Teilnehmende Auszubildende am „Energie-Scouts“-Projekt der IHK beim Besuch des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks der InfraLeuna GmbH am Chemiestandort Leuna, Foto: InfraLeuna

Neue Runde der Energie-Scouts erfolgreich abgeschlossen

IHK-Projekt endet mit Abschlussveranstaltung in Schkopau

Schkopau/Leuna. Die aktuelle Runde der „Energie-Scouts“ ist erfolgreich zu Ende gegangen. Die Initiative der Industrie- und Handelskammern (IHK) bietet Auszubildenden die Möglichkeit, sich intensiv mit Themen wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und betrieblichen Einsparpotenzialen auseinanderzusetzen. Auch in diesem Jahr beteiligten sich zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen – von der Chemie- über die Lebensmittelindustrie bis hin zur Technikbranche – mit dem gemeinsamen Ziel, den Energieeinsatz in ihren Betrieben bewusster und effizienter zu gestalten.

Zum Auftakt des Projekts absolvierten die Auszubildenden mehrere Lehrgangstage bei der IHK. Dort erhielten sie grundlegende Einblicke in die Energiewirtschaft, Messtechniken und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Zudem lernten sie verschiedene teilnehmende Unternehmen sowie deren Energiemanagementsysteme, Herausforderungen und Potenziale kennen. Dieses theoretische Fundament bildete die Basis für die anschließende Praxisphase in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben.

Ein besonderer Höhepunkt war ein Projekttag am Chemiestandort Leuna. Im Rahmen einer Standortrundfahrt sowie Unternehmensbesuchen bekamen die angehenden Energie-Scouts umfassende Einblicke in industrielle Produktionsprozesse und die Energieversorgung am größten Chemiestandort Deutschlands. Stationen waren unter anderem die Innospec Leuna GmbH, die vor Ort unter anderem PE-Wachse, Fließverbesserer für Dieselkraftstoff und Heizöl sowie EVACopolymere produziert, sowie das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) der InfraLeuna GmbH. Dieses versorgt die ansässigen Unternehmen zuverlässig mit Strom und Dampf.

Gruppenbild bei der Abschlussfeier des Programms „IHK-Energie-Scouts“ in Schkopau, Foto: IHK/Uwe Köhn

Vor Ort konnten die Auszubildenden die einzelnen Stufen der Energieumwandlung in einem Wärmekraftwerk praxisnah nachvollziehen – von der chemischen Energie bis zur Stromerzeugung mittels Gas- und Dampfturbinen. Zusätzlich wurde verdeutlicht, wie Abwärme über Dampfkessel zur Versorgung der Produktionsanlagen genutzt wird.

In der anschließenden Scouting-Phase setzten die Teilnehmenden ihr erworbenes Wissen gezielt ein: Sie identifizierten konkrete Energieeinsparpotenziale in ihren Betrieben und entwickelten eigene Projekte zur Optimierung. Ein Beispiel lieferte das Team der InfraLeuna GmbH, das die Beleuchtung in der Tankreinigung analysierte und ein Konzept zur vollständigen Umrüstung auf LED-Technik erarbeitete. Das Ergebnis: eine jährliche Stromeinsparung von rund 15.500 Kilowattstunden und ein finanzielles Einsparpotenzial von etwa 4.000 Euro.

Der feierliche Abschluss des Projekts fand am 21. April 2026 in Schkopau statt. Insgesamt neun Projektgruppen präsentierten dort ihre Ergebnisse, die im Anschluss von einem Energieberater fachlich eingeordnet wurden. Mit der Übergabe der Urkunden an die neuen IHK-Energie-Scouts sowie einer abschließenden Anlagenbegehung bei der Synthos Schkopau GmbH endete das Projekt offiziell.

„Die Energie-Scouts zeigen eindrucksvoll, welches Engagement und welche Fachkompetenz bereits in der Ausbildung steckt. Dass unsere Auszubildenden aktiv Verantwortung für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit übernehmen, ist ein großer Gewinn – sowohl für das Unternehmen als auch für ihre persönliche Entwicklung“, betonte Raphael Gründel, Personalleiter der InfraLeuna GmbH. Zugleich unterstrich er die Bedeutung des Projekts für die Personalentwicklung: „Es verbindet fachliche Qualifizierung, unternehmerisches Denken und Teamarbeit auf vorbildliche Weise.“

Mit dem erfolgreichen Abschluss geht eine weitere Runde eines Projekts zu Ende, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch konkrete Impulse für mehr Nachhaltigkeit in den Unternehmen setzt.

Falk Morgenstern

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