Gruppenfotoe der Studierenden des Bachelor-Studienganges „Chemie und Umwelttechnik“ sowie des Masterstudienganges „Nachhaltige Verfahrenstechnik und Chemie“ der Hochschule Merseburg vor der Anlage der die MVV Umwelt Asset GmbH, Foto: L. Teschner

Spannende Einblicke in die Praxis bei MVV in Leuna

Am Dienstag, dem 1. Juli 2025 besuchten Studierende des Bachelor-Studienganges „Chemie und Umwelttechnik“ sowie des Masterstudienganges „Nachhaltige Verfahrenstechnik und Chemie“ der Hochschule Merseburg die MVV Umwelt Asset GmbH am Standort Leuna.

Im Modul „Abfalltechnik“ haben sie von Prof. Dr. Christoph Wünsch schon viel über die grundlegenden Anforderungen an eine moderne Abfall- und Kreislaufwirtschaft, die Charakterisierung, Sammlung und den Transport von Abfällen und zu verschiedenen Verfahren inklusive der relevanten rechtlichen Vorgaben und technischen Besonderheiten der Verfahren und Prozesse zur Verwertung und Beseitigung von Abfällen erfahren. 

Vor Ort konnten sie nun praxisnah erleben, wie eine moderne Abfall- und Kreislaufwirtschaft, basierend auf dem Prinzip der thermischen Restabfallbehandlung, funktioniert.

Vor dem Rundgang durch die Anlage der MVV Umwelt Asset GmbH, Foto: L. Teschner

Vor dem Rundgang durch die Anlage empfingen Steffen Hüttl und Jonathan Schneider von MVV die Studierenden im Besucherzentrum des Unternehmens, informierten in einem kurzweiligen, spannenden Vortrag über die Funktionsweise und Besonderheiten der thermischen Restabfallbehandlungsanlage am Standort.

In zwei Linien werden bei MVV ausschließlich Abfälle, die nicht mehr zu trennen oder zu recyclen sind und die keine Gefahr für die Umwelt oder die menschliche Gesundheit haben, verbrannt und dabei effizient und nachhaltig in wertvolle Energie umgewandelt. Es entsteht Frischdampf, mit dem Turbinen angetrieben und sowohl Strom als auch Prozessdampf erzeugt werden können. Selbst ein Teil der Verbrennungsrückstände – bestehend aus aufbereiteter Asche und Schlacke – findet durch die Wiederverwendung im Straßen- und Wegebau seinen Weg zurück in den Kreislauf.

Eine moderne Rauchgasreinigungsanlage sorgt dafür, schädliche Substanzen und Partikel aus dem Rauchgas, das bei der Verbrennung entsteht, zu entfernen, so dass nur schadstofffreie Luft durch die beiden 80 m hohen Schornsteine in die Atmosphäre gelangt.

Rund 400.000 Tonnen Restabfälle werden hier jährlich verbrannt. Das sind ca. 1.100 Tonnen pro Tag. Die Anlage läuft rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Während des Rundganges konnten die Studierenden den Weg des Restmülls von der Anlieferung bis zur Verbrennung – anschaulich nachverfolgen. Besonders spannend war ein Blick von der Krankanzel hinunter in den 20.000 Kubikmeter großen Abfallbunker. Hier werden die Abfälle konditioniert, das heißt, der Kranführer nimmt eine den Brennwert ausgleichende Vermischung der Anlieferungen vor. Erst dann befüllt er die Verbrennungsanlage.

Die bei der Verbrennung entstehende Energie wird am Standort gleich dreifach genutzt:
„Wir beliefern die InfraLeuna mit Prozessdampf, die Stadt Merseburg mit Fernwärme und leiten Energie auch direkt ins lokale Stromnetz ein“, beschrieb Steffen Hüttl den Synergie-Effekt dieses nachhaltigen, umweltfreundlichen Verfahrens.

Nach der Besichtigung beantworteten er und Jonathan Schneider die noch offenen Fragen der Besucher. Für die Studierenden war es ein informativer Nachmittag mit vielen spannenden Einblicken und praxisbezogenen Details zur Funktionsweise einer thermischen Restabfallbehandlungsanlage.

Birgit Brockmann

Mehr zur MVV Umwelt Asset GmbH und zur Anlage in Leuna finden Sie auch in der Juli-Ausgabe 2025 des Leuna-Echo Magazins.

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