modernisierte historische Gebäude anzuschließen, nicht entgehen. Auch Gerta Bürkner war neugierig. Sie, die einst Vorsitzende des Aufsichtsrates der Leunaer Wohnungswirtschaft war, findet, das ist »ein kleines Schmuckstück« geworden. Ein Hingucker in der Stadt. Neben der Möglichkeit, sich in die Alte Post zu träumen, zeigte Frau Zöfelt aus dem Fachbereich Bau eine kleine Ausstellung anderer schöner Wohn- und Erholungsorte der Stadt. Immerhin ist sie, die aus der Kernkommune Leuna und zehn Ortschaften besteht, das Zuhause von 14.500 Bürgern.
Christine Färber





