Thomas Schindler im Atelier, Foto: Privat

Thomas Schindler: Jenseits der sichtbaren Ordnung

Metaphysische Bildräume in der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna

Ab dem 12. Februar 2026 widmet die Galerie im cCe Kulturhaus Leuna dem Maler Thomas Schindler eine umfassende Ausstellung. Unter dem Titel „Jenseits der sichtbaren Ordnung“ werden großformatige Gemälde gezeigt, die durch Zeichnungen, Plastiken und einen Bildteppich ergänzt werden. Die Schau gibt einen vielschichtigen Einblick in das Werk eines Künstlers, der seit Jahrzehnten konsequent an einer figurativen, zugleich zutiefst geistigen Bildsprache arbeitet.

Thomas Schindler, 1959 in Braunschweig geboren, studierte ab 1978 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Früh positionierte er sich innerhalb jener Berliner Künstlergeneration der 1980er Jahre, die die figurative Malerei neu belebte und sich bewusst von den ideologischen Frontstellungen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit löste. Schindlers Werk steht exemplarisch für diese Haltung: Seine Bilder sind erkennbar figurativ, verweigern sich jedoch jeder rein abbildhaften Lesart.

Geprägt von Einflüssen der metaphysischen Malerei Giorgio de Chiricos, vom neoklassizistischen Werk Picassos, von Constant Permeke und der Neuen Sachlichkeit, entwickelt Schindler eine eigenständige Bildwelt. Stillleben, Figuren, Landschaften sowie biblische und antike Motive dienen ihm als Träger existenzieller Fragestellungen. Symbole und wiederkehrende Zeichen durchziehen sein Œuvre wie ein visuelles Vokabular, das weniger erklärt als andeutet – und den Betrachtenden zur inneren Auseinandersetzung einlädt.

Zentral ist dabei der metaphysische Charakter seiner Malerei. Das Sichtbare wird bei Schindler zum Resonanzraum innerer Zustände, von Erinnerung, Verletzlichkeit und menschlicher Grundbefindlichkeit. Seine Bilder verorten sich jenseits konkreter Zeit und Orte und entfalten gerade dadurch eine zeitlose Gültigkeit.

Seit den 1980er Jahren ist Thomas Schindler international präsent. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Berlin, Paris, London, Florenz, Mailand, New York, San Francisco, Montreal und Tokio gezeigt. Heute befinden sich seine Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa, den USA, Kanada und Japan. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet der Künstler in Halle (Saale).

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 12. Februar 2026, um 18:00 Uhr im Beisein des Künstlers eröffnet. Die Laudatio hält Roman Pliske, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verlags. Bis zum 27. März 2026 ist die Ausstellung in Leuna zu sehen. Zudem lädt die Galerie am Samstag, 21. Februar 2026, von 14:00 bis 17:00 Uhr zu einer Besichtigung mit dem Künstler ein.

Mit der Präsentation von „Jenseits der sichtbaren Ordnung“ setzt die Galerie im cCe Kulturhaus Leuna ihre langjährige Tradition fort, zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seit 1998 versteht sie sich als Ort der Begegnung zwischen Kunst, Alltag und Arbeitswelt – ein Anspruch, der in dieser Ausstellung auf besonders eindrückliche Weise eingelöst wird.

Falk Morgenstern

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