Merseburg. Wie können Roboter und digitale Technologien Pflegekräfte entlasten und Menschen im Alltag unterstützen? Mit dem neuen Maker- & Education Lab (MEL) schafft die Hochschule Merseburg einen Ort, an dem genau diese Fragen praktisch erprobt werden können. Am 12. März 2026 wurde das Innovationslabor in der Bahnhofstraße 13 offiziell eröffnet.
Das Lab bietet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, moderne Technologien aus der Pflege- und Gesundheitsversorgung kennenzulernen, auszuprobieren und sich mit Fachleuten auszutauschen. Das Angebot richtet sich an Seniorinnen und Senioren, pflegende Angehörige, Fachkräfte im Gesundheitswesen sowie Studierende, Lehrkräfte und Unternehmen.
Innovationen selbst ausprobieren
Im Maker- & Education Lab können Interessierte verschiedene digitale Anwendungen direkt erleben. Dazu gehören unter anderem 3D-Druck, Virtual-Reality-Anwendungen und Therapieroboter, die künftig eine größere Rolle in Pflege und Therapie spielen könnten.
Das Labor konzentriert sich vor allem auf die Weiterentwicklung von Robotik und digitalen Assistenzsystemen. Bestehende Technologien werden vorgestellt und gemeinsam mit Nutzerinnen und Nutzern, Studierenden und Unternehmen weiterentwickelt. So sollen Lösungen entstehen, die sich direkt an den Anforderungen des Pflegealltags orientieren.


Treffpunkt für Praxis und Forschung
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft. Pflegekräfte, Pflegebedürftige und Angehörige können ihre Erfahrungen und Bedürfnisse einbringen. Diese Rückmeldungen helfen dabei, neue technische Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich im Alltag funktionieren.
Teil einer regionalen Innovationsinitiative
Das Maker- & Education Lab ist Teil der Innovationsregion für digitale Transformation der Pflege und Gesundheitsversorgung (TPG) im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt. Ziel der Initiative ist es, digitale Lösungen entlang der gesamten Versorgungskette zu entwickeln und in die Praxis zu bringen.
Insgesamt entstehen fünf Maker- und Education Labs im südlichen Sachsen-Anhalt. Sie sollen die regionale Gesundheitswirtschaft stärken und das Mitteldeutsche Revier zu einer Modellregion für digitale Pflege- und Versorgungsprozesse machen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Erste Technologien bereits im Einsatz
Zur Eröffnung konnten Besucherinnen und Besucher bereits mehrere Technologien ausprobieren, darunter 3D-Drucker, VR-Anwendungen mit der Lernsoftware DigiCare, die Therapierobbe Paro, das Therapiegerät CRDL, einen Telepräsenzroboter AV1, einen smarten Medikamentenspender sowie ein Exoskelett.
Viele dieser Systeme werden künftig dauerhaft im Lab zu sehen sein. Weitere Technologien sollen nach und nach ergänzt werden.
„Im Maker- & Education Lab kann jede und jeder in Merseburg erleben, wie Zukunftstechnologien unseren Alltag in Pflege und Gesundheit erleichtern können – zum Anfassen, Ausprobieren und Kennenlernen“, sagt Prof. Doreén Pick, Prorektorin für Forschung, Wissenstransfer und Existenzgründung an der Hochschule Merseburg. Gerade mit Blick auf eine älter werdende Gesellschaft könnten solche Innovationen dazu beitragen, Selbstständigkeit, Lebensqualität und eine gute Versorgung langfristig zu sichern.
Offene Sprechstunde für Interessierte
Ab Ende April öffnet das Maker- & Education Lab regelmäßig seine Türen für die Öffentlichkeit. Jeden Dienstag von 14 bis 16 Uhr können Interessierte ohne Anmeldung vorbeikommen, die Technologien kennenlernen und Fragen stellen.
Falk Morgenstern





