Am Nikolausabend hatten sich etwa 50 Interessenten zum 25. Leunaer Kunstmarkt im cCe Kulturhaus Leuna eingefunden – rund die Hälfte von ihnen mit der Absicht, ein Werk zu ersteigern. Sie hatten sich am Eingang eine Bieternummer geben lassen. An den Wänden des Walter-Bauer-Saals waren Tische aufgestellt, auf denen eng an eng die eingereichten Kunstwerke lagen.
161 Arbeiten von meist regionalen Künstlern standen zum Verkauf und konnten ab 15:00 Uhr begutachtet werden. Dann, pünktlich um 18:00 Uhr, eröffnete Werner Popp, Vorsitzender des Fördervereins Kulturhaus Leuna e. V., die Veranstaltung. Er verwies auf das 25-jährige Jubiläum und schaute zurück auf 4.800 Arbeiten, die in 24 Jahren aufgerufen wurden, von denen immerhin 2.750 ersteigert wurden. Alles in allem wurde so ein Verkaufserlös von über 163 Tausend Euro erzielt, von dem der größte Anteil an die Künstler ging. Zahlen die Auktionator Theo M. Lies, den viele Leser sicher als Redakteur und Moderator des MDR kennen, nicht aus der Ruhe brachten.
Ohne Umschweife rief er ein Los nach dem anderen auf und konnte nur manchmal sein Erstaunen nicht verbergen, wenn Werke von Uwe Pfeifer, Sven Großkreutz, Manfred Kastner, Günter Grass, Armin Müller-Stahl und selbst Otto Möhwald keinen Bieter fanden. Dabei wäre die Auktion die Gelegenheit gewesen, eine Meistergrafik oder auch Plastik und Keramik zum günstigen Preis zu bekommen. Der Aufrufpreis liegt üblicherweise weit unter dem Schätzpreis der Arbeiten. Aber offensichtlich spekuliert das Leunaer Kunstmarkt-Publikum nicht und kauft Kunst nicht nach dem Namen oder vermeintlichen Marktwert, sondern allein nach Gefallen. Richtig so! Am Ende war wahrscheinlich nur ich es, der mehr erwartet hatte.

Werner Popp bestätigt das: »65 versteigerte Arbeiten für zusammen rund 5.000 Euro mag etwas unter dem Durchschnitt der letzten Jahre liegen, ist aber kein schlechtes Ergebnis. Die Leute kommen auch, um Kunst zu sehen und einen spannenden Abend zu erleben.« Und spannend war er in jedem Fall! Um so mehr muss man den immensen Aufwand hervorheben, den die InfraLeuna als Eigentümerin des Kulturhauses und der Förderverein jedes Jahr betreiben. Mindestens 15 Mitarbeiter, darunter Galerieleiterin Alexandra Schmücking, waren beschäftigt, die Kunstwerke zu präsentieren, Gebote zu notieren und am Ende abzurechnen und zu verpacken. Insofern: alle Achtung für eine wieder gelungene Veranstaltung und eine nun 25-jährige Tradition der engagierten Kunstförderung in Leuna. Danke dafür!





