Am 4. November erhielt der Leipziger Dichter und Schriftsteller Thomas Böhme den Walter Bauer-Preis, den die Städte Leuna und Merseburg alle zwei Jahre vergeben. Der diesjährige Vorschlag kam von der Gemeinschaft der Walter-Bauer-Preisträger.
In der Begründung für den 1955 geborenen Böhme hieß es u.a.: „Thomas Böhme ist einer der bedeutendsten Lyriker und in der hohen Qualität seines Gesamtwerks beständigsten Autoren seiner Generation …“ Die Laudatio auf den Preisträger sprach Daniela Danz, Walter-Bauer-Preisträgerin 2022.
Das Walter-Bauer-Stipendium 2024, das seit 2020 durch die InfraLeuna GmbH gestiftet und von deren Geschäftsführer Dr. Christof Günther übergeben wurde, erhielten die jungen Autoren Henriette Baier und Moritz Bense zu gleichen Teilen. Gastgeber der festlichen Veranstaltung zur Verleihung des Preises war in diesem Jahr die Stadt Leuna.
zu Thomas Böhme

Thomas Böhme wurde 1955 in Leipzig geboren und lebt dort. 1974 legte er das Abitur an der Rudolf-Hildebrand-Schule Markkleeberg ab. Nach vorzeitiger Entlassung aus dem Armeedienst begann er 1976 ein Lehrerstudium an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. 1977 wurde er aus politischen Gründen exmatrikuliert. Er arbeitete als Bibliotheksfacharbeiter in der Musikbibliothek Leipzig und als Werberedakteur im Verlag Edition Leipzig. Von 1981 bis 1983 studierte er im Fernstudium am Literaturinstitut „J.R. Becher“ in Leipzig.
Die Gemeinschaft der Walter-Bauer-Preisträger schlägt für 2024 mit Thomas Böhme einen der bedeutendsten Lyriker und in der hohen Qualität seines Gesamtwerks beständigsten Autoren seiner Generation vor. Böhme, geboren 1955 in Leipzig, wo er bis heute lebt, ist seit seinem Debüt mit dem Gedichtband „Mit der Sanduhr am Gürtel“ (Berlin: Aufbau Verlag 1983) als freier Autor tätig, neben seinen in großer Regelmäßigkeit erscheinenden Lyriksammlungen hat er auch Romane, Novellen, experimentelle Prosaformen und Foto-Bände veröffentlicht. In Bänden wie „Im Ort“, das dem Mansfeld gewidmet ist, wendet er sich wie Bauer einer Welt zu, die von der Arbeit und wie der Veränderung geprägt ist, und lotet ähnlich wie der Namens-Geber des Preises aus, was diese Arbeit, diese Veränderung mit den sie Erfahrenden macht.
Thomas Böhme gehörte im letzten Jahrzehnt der DDR zur Autorschaft der im weitesten Sinne alternativen Szene und konnte dennoch auch bereits das erste Buch in einem bedeutenden Verlag publizieren. Nach der Wende erschienen seine Bücher u. a. in der Connewitzer VB, bei Galrev, und seit einer Reihe von Jahren – hier erschienen auch seine beiden jüngsten Bücher, die Lyriksammlung „Strandpatenschaft“ (2021) und der Roman „Grünlaken“ (2023) – gehört er zur illustren Runde der Poetenladen-Autoren. Die Sprache Thomas Böhmes wurde dabei zum Vorbild und stilbildend für eine Reihe nachfolgender Autoren, eine ganze Armada dieser Dichterinnen und Dichter beruft sich ausdrücklich auf die Vorgängerschaft Böhmes, etwa die Vertreter der Lyrikschule um Ulrike Almut Sandig, Marlen Pelny und Carl-Christian Elze.
Henriette Baier und Moritz Bense

Henriette Baier, geboren am 10. April 2001 in Bernburg (Saale). 2011-2019 Gymnasium Carolinum Bernburg, dann Bachelorstudium der Germanistik und Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dann Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Index Librorum Civitatum“. Seit 2023 ehrenamtliche Mitarbeit in der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft und im Louise-Otto-Peters-Archiv Leipzig.
Moritz Bense geboren am 08. September 2000 in Halberstadt. 2011-2019 Käthe-Kollwitz-Gymnasium Halberstadt, Hilfskraft im Gleimhaus Halberstadt (Museum der deutschen Aufklärung), seit Winter 2020: Doppel-Bachelorstudium (Germanistik / Geschichte) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit Sommer 2022: Tutor der Germanistischen Mediävistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit Herbst 2023: Hilfskraft am IZEA (Institut zur Erforschung der Europäischen Aufklärung) in Halle (Saale).
Quelle: Stadt Merseburg





