Blick in das Archiv der Kunstsammlung des Landes Sachsen-Anhalt
Blick in das Archiv der Kunstsammlung des Landes Sachsen-Anhalt © alle Fotos: Steffen Wilbrandt

Vortrag über Kunstsammlung der Leuna-Werke

Am 21. Mai 2026 wird Werner Popp, ehemaliger Justiziar der Leuna-Werke und InfraLeuna GmbH im Rahmen der Kolloquien-Reihe des Vereins „Sachzeugen der chemischen Industrie (SCI)“ einen Vortrag unter dem Titel „Die Kunstsammlung der Leuna-Werke“ halten und anhand zahlreicher Fotos und Dokumente u.a. auch den Zusammenhang zur Entstehung und Entwicklung des Plastik-Parks darstellen.

Zum Hintergrund:
Wie andere Großbetriebe der DDR hatten die Volkseigenen Leuna-Werke bis zu ihrem Ende eine beachtliche Zahl an Kunstwerken – vor allem Malereien, Plastiken und Druckgrafiken aber auch Keramik und architekturgebundene Kunst – in ihrem Besitz. Spätestens seit den Versuchen seit 1959 im Rahmen des »Bitterfeld Weges« die Kulturpolitik zu steuern und den Werktätigen die »Höhen der Kultur« zum erschließen, waren die Volkseigenen Betriebe gehalten, den Beschäftigten Kulturangebote zu unterbreiten. Die Folge waren zahlreiche Zirkel des »künstlerischen Volksschaffens« in denen geschrieben, gemalt, getöpfert oder auch Theater gespielt wurde. So auch in Leuna. Darüber hinaus wurden regelmäßig auch Kunstwerke – meist von regionalen Künstlern – für Büro- und Aufenthaltsräume angekauft oder bei Neubauvorhaben direkt integriert. Nach der Deutschen Wiedervereinigung suchten die Verantwortlichen nicht nur in Leuna eine langfristige Lösung für den Kunstschatz. Vergleichbare Sammlungen gingen teilweise unter abenteuerlichen Umständen in das Eigentum der neuen Bundesländer über. Im Brandenburgischen Beeskow entstand 1995 ein »Kunstarchiv« welches solche Objekte ostdeutscher Kunst beherbergt, die nach 1990 ihre Eigentümer verloren hatten. Es platz aus allen Nähten und nimmt keine neuen Exponate mehr auf.

Die Bestände aus Bitterfeld-Wolfen, Leuna, Schkopau und anderen Betrieben gingen in die »Kunstsammlung des Landes Sachsen-Anhalt« über, wobei für Leuna vereinbart wurde, dass die Kunstwerke nicht nur ihre alte Bestimmung (Nutzung für Ausstellungen und in den Betrieben vor Ort) sondern auch ihren Ort behalten. Die Sammlung liegt weiterhin in Leuna und wird im Auftrag des Landesverwaltungsamtes von Alexandra Schmücking, Leiterin der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna betreut. Die Werke können von den Unternehmen und Institutionen am Standort vergleichsweise unkompliziert ausgeliehen werden – etwa ein Drittel der zusammen 713 Werke sind derzeit in Nutzung.

Zu den Objekten der Sammlung zählen auch jene Bronzeplastiken, die in Leuna vor dem Hauptgebäude am Haupttor stehen. Aber nicht alle Bronzeskulpturen gehören dem Land. Die meisten, die in dem einzigartigen Plastikpark Leuna stehen (bzw. seit dem Raub einiger Figuren im März 2025 standen) gehören heute zum Sammlungsbestand der Moritzburg Kunstmuseum Halle. Der Park stellt quasi eine Außenstelle des Museums dar, die kostenlos besucht werden kann.

Beide – die ehemalige Kunstsammlung der Leuna-Werke als auch der Plastikpark in Leuna stellen einen einzigartigen Kunstschatz dar – über deren Zustandekommen Werner Popp in seinem Vortrag berichten wird.

Der Vortrag findet am 21. Mai in der Hochschule Merseburg, Gebäude Hö, Hörsaal 9 statt und beginnt um 17:00 Uhr. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Steffen Wilbrandt

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