Spatenstich am 26. Mai 2025, Foto: Georg Ohki, MWU

Schkopau wird Zentrum für innovative Phosphor-Rückgewinnung

Im Chemiepark Schkopau im Saalekreis entsteht ein zukunftsweisendes Projekt: Eine neuartige Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlammasche soll Deutschland unabhängiger von Importen machen und einen bedeutenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Phosphor ist ein essenzieller Nährstoff, der vor allem in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt wird. Da natürliche Phosphatvorkommen hauptsächlich in Ländern wie Marokko, China und Ägypten liegen, ist Deutschland bislang auf Importe angewiesen. Die Europäische Union hat Phosphor daher als kritischen Rohstoff eingestuft.

Das Unternehmen EasyMining Deutschland, gemeinsam mit Gelsenwasser, plant den Bau der weltweit ersten großtechnischen Anlage, die Phosphor umweltfreundlich aus Klärschlammasche zurückgewinnt. Dabei wird die Asche mit Salzsäure behandelt, um Calciumphosphat zu erzeugen – ein weißer, ungefährlicher Stoff, der sich leicht transportieren lässt und von Düngemittelproduzenten benötigt wird.

Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann überreichte kürzlich einen Förderbescheid über 27 Millionen Euro aus dem Just Transition Fund der EU an das Projektkonsortium. „Mit der Ansiedlung der hochinnovativen Anlage zur Phosphorrückgewinnung kann sich Sachsen-Anhalt einmal mehr als Land der Zukunftstechnologien profilieren“, betonte Willingmann.

Die Gesamtinvestition für das Projekt liegt mit 97 Millionen Euro im hohen zweistelligen Millionenbereich. Mit dem Spatenstich am 26. Mai startet das Projekt in die Bauphase, die Inbetriebnahme der Anlage soll Anfang 2027 erfolgen. Das Vorhaben gilt als Leuchtturmprojekt für innovative Kreislaufwirtschaft in Sachsen-Anhalt und könnte als Modell für weitere Anlagen in Europa dienen.

Durch die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm wird nicht nur ein wertvoller Rohstoff recycelt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung geleistet. Das Projekt in Schkopau zeigt, wie technologische Innovationen und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Hand in Hand gehen können.

Falk Morgenstern

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