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Vorzeigeprojekt für Bürokratieabbau: Digitales Ursprungszeugnis

dUZ: IHK-Innovation begeistert Wirtschaft und Bundeskanzler

Halle (Saale). Wie moderner Bürokratieabbau in Deutschland funktionieren kann, zeigt derzeit ein Projekt der Industrie- und Handelskammern: das Digitale Ursprungszeugnis (dUZ). Seit September 2025 stellen bundesweit 79 Industrie- und Handelskammern – darunter auch die IHK Halle-Dessau – exportierenden Unternehmen erstmals eine vollständig digitale öffentliche Urkunde zur Verfügung. Das innovative Verfahren gilt inzwischen als eines der erfolgreichsten Digitalisierungsprojekte der deutschen Wirtschaft.

Beim IHK-Tag der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Berlin informierte sich sogar Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich über das Projekt. Das dUZ steht beispielhaft für praxisnahen Bürokratieabbau und die erfolgreiche Digitalisierung administrativer Prozesse.

Das Ursprungszeugnis dient im internationalen Warenverkehr als offizieller Nachweis über den handelspolitischen Ursprung von Waren und ist für Exporte in viele Länder zwingend erforderlich. Während Unternehmen bislang Papierformulare ausfüllen, ausdrucken und per Post oder Kurier versenden mussten, läuft der Prozess heute vollständig digital ab: Beantragung, Ausstellung, Download und weltweite Übermittlung erfolgen online – rechtsverbindlich, digital signiert und international verifizierbar.

Der Erfolg des neuen Verfahrens ist deutlich sichtbar: Bereits weniger als acht Monate nach Einführung nutzen rund 70 Prozent der antragstellenden Unternehmen bundesweit das digitale Verfahren. Die IHK Halle-Dessau liegt sogar noch darüber. Von den rund 9.000 im Jahr 2025 ausgestellten Ursprungszeugnissen wurden 8.500 digital bearbeitet. Zu den wichtigsten Zielländern zählen China, die Türkei, Indien und Saudi-Arabien.

„Das Digitale Ursprungszeugnis zeigt eindrucksvoll, wie konsequente Digitalisierung Unternehmen entlasten und Verwaltungsprozesse vereinfachen kann“, heißt es aus der IHK Halle-Dessau. Entwickelt wurde das Verfahren gemeinsam mit Unternehmen – praxisnah und bundesweit einheitlich.

Die Vorteile für Unternehmen im Überblick:

  • Keine Papierformulare und keine Medienbrüche
  • Deutliche Zeit- und Kostenersparnis
  • Wegfall von Post- und Botendiensten
  • Weltweite Online-Prüfbarkeit durch Behörden und Geschäftspartner
  • Höhere Sicherheit durch digitale Signatur und eindeutige Verifizierung
  • Einheitlicher Antragsprozess in ganz Deutschland

Für die Wirtschaft ist das dUZ weit mehr als ein digitalisiertes Formular. Vielmehr handelt es sich um eine strukturelle Innovation: eine vollständig digitale öffentliche Urkunde mit bundesweit standardisierten Prozessen. Damit könnte Deutschland bei der Digitalisierung amtlicher Handelsdokumente künftig sogar eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.

Das Projekt zeigt: Wenn Wirtschaft, Kammern und Verwaltung gemeinsam an praxisnahen Lösungen arbeiten, kann Bürokratieabbau schnell, effizient und spürbar gelingen.

Falk Morgenstern

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