Was machen denn die Schülerinnen und Schüler da, habe ich mich gefragt, als ich am späten Vormittag des letzten Maitages in der Nähe des Haupttorplatzes unterwegs war. Ausgestattet mit Einweghandschuhen und Plastetüten sammelten die Kids irgendetwas ein. Im Näherkommen sah ich, dass es Zigarettenkippen waren.
Unglaublich viele hatten den Weg in die Tüten schon gefunden! Meine Neugier war geweckt und so sprach ich einen der Schüler an. Er erzählte mir von dem Schulprojekt der Sekundarschule August Bebel, das u. a. auf die Verschmutzung durch Kippenstummel aufmerksam machen soll und in diesem Jahr zum zweiten Mal am Weltnichtrauchertag umgesetzt wurde. Von der Klassenlehrerin Frau Jung erhalte ich weitere Informationen.
An der Schule gibt es ein Suchtpräventionsteam, das sich mit den verschiedensten Aspekten der Sucht befasst und versucht, durch Projekte und interne Lehrpläne (Biologie, Ethik), Schülerinnen und Schüler zu informieren und aufzuklären. In der Klassenstufe 6 steht im 1. Halbjahr das Thema »Rauchen« im Vordergrund. »Dafür nehmen die sechsten Klassen am Projekt »Never Smoke« teil, das in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Suchtprävention des Saalekreises umgesetzt wird«, erzählt mir Frau Jung.
Am Weltnichtrauchertag, der jedes Jahr am 31. Mai stattfindet, stand ein zusätzlicher Projekttag auf dem Programm der sechsten Klassen. Die Kinder erarbeiteten zu fünf Themen Plakate und stellten sie anschließend vor:
- Die Lunge – Auswirkungen des Rauchens auf den Körper
- Die Tabakpflanze – wo kommen die Zigaretten her?
- Der Weltnichtrauchertag – Motto, Bedeutung
- und Aktionen deutschlandweit
- Neue Rauchmittel – E-Zigarette, E-Sisha und ähnliches
- Zigaretten in der Werbung
Und es ging in die Stadt, wo die Schülerinnen und Schüler in Gruppen an verschiedenen Orten (Schulumfeld, Haupttorplatz und REWE, Weg am Saalearm und Nachbarschaft) Kippen sammelten. Dafür hatten sie eine Unterrichtsstunde lang Zeit. Für mich war es erschreckend, wie viele in den 45 Minuten allein am Haupttorplatz und um den REWE-Markt herum zusammengekommen waren. Frau Jung nannte mir einige Tage später telefonisch das Ergebnis der Sammelaktion: Die gesammelten Kippen aller Teams brachten zusammen drei Kilogramm auf die Waage.





