TotalEnergies feierte 40 JahrePOX-/Methanol Anlage

Eine Geschichte mit Zukunft

Mit Stolz und einem klaren Blick auf die Zukunft gerichtet, feiert die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen ihrer dienstältesten Prozessanlage: der POX/Methanolanlage. Die »POX«, wie sie im Raffinerie-Jargon liebevoll genannt wird, ist mit nunmehr vier Jahrzehnten Betrieb und einer bewegten Geschichte ein Symbol für industrielle Transformation und nachhaltige Zukunftsgestaltung.

Ein technisches Unikat mit Geschichte

Die POX – kurz für »partielle Oxidation« – wandelt die schweren Rückstände der Raffinerie in Synthesegas um, das im weiteren Prozessverlauf gereinigt, einerseits als Wasserstoffquelle für die Raffinerie dient und zu Methanol verarbeitet wird. Diese chemische Umwandlung ist essenziell für die technische Symbiose der Raffinerieprozesse und macht die Anlage zu einem echten Alleinstellungsmerkmal in Europa.

Bild: TotalEnergies

Entstanden in den 1980er Jahren als Vorzeigeprojekt der DDR-Industriepolitik, wurde die POX auf einer Fläche von 30 Hektar errichtet – das entspricht mehr als 40 Fußballfeldern. In nur drei Jahren Bauzeit wurden 88.000 Kubikmeter Beton und 2.500 Tonnen Stahl verbaut. Tausende Schlosser, Handwerker und viele weitere Experten haben mit angepackt, sogar der damalige »DDR-Klassenfeind« aus Westdeutschland und Österreich war mit dabei. Am 22. Mai 1985 wurde der erste Reaktor gestartet, im Juli desselben Jahres floss das erste Methanol.

Von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart

Nach der Wiedervereinigung blieb die POX ein fester Bestandteil der industriellen Landschaft in Leuna. 1995-1997 wurde sie durch den Elf-Konzern in die neu gebaute Raffinerie integriert.

Heute produziert die Anlage mehrere hunderttausend Tonnen Methanol jährlich und deckt damit einen bedeutenden Teil der gesamteuropäischen Nachfrage ab. Großinvestitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro über vier Jahrzehnte belegen das klare Bekenntnis von TotalEnergies zur POX.

Dazu zählen der Bau einer neuen Messwarte mit modernem Leitsystem, die Sanierung der beiden Kühltürme und der Rohrleitungen sowie der Austausch von drei Reaktoreinheiten zwischen 2019 und 2024 im laufenden Betrieb.

Schlüsselrolle im Transformationsprozess

Trotz ihrer Bedeutung ist die POX auch einer der größten CO₂-Emittenten der Raffinerie. Im Rahmen der unternehmensweiten CO₂-Roadmap, die eine Emissionsreduktion um mehr als die Hälfte vorsieht, spielt die Anlage eine zentrale Rolle.

Aktuell entsteht auf dem POX-Gelände die Einbindestation für das Fernwärmeprojekt mit den Stadtwerken Leipzig. Ziel ist es, industrielle Raffinerie-Abwärme zu nutzen, um künftig rund 100.000 Leipziger Haushalte klimafreundlich mit Fernwärme zu versorgen. Darüber hinaus sind weitere Nachhaltigkeitsprojekte in Planung – etwa die Verwendung von grünem Wasserstoff zur Produktion von grünem Methanol. Auch der nächste geplante Stillstand im Jahr 2027 wird genutzt, um die Anlage weiter zukunftsfähig zu machen.

Menschen machen den Unterschied

Neben der Technik sind es vor allem die Menschen, die die POX zu etwas Besonderem machen: Anlagenfahrer, Schichtleiter, Ingenieure, Verfahrenstechniker, Instandhalter, Sicherheitsverantwortliche, Auszubildende und Vertragspartner – allen voran Bilfinger Engineering & Maintenance.

Ihnen allen dankte das Unternehmen im Rahmen einer Feierstunde mit Geburtstagstorte und Grillfest für ihren Einsatz, ihre Leidenschaft und ihren
Teamgeist – gestern, heute und morgen. Deshalb zeigt das Jubiläumslogo wie schon zum 30-jährigen Jubiläum ein Herz – diesmal jedoch in Grün. Es steht für den Weg der POX hin zu einer nachhaltigeren Zukunft.

Geschäftsführer Thomas Behrends brachte es auf den Punkt: »Das Team, das sind wir alle – in der POX und in der Raffinerie. Die Zukunft der Raffinerie ist auch die Zukunft der POX und umgekehrt. Die POX ist mehr als eine Anlage – sie ist ein Versprechen für die Zukunft. Ein Versprechen, das auf Erfahrung, Innovationskraft und Gemeinschaft beruht. Die nächsten Kapitel dieser Erfolgsgeschichte sind in Vorbereitung.«

TotalEnergies

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