Steigra. Innovative Ideen für den Strukturwandel in den Braunkohleregionen stehen im Mittelpunkt des Bundesmodellvorhabens UNTERNEHMEN REVIER. Ein solches Projekt wird nun im Saalekreis umgesetzt: Die USUM Grundstoffaufbereitung und Service GmbH mit Sitz in Steigra erhält Fördermittel für ihr Pilotvorhaben „Terratrack und Hydraterra“.
Am 18. Dezember 2025 übergaben Dezernentin Sabine Faulstich und Rosa Asendorpf von UNTERNEHMEN REVIER den Fördermittelbescheid an die Geschäftsführer Sven und Sebastian Heinisch. Die Förderung beläuft sich auf 248.527,25 Euro und ist für den Projektzeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 30. Juni 2027 vorgesehen. Insgesamt umfasst das Vorhaben ein Projektvolumen von 414.000 Euro, davon rund 250.000 Euro Investitionen.
Die USUM Grundstoffaufbereitung und Service GmbH betreibt am Standort Steigra zwei nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigte Anlagen mit insgesamt vier Werken zur Verwertung von Abfallstoffen. Mit dem geförderten Projekt soll ein neuer Ansatz zur Nutzung von Holzaschen umgesetzt werden, die bei der Verbrennung von naturbelassenem Holz entstehen. Durch Recycling wird daraus sogenannter Kesselkies gewonnen, der sich durch eine gute Wasserspeicherfähigkeit, enthaltene Nährstoffe und Spurenelemente sowie eine hohe Verdichtbarkeit auszeichnet. Zudem verursacht das Material keine exogene Schadstoffbelastung.
Im Sinne der Kreislaufwirtschaft ist vorgesehen, den Kesselkies vorwiegend regional einzusetzen. Unter der Bezeichnung Terratrack soll er im Wegebau Verwendung finden, während Hydraterra als Bestandteil leichter Pflanzensubstrate entwickelt wird. Ein besonderer Meilenstein des Projekts ist der erstmalige Einsatz des Materials auf dem eigenen Betriebsgelände der USUM GmbH: Dort wird der Kesselkies beim Bau von Erschließungs- und Baustraßen für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Areal einer rekultivierten Deponie verbaut.
Das Bundesmodellvorhaben UNTERNEHMEN REVIER wird seit 2017 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gemeinsam mit regionalen Partnern umgesetzt. Ziel ist es, den Strukturwandel in den vier deutschen Braunkohleregionen aktiv zu begleiten und Unternehmen bei innovativen, umsetzungsorientierten Projekten zu unterstützen. So sollen frühzeitig neue Wertschöpfungsketten aufgebaut und die wirtschaftliche Attraktivität der Regionen gestärkt werden.
Mit dem Projekt der USUM Grundstoffaufbereitung und Service GmbH sollen ein bis zwei neue Arbeitsplätze entstehen. Gleichzeitig trägt das Vorhaben zum Umwelt- und Klimaschutz bei, indem lokale Sekundärrohstoffe genutzt und Transportemissionen vermieden werden.
„Mit der Unterstützung aus dem Förderprogramm UNTERNEHMEN REVIER können wir natürliches Holzaschegranulat wieder in den Stoffkreislauf zurückführen. Das stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft, schont Primärressourcen und reduziert Emissionen“, erklärt Geschäftsführer Sebastian Heinisch.
Falk Morgenstern





