Eastman nutzt Stillstand als Chance: Projekte für mehr Sicherheit und Effizienz
Martin Leipnitz, der Standortleiter der Taminco Germany GmbH in Leuna, einem Unternehmen der Eastman-Gruppe, lobt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in höchsten Tönen. Er kann auch zufrieden sein. Denn was sein Team von September bis Dezember 2023 geleistet hat, ist durchaus beachtlich: Mehrere wichtige Projekte, die zu nachweislich höherer Anlagensicherheit, Effizienz, Verfügbarkeit und eigener Leistungsfähigkeit führen, hat es gestemmt. Eastman hat die schwierige wirtschaftliche Situation in der Chemieindustrie als Chance gesehen.
Aufgrund der angespannten Marktlage, geprägt durch extrem hohe Energiekosten, Lieferengpässe und sinkende Produktnachfrage, standen zwischen September und Dezember 2023 zwei der vier Anlagen, in denen bei Taminco chemische Grundstoffe für Pharmazie, Pflanzenschutz und Hygiene produziert werden, still. »Diese uns quasi aufgezwungene Stillstandszeit haben wir für die Weiterentwicklung unserer Produktionsanlagen und organisatorischen Abläufe genutzt, die bei laufender Produktion nicht so einfach umzusetzen ist. Vor allem beim Thema Sicherheit haben wir viel vorangebracht und in den Bereichen Prozessabsicherung, Explosionsschutz und Schulung der Mitarbeiter einen deutlichen Schritt gemacht. Zudem haben wir die Zeit für die reguläre Revision unserer Pflanzenschutz-Anlage (CCC-Anlage) gut nutzen können.«, erklärt der Standortleiter enthusiastisch.
Für all diese Projekte sind die Stillstandswochen trotz teilweise stehender Anlagen eine große Herausforderung gewesen. Für die beiden weiterlaufenden Anlagen mussten die fehlenden Rohstoffe aus der Schwesteranlage in Belgien angeliefert werden. Das hieß für das Team in Leuna, eine temporäre Organisationsstruktur für mehrere Transporte pro Tag einzuführen. »Eine logistische Herausforderung«, berichtet Martin Leipnitz.
Schließlich mussten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitweise in verschiedene Projektaufgaben eindenken und einarbeiten. »Das war wirklich eine intensive Arbeit und eine tolle Teamleistung«, lobt er. Die erwähnten Projekte zu Sicherheit, Energie, Verfügbarkeit und Fortbildung liefen neben der Produktion in den beiden verbliebenen Anlagen. Größte Prioriät hat die Sicherheit am Standort. Aus diesem Grund standen währen der Stillstandsphase auch die Gefährdungsbeurteilungen im Mittelpunkt. Eine Weiterentwicklung der bestehenden Anlagenüberwachung sorgt nun dafür, dass auf Prozessabweichungen besser reagiert werden kann. Alle Arbeits- und Prozessabläufe bei der Anlagenbedienung wurden akribisch unter die Lupe genommen, um sie noch sicherer und effektiver zu gestalten. »Im Explosionsschutz – einem sehr wichtigen Thema für uns – haben wir die Sicherheitsmaßnahmen weiter ausgebaut und die Prozesse robuster gemacht«, erklärt Martin Leipnitz.
Zudem wurde die CCC-Anlage komplett revisioniert. Dafür habe Eastman das größte Stillstandsbudget bereitgestellt, das je in diesem Anlagenbereich investiert wurde. Martin Leipnitz nennt keine Zahlen, spricht aber von einer Verdoppelung des herkömmlichen Betrages. Neben der Sicherheit spielen die Anlagenverfügbarkeit und das Thema Energie eine entscheidende Rolle. Motiviert durch stark gestiegene Energiekosten ist es dem Team gelungen, durch verbessertes Energie-Monitoring, Prozessoptimierung und intensive Schulung der Anlagenfahrerinnen und -fahrer einen sechsstelligen Betrag einzusparen.
»Wir haben gemeinsam viele Ideen entwickelt. Die ersten Maßnahmen konnten wir bereits zum Ende 2023 erfolgreich umsetzen. Andere Ideen werden in diesem und im kommenden Jahr umgesetzt.« Rückblickend sieht Martin Leipnitz das Zeitfenster als einen »Gewinn für uns und den Eastman-Standort Leuna«. »Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen, dem gesamten Team und unseren Dienstleistern für die hervorragende Zusammenarbeit und eine unfallfreie Abwicklung der Revision«, sagt er abschließend.
Christine Färber





